Berchtesgadener Land (18. - 23.7.2000)


18.7.: Wimbachgriesbrücke - Watzmannhaus (1928m)
        
(Wegzeit: 2:23h, Höhenmeter: 1265Hm)

Ziemlich genau um 10 Uhr morgens ging es in Cottbus in Richtung Alpen los. Genauer gesagt ging es ins Berchtesgadener Land. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle und auch die Staus blieben mir vom Hals, so daß ich ca. 17:15 Uhr auf dem Parkplatz an der Wimbachgriesbrücke angekommen bin.
Nachdem ich die Münzen für den Geldautomaten aufgetrieben hatte, wer hat schon immer gleich 18 DM an Münzen dabei, und mich umgezogen hatte, konnte ich dann so gegen 17:45 Uhr losgehen.
Das Ziel hieß Watzmannhaus und liegt gut 1250 Höhenmeter weiter oben. Da es beim Abmarsch doch schon ziemlich spät war, verstaute ich meine Stirnlampe griffbereit gleich oben im Rucksack, falls die Dunkelheit schneller bei mir gewesen wäre als ich auf der Hütte.
Vom Weg zum Haus wußte ich, daß er technisch wenig anspruchsvoll ist und man ihn ruhig auch bei Dunkelheit mit einer Taschenlampe laufen kann. Allerdings war ich auch nicht gerade scharf darauf und legte schon einen schnelleren Gang ein.
Im unteren Teil führt der Weg einen breiten Wanderweg entlang, welcher stetig gut bergauf geht und auf die Strecke doch einiges an Kondition verlangt, da es keine Stellen gibt, wo man mal auf einer Höhe ohne Steigung weiterlaufen kann. Später wird der Weg etwas steiniger und auch schmaler, bleibt aber durchaus technisch anspruchslos.
Gegen 20:10 Uhr war ich dann am Watzmannhaus (1928m) angekommen. Wie unschwer zu erkennen war, wird das Haus gerade renoviert und so ging der ganze Betrieb dort etwas chaotisch von statten.
Zum Abendbrot gab es dann noch eine Gemüsesuppe nebst Bier, bevor ich mich um 22 Uhr auf mein Lager verzog.
Das Wetter war für den Aufstieg eigentlich optimal gewesen. Nicht zu warm, aber leicht sonnig und vor allem trocken.


19.7.: Watzmannhaus (1928m) - St. Bartholomä (625m) - Funtenseehaus (1630m)
         
(Wegzeit: 8:20h, Höhenmeter: 1205Hm)

In der Nacht war es doch recht kühl gewesen und ich hatte schon bereut diesmal meinen Schlafsack nicht mitgenommen zu haben, sondern nur einen Hüttenschlafsack. In den nächsten Nächten sollte ich das aber noch besser in den Griff bekommen, so daß ich nächstes Mal auf den warmen Schlafsack auch wieder verzichten werde.
Nach dem Frühstück ging es dann so gegen 8:45 Uhr In Richtung St. Bartholomä los, von wo ich dann weiter zum Funtenseehaus bzw. Kärlinger Haus weiter wollte.
Ursprünglich hatte ich darauf gehofft direkt über den Watzmann zu gehen. Aber am morgen hatte es geregnet und die Steine waren feucht und rutschig. Auch lag weiter oben noch Schnee, so daß eine Überquerung nicht in Frage kam. Tja, das war dann der 2. mißlungene Versuch einer Überschreitung. Aber es wird weitere geben. ;-)

Jedenfalls ging es jetzt auf den Spuren meiner 1. Wanderung im Berchtesgadener Land über den Falzsteig abwärts zunächst zur Küreutalm. Besonders im oberen Bereich, kurz hinter dem Watzmannhaus waren die Steine wie mit Schnierseife überzogen und man mußte ungeheuer aufpassen, wo man hintritt. Gerade bergab macht das ja bekannlich besonders Spaß.
Von der Küreutalm ging es dann weiter über den Rinkendlsteig nach St. Bartholomä. Was Anfangs die glatten Steine waren, wurde jetzt durch Holztreppen ersetzt, welche bei der Nässe genauso glatt waren und obendrein teilweise auch schon morsch.
Unterwegs hat man eine super Aussicht auf den Königssee, welche man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte.
Am Königssee (625m) angekommen machte ich erstmal Pause. Allerdings fing es auch bald wieder an zu regnen, so daß ich noch die paar Meter nach St. Bartholomä weiterlief und mich dort erstmal unterstellte. Da ich aber noch einen Aufstieg von gut 1000 Höhenmeter vor mir hatte, machte ich mich dann aber trotz Regen auf den Weg zum Funtenseehaus. Zur Belohnung hörte es auch kurz nach meinem Aufbruch auchf zu regnen, worüber ich bestimmt nicht böse war.
Der Weg führt anfangs am See entlang, geht aber bald steil als Highway nach oben. Unterwegs ist ein schöner Wasserfall zu bewundern, welcher bei dem feuchten Wetter der letzten Tage auch von seiner Größe nicht zu verachten war. Nach einer Weile kommt man dann zur Saugasse. Nicht nur, daß diese Sehenswürdigkeit einem einiges an Ausdauer abverlangt, nein es fing auch wieder an zu regnen. Halt ein richtiges Sauwetter in der Saugasse.
Die Saugasse zieht sich über ca. 350 Höhenmeter steil nach oben, wobei sich eine Serpentine an die andere anschließt. Später erzählte mir jemand, daß es über 60 Kehren sind. Er hatte mir auch die genaue Zahl gesagt, aber leider habe ich sie inzwischen wieder vergessen. Wenn man dann oben ist, geht es nicht etwa in der Ebene weiter, nein man muß noch ca. 150 Höhenmeter weiter steil bergan laufen. Aber wenigstens ohne diese blöden Serpentinen.
Zum Schluß geht es dann nur noch mit leichter Steigung bis zum Funtenseehaus (1630m), welches man erst kurz vorher sieht, nachdem man um den letzten Berghügel herumgelaufen ist.
Der Regen hat die ganze Zeit nicht mehr aufgehört, so daß ich ganz froh war die trockene und warme Unterkunft erreicht zu haben.


20.7.: Funtenseehaus (1630m) - Riemannhaus (2177m) - Ingolstädter Haus (2119m)
        
(zum Riemannhaus:                   Wegzeit: 3h,    Höhenmeter: 590Hm
         weiter zum Ingolstädter Haus:  Wegzeit: 2:30h, Höhenmeter: 545Hm)

Nachdem ich mir nach der ausgedehnten Tour vom Vortag an diesem Morgen Zeit gelassen hatte, ging es dann so gegen 9:20 Uhr wieder los. Ziel war diesmal das Riemannhaus und von dort je nach Lust, Laune und Kondition weiter zum Ingolstädter Haus. Auch war wie ich am Vortag erfahren habe beim Übergang vom Riemannhaus zum Ingolstädter Haus einiges an Schnee zu erwarten, was bei schlechtem Wetter die Orientierung nicht gerade erleichtert.
Der Weg zum Riemannhaus führt anfangs gut bergauf aufs Steinerne Meer und dort in einem ständigen auf und ab bis zum Riemannhaus (2177m). Das Wetter spielte diesmal auch mit. Es war zwar weiterhin bedeckt, ab und zu lugte aber doch die Sonne durch die Wolkendecke und vor allem blieb es trocken.
Nach einer vielleicht 1/2stündigen Pause machte ich mich so gegen 13 Uhr auf den weiteren Weg zum Ingolstädter Haus. Wie erwartet ging es gleich anfangs erstmal für ca. 1h über ausgedehnte Schneefelder (Neuschnee). Später wurden die Schneefelder dann kleiner und auch der Schnee ging vom Neu- in Altschnee über.
Auf dem ganzen Weg vom Riemannhaus zur Ingolstädter Hütte bewegte man sich um die 2100m in einem ständigen auf und ab. Das Wetter wurde mit der Zeit auch immer sonniger, was die Sonnenbrille auf dem Schnee zwingend erforderlich machte.
Gegen 15:30 Uhr kam ich dann am Ingolstädter Haus (2119m) an.


21.7.: Ingolstädter Haus (2119m) - Wimbachgries-Haus (1327m)
         
(Wegzeit: 4:40h, Höhenmeter: 545Hm)

Um 9:30 Uhr ging es erstmal bis auf etwa 1700m auf gut begehbaren Weg abwärts, bevor ich wieder auf 1800m auf die Hochwiesalm aufsteigen mußte. Oben angekommen konnte man erstmal ein super Panorama genießen. Nicht unbedingt von der Entfernung her, sondern eher von der Schönheit.
Wenn man auf die Hochwiesalm kommt, sieht man eine große, total ebene saftig grüne Wiese, eingegrenzt von den umgebenen Bergen und durchflossen von einem kleinen Bach. Selbiger konnte sich auf der ebenen Wiese wahrscheinlich nicht für einen Flußlauf entscheiden, so daß er sich über einen guten Teil der Wiese ausgebreitet hat und diese zu einer sehr feuchten/sumpfigen Angelegenheit gemacht hat. Ich machte bei der Gelegenheit erstmal Pause und genoß den Anblick.
Weiter weg sah ich noch ein paar Leute, welche irgend etwas sammelten. Erst dachte ich an Blaubeeren, aber es stellte sich später heraus, daß es auf der Wiese reichlich frischen Schnittlauch gab.
Nach meiner Pause überquerte ich also die Wiese und folgte dem verzweigten Flußlauf bis ans Ende der Hochebene. Dort ging es dann gut bergauf, wobei man über grobes Gestein klettern mußte, da in der Scharte, wo der Weg wahrscheinlich eigentlich lang ging, noch Schnee lag und darunter der Fluß sein Unwesen trieb. ;-)
Im weiteren Verlauf des Weges hörte der Schnee in der Scharte dann auf. Allerdings wurde dieser dann durch ein Schneefeld abgelöst, welches sich vom Grad her abwärts erstreckte. Soweit möglich ging ich neben dem Schneefeld bis auf diesen Grad bis auf ca. 2100m. Oben führte der Weg ein kurzes Stück auf dem Grad entlang. Etwas unterhalb sah man zwar die Weiterführung des Weges, aber keinen Abstieg dorthin, was mich dazu veranlaßte den Weg im freien Abstieg zu erreichen, wobei ich auch einige Markierungen fand. Wahrscheinlich gab es da auch keinen einheitlichen Weg auf diesem Stück.
Ich folgte dem Weg dann bergab bis zu einer Zwischenstufe, ab der es dann steil und steiler werdend bergab führte. Man mußte sich schon jeden Schritt 3x überlegen, da man doch ganz gute Chancen hatte auf dem Wegelosen Gelände auszurutschen.
Im unteren Teil des Loferer Seiler Grabens ging es dann rechtsseitig der Schneereste im Kar entlang, wobei es kaum Markierungen zu finden waren. Mich machte das etwas unruhig, da ich schon Bedenken hatte, ich müßte auf den Schneeresten absteigen, was sicherlich mit einer gewissen Einbruchgefahr einhergegangen wäre. Allerdings waren meine Bedenken unbegründet und der Schnee hörte rechtzeitig auf.
Unterhalb des Schnees ging es dann rechts haltend durch Geröll und Latschenkiefern bis zum Wimbachgries-Haus (1327m).


22.7.: Wimbachgries-Haus (1327m) - Wimbachschloß (937m) - Hochalbscharte (1600m) - Hochalm (1500m) - Eisbodenscharte (2049m) - Schärtenspitze (2153m) - Blaueishütte (1680m)
         
  (Wegzeit: 5:30h gemütlich, Höhenmeter: 1300Hm)

Nachdem ich in der Nacht nicht besonders geschlafen hatte (Schnarcher :-(), ging es dann so gegen 8:30 Uhr das Wimbachtal bis zum Wimbachschloß (937m hinunter. (ca.1h)
Von dort ging es zur Hochalbscharte (1600m) steil hinauf, wobei der Aufstieg nicht besonders schwierig ist, aber im unteren Teil sehr steil und sehr ausgesetzt. Dort ist der Weg auch noch recht steinig, bevor er im oberen Bereich durch waldiges Gelände führt.
Von der Scharte aus, bzw. auch schon kurz davor hat man einen herrlichen Ausblick auf den Watzmann in voller Breitseite.
Nach einer ausgiebigen Pause ging es dann abwärts über einen Almpfad zur Hochalm (1500m). Dort nahm ich den Abzweig zur Eisbodenscharte (2049m). Ich hatte vor mir noch Leute laufen sehen, mit welchen ich mich zusammenschloß, zumal der Weg auf meiner Karte noch nicht eingezeichnet war und es dabei etwas beruhigte nicht alleine zu laufen.
Der Aufstieg zur Eisbodenscharte hatte es dann auch stark in sich, was im unteren Bereich mit einigen ausgesetzten Stellen und weiter oben mit leichter Kletterei (seilversichert) einherging. Jedenfalls wäre es dringend angeraten gewesen den Weg als "Nur für Geübte" auszuweisen, was er aber zumindest von der Seite wo ich her kam nicht war.
Oben an der Scharte angekommen ging es dann den Grad entlang zur Schärtenspitze (2153m), wo ich mich natürlich ins Gipfelbuch eingetragen habe. ;-) Im übrigen war das auf dieser Tour der einzige Gipfel, auf dem ich war; und das, wo es mich da eigentlich hochtreibt.
Oben hat man einen herrlichen Ausblick auf der Watzmannmassiv und die Umgebung. Allerdings konnte ich den Ausblick nicht lange genießen, da Nebel aufzog.
Nach dem kurzen Aufenthalt auf der Schartenspitze machte ich mich dann an den Abstieg zur Blaueishütte (1680m). Anfangs führte der Weg wieder über teilweise seilversicherte Steige, später dann über Geröllfelder. Im großen und ganzen aber leichter als der Aufstieg.
In der Hütte dann angekommen war kaum zu übersehen, daß sie bei Kletterern sehr beliebt zu sein scheint. Ich bestellte mir also ein Bier und sah den anderen beim Klettern zu. ;-)


23.7.: Blaueishütte (1680m) - Wimbachbrücke
         
(Wegzeit: 2:30h, Höhenmeter: 115m)


Um 8:30 Uhr machte ich mich an den Abstieg von der Blaueishütte zu meinem Auto.
Bis 1000m ging es ständig bergab, anfangs auf einem Wanderpfad, später auf einem Highway (Steinweg), was doch recht schnell bei dem starken Gefälle stressig wurde.
Bei ca. 1000m ging es dann parallel zum Berg in gleichbleibender Höhe bis ins Wimbachtal, wo ich durch die Wimbachklamm weiter zum Parkplatz an der Wimbachbrücke und damit zu meinem Auto kam.

Die Heimfahrt gestaltete sich dann auch recht vernünftig, wobei ich doch noch 2 Staus mitnahm, bevor ich so gegen 19 Uhr zu Hause ankam.

 

ih 7.11.2000 (12.2.2003)