Dachstein 8. - 16.7.2002


Vorneweg möchte ich zu den angegebenen Etappendaten sagen, daß ich im Gegensatz zu früher jetzt die Gehzeiten mit Pausen angebe, da sich meine technische Ausrüstung geändert hat und jetzt nicht mehr die Stoppuhr in den Wanderpausen anhalten kann. Dafür ist es mir nun möglich Auf- und Abstiegszeiten anzugeben, was für die Einschätzung der Etappe sicherlich wesentlich interessanter ist.

8.7.: Anreise

Die Anreise aus Cottbus erfolgte ohne größere Probleme. Als Ausgangspunkt hatte ich mir Rußbach ausgesucht, wo ich so gegen 20:30 Uhr angekommen bin. Auch einen Parkplatz an der Talstation der Hornspitzbahn hatte ich schnell gefunden.
Dummerweise hatte ich kurz vor der Grenze zu Österreich noch einmal mein Auto voll getankt, was ich bei den Spritpreisen in Österreich  dann doch leicht bedauerte, da ich dort 17 ct/l weniger bezahlt hätte. Aber egal.
Am Abend machte ich noch einen kurzen Spaziergang, da ich im Auto übernachten wollte und es doch noch recht zeitig war.

9.7.: Talstation der Hornspitzbahn (800m) - Hornspitze (1434m) - Gablonzer Hütte (1550m)
       
(Aufstieg: 880 Hm, Abstieg: 171 Hm, Gehzeit: 5h)

Da mein Auto schließlich kein 4-Sterne-Hotel ist, bin ich doch recht zeitig aufgestanden und so kurz nach 6 Uhr von der Talstation der Hornspitzbahn (800m) aufgebrochen.
Es ging auch gleich mäßig bergauf über die Franzalm zur Hornspitze (1434m). Zwischenzeitlich wurde es auch mal etwas steiler, aber in der Lage natürlich immer auf ausgebauten Wegen. Ab ca. der Hälfte des Aufstieges ging es dann am Skihang entlang.
Oben angekommen machte ich erstmal eine kurze Pause und genoß die Aussicht, bevor ich mich dann auf den weiteren Weg machte. Dieser führte mich zunächst zur Großedalm, wobei ich den auf der Karte eingezeichneten Wanderweg nicht fand, der eigentlich von der Fahrstraße abzweigen sollte. Also folgte ich erstmal dieser und zweigte dann an einer Spitzkehre davon ab, um über eine Almwiese auf den Wanderweg zu gelangen. Das gelang mir dann auch sofort, auch wenn von dem Wanderweg auch dort nicht mehr viel zu sehen war. Trotzdem konnte ich einer Skischneise folgen und gelangte so zur Alm.
Von der Großedalm führte mich dann mein weiterer Weg zur Gablonzer Hütte (1550m), meinem Ziel für heute.
Die Entfernungen auf der von mir verwendeten Kompass-Karte sind auf dem letzten Stück sehr mit Vorsicht zu genießen. Zumindest war ich doch sehr überrascht, als ich schon so gegen 11 Uhr vor der Hütte stand und ich doch eigentlich doch noch ein wenig Weg vor mir haben müßte. Aber da es dort viel Wege, Hütten und Gipfel einzuzeichnen gab, hat man sich wohl etwas mehr Platz gegönnt.
Auf dem Weg heute hatte ich mir viel Zeit gelassen, aber trotzdem doch auch gut zu kämpfen gehabt. Der Weg war eigentlich mit einer Gehzeit von 3.5h angegeben, für die ich immerhin ca. 5h benötigte. Aber sagen wir mal: Schulden wir es dem 1.Tag meiner 1.Tour in diesem Jahr. ;-)
Am Nachmittag machte ich dann noch einen kleinen Ausflug auf die Sonnenalm und deren Hausberg und am Abend noch einmal einen Ausflug zum Sendemast auf einer Anhöhe oberhalb der Hütte. Bei beiden Ausflügen kamen dabei noch einmal je 163Hm im Auf- und Abstieg zusammen. Natürlich ohne Gepäck.
Den ganzen Tag über hatte ich gutes Wetter und die Temperaturen stiegen bis etwas über 30°C. Da konnte ich froh sein, daß ich bei Zeiten oben an der Hütte war.
In der Hütte war mir aufgefallen, daß obwohl es eine AV-Hütte ist, es dort keine Preistafel gab und jeder Hinweis auf die AV-Zugehörigkeit in die hinteren Räume verbannt war. Auch schien Bergsteigeressen und -getränke dort ein Fremdwort zu sein und es wurden nur normale Preise von der Karte abgerechnet. Man fühlte sich wohl vorrangig als Ausflugsgaststätte, was sie ja auf Grund der Nähe zur Bergstation der Gosaukammbahn wohl auch war.
Trotzdem konnte man mit der Verpflegung und der Unterkunft dort recht zufrieden sein und so harrte ich der Dinge, welche mich in den nächsten Tagen erwarten sollten.

10.7.: Gablonzer Hütte (1550m) - Steiglpaß (2018m) - Hofpürglhütte (1703m)
         
(Aufstieg: 885Hm, Abstieg: 705Hm, Gehzeit: 5h)

Um 6:30 Uhr wurde ich von der Sonne geweckt, was auf einen schönen Tag mit viel Sonne hoffen lies. Nach dem Frühstück und nachdem ich meine Sachen gepackt hatte, konnte es dann gegen 8 Uhr wieder losgehen.
Zu Beginn des Weges (Steiglweg) ging es erstmal recht steil auf gutem Pfad und durch Wald bergab zur Krautgartenalm (1260m). Weiter ging es flacher werdend bis unter 1200m um anschließend größtenteils durch den Wald langsam steigend weiter. Dabei hatte ich als ständige Begleiter immer ein paar Mücken dabei, welche sich scheinbar bei mir wohl fühlten.
Bei meinem Weg unterhalb des Gosaukammes entlang fiel mir auf, daß er scheinbar so angelegt wurde, daß die Sonne ständig von vorn in den Weg hineinscheinen konnte. Ab ca. 1700m dann wurde es für vielleicht 200Hm recht steil, aber der Weg war auch weiterhin, wie eigentlich der gesamte Steiglweg, gut zu laufen uns war ich dann so gegen 12 Uhr auf dem Steiglpaß (2018m), wobei die letzten Höhenmeter dann nur noch in einer gemächlichen Steigung zu bewältigen waren.
Oben machte ich erstmal eine kurze Rast und genoß den Ausblick. Die Hofpürglhütte, mein heutiges Etappenziel,  war auch schon in Sichtweite.
Der erste Teil des Abstieges vom Paß war dann recht steil (teilweise Seilversichert) und man sollte die Nerven bei den vielen losen Steinen auf dem Weg schon beisammen halten. Unten dann angekommen, ging es dann noch einmal in einem kurzen Anstieg hoch zur Hütte auf 1703m, wo ich so gegen 13 Uhr angekommen bin.
Nachdem ich den ganzen Tag über gutes Wetter gehabt hatte, drohte es dann am Nachmittag doch noch zu regnen. Zumindest zogen sich die Wolken verdächtig zusammen. War aber nur eine leere Drohung und es klarte dann wieder auf.
Das Ziel für die morgige Tour steht noch nicht ganz fest. Ursprünglich wollte ich über den Linzer Weg zur Adamekhütte. Bei schlechtem Wetter schien es mir aber angeraten die Umrundung des Dachsteins aber umzudrehen, und besser auf gutem Wanderweg zur Dachsteinsüdwandhütte zu gehen. Man wird halt sehen, wie morgen das Wetter wird.

11.7.: Hofpürglhütte (1703m) - Tor (2083m) - Dachsteinsüdwandhütte (1871m)
         
(Aufstieg: 924Hm, Abstieg: 777Hm, Gehzeit: 6h)

Das Wetter war am Morgen nicht gerade berauschend und so stand ich erst nach 8 Uhr auf, obwohl ich den Wecker schon für 7 Uhr gestellt hatte. Nach dem Frühstück ging es dann gegen 9:20 Uhr los. Wegen dem nebligen Wetter ging es zur Dachsteinsüdwandhütte, was in Anbetracht, daß sich der Nebel auch im Laufe Tages nicht auflöste und und und immer mal durch Nieselregen durchsetzt war, mit Sicherheit die richtige Entscheidung war.
Der Weg war gut zu laufen, auch wenn es auf Grund des feuchten Wetters teilweise ziemlich rutschig wurde. Zunächst ging es auf dem Linzer Weg am Hang entlang und dann weiter zum SW-Grad der Windlegerspitze, welchen ich querte und bei der Gelegenheit dem Gipfelkreuz bei 1990m noch einen kurzen Besuch abstattete. Vom Kreuz her hatte man eine super Aussicht. Die nächsten 50m des Weges waren wunderbar zu sehen.
Nach einer kurzen Rast ging es dann ins Windlegerkar hinab und dahinter im Rauchkar zum Tor (2083m) hinauf. Nach einer erneuten Rast führte der Weg dann in Serpentinen steil bergab über den Pemerweg, welcher unten dann wieder flacher wurde. Auf dem letzten Teil zur Dachsteinsüdwandhütte (1871m) ging es dann noch einmal recht steil auf gutem Wanderpfad hinauf und so kam ich gegen 15:25 Uhr in meiner Unterkunft an.
Bei meiner Ankunft war gerade etwas Betrieb auf der Hütte. 2 größere Gruppen machten sich gerade zum Abmarsch bereit. Wie ich beim Hüttenwirt erfuhr machten sie sich auf den Weg zur Südwandhöhle, wo sie übernachten wollten.
Am Abend gab es dann noch etwas Hoffnung für das Wetter. Erste Anzeichen für eine Besserung waren zu sehen und ich überlegte mir, ob ich morgen weiter zum Gutenberghaus oder direkt zur Simonyhütte gehen solle.
Da noch ein paar Leute abgesagt hatten, hatte ich das Lager wieder mal für mich allein.

12.7.: Dachsteinsüdwandhütte (1871m) - Johann-Klettersteig - Seethaler Hütte (2740m) - Simonyhütte (2206m)
         
(Aufstieg: 992m, Abstieg: 662m, Gehzeit: 6h (4h angegeben))

Da das Wetter am Morgen sehr vielversprechend aussah, machte ich mich nach dem Frühstück gegen 8:30 Uhr in Richtung Simonyhütte auf.
Gleich hinter der Hütte geht es steil bergauf zum Johann-Klettersteig. Nach Auskunft des Hüttenwirtes: "Grad C", was mir Erstmal nicht viel sagte, von dem ich heute aber weiß, daß es so ziemlich die Grenze ist von dem, was ich noch freiwillig mitmache.
Bis zum Klettersteig hatte der Weg zwar alpinen Charakter, aber er war gut zu laufen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit selbstverständlich vorausgesetzt.
Am Klettersteig angekommen wurde es dann ernst. :-)
Der Klettersteig ist gut abgesichert. nur 2 Seilverankerungen waren an einer relativ einfachen Stelle ausgerissen, was man allerdings rechtzeitig sah. Teilweise war der Einstieg von einem Stand zur nächsten Etappe leicht überhängend und einmal hatte ich Schwierigkeiten überhaupt den Fuß auf den 1. Tritt zu setzen, weil ich mit meinem 60l-Rucksack unter der Seilversicherung durch mußte und dahinter gleich die Felswand war.
Letztendlich bin ich oben aber gesund und nicht mehr ganz so fit angekommen und schaffte auch noch das letzte Stückchen zur Hunerkogel-Bergstation hinauf über den Schladminger Gletscher, wo ich erstmal eine ausgiebige Pause einlegte um anschließend weiter zur Seethaler Hütte (2740m) aufzusteigen. Allzuviel Zeit wollte ich mir auch nicht lassen, da für den Nachmittag noch Regen angesagt war. Die Strecke war arg von Leuten auf dem Weg zum hohen Dachstein (über oberes Ende des Hallstätter Gletschers) frequentiert.
Nach einer nochmaligen kurzen Pause machte ich mich dann auf den Weg auf der Westseite des Hallenstätter Gletschers (E4) in Richtung Simonyhütte. Spuren von Leuten vor mir waren auf dem ganzen Weg von der Seethaler Hütte bis zum Ende des Gletschers nicht zu finden. Lediglich alte Spuren von einem Schneemobil waren noch auszumachen. Aber der Weg war auch so kaum zu verfehlen, indem man sich immer an der linken Seite des Gletschers hält. Am Ende des Gletschers geht man dann einfach auf den großen Zuckerhut (Schöberl) vor einem zu und verläßt dort den Gletscher. Der Weg über den Gletscher ist bei gutem Wetter problemlos mit Stöcken zu bewältigen. Man sollte sich gegebenenfalls in der Ausgangshütte noch einmal erkundigen, da die Gletscher sehr stark abschmelzen und man am Ende nicht vor Blankeis steht.
Nach dem Gletscher führt der Weg teilweise recht steil bergab und bei dem Geröll darauf ist etwas Vorsicht geboten. Von unten geht es dann noch einmal hinauf, wo ich dann auch die Simonyhütte (2206m) erreicht habe. Klettersteiggeschädigt wie ich scheinbar war, machte ich bei diesem letzten Anstieg noch einen kleinen Ausflug zum Windgenerator der Hütte. (Wie ich später erfuhr erzeugt das Teil aber keinen Strom, sondern wird von einem Motor angetrieben. Keine Ahnung, was das für einen Sinn haben soll. Das Windrad stand aber sowieso.) Man sollte halt nicht jedes Seil, was vom Berg herunterhängt als Zeichen dafür sehen, daß dort der Weg langgehen müsse. Also wieder umgedreht, ein kurzes Stück zurück und dann auf dem richtigen Weg die letzten Meter zur Hütte.
Da ich von der Tagesetappe doch etwas geschafft war und die Hütte beim Verlassen des Gletschers in unmittelbarer Reichweite war, hatte ich meine Wetterjacke auf dem letzten Stück Weg zur Hütte angelassen. Außerdem hätte ich mich ansonsten auch noch einmal eincremen müssen und so bin ich trotz Sonnenschein gut verpackt auf der Hütte angekommen, was vielleicht doch erstmal ein komisches Bild abgegeben haben mußte. Aber was soll man tun, wenn die Faulheit die Oberhand gewinnt? ;-/
An der Hütte angekommen fallen erstmal eine Menge Hundehütten auf einem Felsen davor auf. Diese wurden von Huskies bevölkert, welche zwar jetzt im Sommer etwas unterbeschäftigt waren, was sich aber im Winter ändert, wenn man dort Kurse im Hundeschlitten führen absolvieren kann.
Nachdem ich bei der Ankunft auf der Hütte bei einem Blick zum Gletscher gesehen habe, daß dieser sich im oberen Teil schon ziemlich zugezogen hatte, kamen zum Abend hin die Wolken immer tiefer. Aber es blieb trocken.
Zur Hütte ist noch zu sagen, daß sie wirklich sehr gemütlich war. Obwohl doch mehrere Kurse dort mit einquartiert waren und sie dadurch gut besucht war, fühlte ich mich nicht eingeengt.

13.7.: Simonyhütte (2206m) - Hohen Trog (2355m) - Adamekhütte (2196m)
         
(Aufstieg: 629 Hm, Abstieg: 635 Hm, Gehzeit: 5,5 h)

Der Tag begann sonnig und ich brach nach dem Frühstück gegen 8:15 Uhr als einer der letzten zu meiner Tagesetappe auf.
Die Tour führte mich heute über den Hohen Trog (2355m) und die Hoßwandscharte (2190m) zur Adamekhütte (2196m).
Auf dem gesamten Weg ging es mal hoch, mal runter und immer über große Steine und Platten, wobei nur auf etwa 1/3 der Strecke ein Weg zu erkennen war. Allerdings war die Strecke recht gut markiert und so hatte ich bei dem guten Wetter, welches ich hatte, keine Probleme den Weg zu finden.
Am Ende des Steiges stößt man bei ca. 2050m auf den Hauptweg und wandert auf diesem hinauf zur Adamekhütte, welche man bereits von unten sieht.
Als ich auf dem Hauptweg ankam, war das sicherlich nicht zu zeitig, da kurz danach Nebel aufzog und bei dem weglosen Gelände hinter mir ist die Orientierung mit Sicherheit wesentlich schwieriger.
Gegen 14 Uhr kam ich dann schließlich auf der Hütte an und machte es mir erstmal davor gemütlich. Ab und zu verzog sich mal der Nebel und die Sonne kam durch. Dann hatte man einen guten Blick auf den Gosaugletscher mit der Aufstiegsroute zum Hohen Dachstein über den Westgrad.

14.7.: Besteigung des Hohen Dachsteins
         
(Aufstieg/Abstieg: je 800 Hm, 4,75 h)

Der Wecker war heute auf 6 Uhr gestellt. Ich wollte mit noch 3 anderen, welche ich am Vortag auf der Hütte kennen gelernt hatte zum Gipfelsturm auf den Hohen Dachstein ansetzen. Dies hatte ich zwar vorher nicht geplant, weil mir die Tour im Alleingang als zu gefährlich scheint, aber so wollte ich mir das Erlebnis natürlich nicht entgehen lassen.
Am Morgen lag reichlich Nebel im Tal und ab und zu lugten ein paar Gipfel aus den Wolken heraus, was wirklich ein herrliches Bild abgab.
Nach dem Frühstück brachen wir gegen 7:30 Uhr zu viert auf. Das Gepäck hatten wir auf das notwendige Tagesgepäck reduziert und den Rest in der Hütte zurück gelassen.
Der Weg führte anfangs unterhalb des Gosaugletschers entlang zu dessen südwestlichen Rand und dort auf dem Schneebedeckten Gletscher hinauf zur oberen Windlücke (2779m). Zuvor hatten wir uns natürlich auf der Adamekhütte erkundigt, daß man diese Tour auch ohne Steigeisen und Pickel machen kann.
Der Weg über den Gletscher war anfangs etwas steiler, dann gemütlich steigend, bevor es das letzte Stück zur oberen Windlücke noch einmal sehr steil in ziemlich weichem Schnee.
Auf der oberen Windlücke machten wir erstmal auf den Felsen Pause und stärkten uns, bevor es anschließend über den Klettersteig hinauf zum Gipfel (2995m) ging. Der Klettersteig war gut zu klettern, wobei ich jedoch ein Mal doch arg an mir zweifelte, weil ich einfach nicht die richtige Trittstelle gefunden hatte.
Oben angekommen wurden erstmal die Gipfelfotos gemacht und die Aussicht genossen. Allzu lange wollten wir uns oben jedoch nicht aufhalten, da der Nebel sich doch langsam herauf arbeitete.
Der Abstieg auf dem Klettersteig gestaltete sich dann völlig unproblematisch und so kamen wir auch recht bald wieder bei unseren Rucksäcken an, welche wir unterhalb des Klettersteiges liegen gelassen hatten.
Nach einer kurzen Pause ging es dann auf dem Aufstiegsweg den Gletscher wieder hinunter. Der Nebel zog so langsam auf den Gletscher hinauf, wobei die Orientierung aber noch recht gut möglich war. Nachdem wir den Gletscher verlassen hatten, gingen wir zurück zur Hütte, wo wir gegen 12:15 Uhr ankamen.
Meine 3 Begleiter sind dann noch nach einer Pause und einer Stärkung auf der Hütte weiter zum Gosausee abgestiegen. Ich hatte mich entschieden auf der Hütte zu bleiben und morgen über den Linzer Weg zur Hofpürglhütte zu gehen. Bei schlechtem Wetter könnte ich auch zum vorderen Gosausee ab- und von dort zur Gablonzer Hütte aufsteigen, um tags darauf zurück zum Auto zu laufen.

15.7.: Adamekhütte (2196m) - Hinterer Gosausee (1154m) - Hotel Gosausee (933m) - Gablonzer Hütte (1550m)
         
(Aufstieg: 718 Hm, Abstieg: 1361 Hm, Gehzeit: 7 h
           + je 146 Hm Auf-/Abstieg)

Gegen 9 Uhr brach ich in Richtung Hofpürglhütte auf dem Linzer Weg über die Reisgangscharte auf. Nach einem kurzen Abstieg gleich am Anfang und Querung unterhalb des Gosaugletschers war mein Weg nach einem kleinen Schneefeld auch schon erstmal zu Ende. Dahinter führte der Weg über einen kleinen "Klettersteig" weiter. Das Problem war eine etwa 1m breite Kluft zwischen Schneefeld und Felswand. Irgendwie war ich mir nicht sicher, ob die Schneekante gehalten hätte, wenn ich darauf getreten wäre. Falls nicht, hätte ich zwischen dem Schneefeld und Fels evtl. festgehangen. Außerdem zog vom Tal her Nebel hoch. Dies verursachte jedenfalls irgendwie ein ungutes Gefühl bei mir. Andere Wege zum Klettersteig, als den direkten, waren zwar auch noch denkbar, aber mit dem schweren Rucksack und ohne Sicherung doch recht riskant, zumal ich auf Schürfwunden am Ende der Tour nicht sonderlich scharf war.
Nach einigem hin und her drehte ich jedenfalls um und entschied mich zum vorderen Gosausee abzusteigen, um von dort zur Gablonzer Hütte wieder aufzusteigen.
Als ich wieder an meinem Startpunkt, der Adamekhütte angekommen war, hatte ich schon mal 146 Hm "umsonst" hinter mir.
Von der Adamekhütte führte der Weg auf einem steilen, aber einfach zu laufenden Weg zum hinteren Gosausee (1154m) hinunter, wo ich 2 Frauen aus Linz wieder traf, mit welchen ich schon den Vorabend auf der Hütte verbracht hatte. Gemeinsam liefen wir dann auf dem Wander-Highway zum Hotel Gosausee am vorderen Gosausee (933m). Dort machten wir gemeinsam noch eine große Pause und aßen etwas, bevor wir uns voneinander verabschiedeten und ich mich an meinen Aufstieg zur Gablonzer Hütte (1550m) über die Krautgartenalm machte. Der Aufstieg ist zwar nicht weit, aber dafür doch ziemlich steil, wenn auch immer auf guten Wanderwegen und so kam ich gegen 16 Uhr auf der Hütte an.

16.7.: Gablonzer Hütte (1550m) - Rußbach (800m)
         
(Aufstieg: 164 Hm, Abstieg: 850 Hm, Gehzeit: 4h)

In der Nacht hatte es geregnet, am Morgen war das Wetter aber inzwischen wieder aufgeheitert und so machte ich mich nach dem Frühstück gegen 9 Uhr auf den Weg nach Rußbach zu meinem Auto. Der Weg war der gleiche, auf dem ich vor 7 Tagen aufgestiegen war.
Zwischenzeitlich setzte sich immer mehr die Sonne durch und so kam ich gegen 13 Uhr bei meinem Auto an.
Nach einer Pause und nachdem ich mich umgezogen hatte, war ich gegen 14 Uhr klar zur Abreise. Allerdings ging es noch nicht zurück nach Hause, sondern in den Schwarzwald, da mein Urlaub noch nicht zu Ende war. :-)
 

Ingo

 

 

ih 14.10.2002 (12.2.2003)