Großglockner (22.8.-28.8.04)


Nach der tollen Tour, bei der ich den Großvenediger umrundet hatte,war ich nun auf den Gedanken gekommen, wraum ich nicht auch eine Tour um den Großglockner machen sollte. Gesagt, getan:


21.8.04: Anreise

Die Anreise erfolgte bei sehr wechselhabten Wetter. Je näher ich meinem Reiseziel kam, desdo mehr fing es an zu regnen. Wer weiß, ob das nicht mal ein schlechtes Omen ist.
Die letzten Kehren zum Enzingerboden (1480m), unterhalb der Rudolfshütte, gingen arg steil bergan, so daß man sich mit dem 2.Gang höchquälen mußte, bevor ich mich nach den insgesamt 13 Kehren gegen 19:30 Uhr am Gasthaus Paletti einquartierte. Zum Aufstieg zur Rudolfshütte war es einfach schon zu spät uns konnte ich es am nächsten Tag geruhsam angehen lassen.
Etwas beunruhigend fand ich allerdings die niedrige Schneegrenze, welche bei ca. 2000m lag, jedoch steigen sollte.


22.8.04: Enzingerboden(1480m)-Rudolfshütte(2311m)-Kalser Tauern(2515m)-Kalser Tauernhaus(1754m)
            (Aufstieg: 1112Hm, Abstieg: 819Hm, Zeit: 9:20Uhr-16:00Uhr)

Nach dem Frühstück um 8:30 Uhr ging es dann gegen 9:20Uhr in Richtung Rudolfshütte auf dem Weg 715 los.
GrünseeDer Weg führt auch gleich recht steil bis zum Grünsee(1712m), wo man wieder auf den Wirtschaftsweg trifft. Eigendlich hätte ich diesen laufen sollen, denn oben entdeckte ich ein Schild, wonach der Wanderpfad, welche die Kehren des Wirtschaftsweges abkürzte, gesperrt ist. Unten stand ein solches Schild meines Wissens nicht und nun war es sowieso zu spät.
Vom Grünsee weg ging es dann erstmal flacher, später jedoch wieder immer steiler werdend weiter bis zum Alpinzentrum Rudolfshütte(2311m), wo ich so gegen 12:00Uhr ankam.
Weißsee-StauseeNach einer Pause machte ich mich dann gegen 12:20Uhr startete ich dann zur 2. Etappe an diesem Tag zum Kalser-Tauern-Haus. Dieses liegt zwar ein gutes Stück niedriger, aber erstmal ging es nur kurz hinunter zum Weißseestausee (2250m), um diesen herum. An der Talstation des Sesselliftes (in Richtung Mendelzkopf) verzweigt sich dann der Weg, wobei man sich erstmal weiter am Stausee hält, dann jedoch nach Süden abzweigt und recht steil zum Kalser Tauern(2515m) hinaufsteigt.
Kalser TauernWeiter oben lag dann Schnee, wie man schon von der Hütte aus gesehen hatte, wobei der Weg aber trotzdem dank deutlicher Spuren recht gut zu finden war. Das letzte Stück zur Scharte (mit „Gipfel“-kreuz) war wieder etwas flacher.
Richtung Dorfer SeeNach einer Pause machte ich mich an den Abstig auf der anderen Seite des Kammes, wo es sehr steil bergab geht und daher besondere Aufmerksamkeit erfordert. Bergab ist es bekanntermaßen nun mal schwieriger als bergan.
Nachdem der Talschluß dann ohne Ausrutscher geschafft war, ging es dann ab ca 2200m gemächlich fallend, jedoch kurzzeitig auch mal etwas steiler, das Tal hinaus bis zum Kalser Tauern Haus(1754m).
Dort angekommen war ich dann auch recht froh meinen Rucksack los zu werden. Meine Schultern hatten doch auf den letzten Metern immer mehr angefangen zu schmerzen. Für den 1. Tag war die Strecke zugegebenermaßen auch etwas übertrieben. Besser wäre es sicherlich gewesen am Anreisetag noch auf die Rudolfshütte zu steigen, um am nächsten Tag von dort zu starten. Aber dafür war ich halt zu spät gekommen.
Neben mir übernachteten dort nur noch 2 Radfahrer. Das ist wohl der Lage der Hütte geschuldet, welche für Tourengeher etwas ungünstig ist.
Das Wetter hatte sich den Tag über immer weiter gebessert, bis zum Schluß aum noch eine Wolke am Himmel auszumachen war.
Das Kalser Tauern Haus ist zwar eine AV-Unterkunft, aber ein Bergstegeressen scheint dort trotzdem ein Fremdwort zu sein. Zumindest konnte man die Röstkartoffeln mit Spiegelei für 5¥ nicht als solches bezeichnen. Auf der Karte stand dieses Essen mit zusätzlich Salat für 6,80¥ und eine Fleischbeilage, wie für eine Bergsteigeressen vorgeschrieben, war nicht zu finden.
Das schöne Wetter sollte sich bis zum nächsten Tag so halten. Zur weiteren Entwicklung konnte der Hüttenwirt allerdings nichts sagen. Bei der Anreise hatte ich jedoch gehört, daß es ab Dienstag wieder schlechter werden sollte. Aber wer weiß schon wo? ;-)
Kritisch sind wegen der Gletscherpassagen sowieso nur die letzten beiden Etappen, von der Freiwandeckhütte zur Oberwalder Hütte und von dort weiter zur Rudolfshütte. Ich hoffe allerdings, daß ich in der Freiwandeckhütte Leute treffe, welche dort auch rüber wollen und mich ihnen anschließen kann. Das würde allerdings recht wenig nützen, wenn das Wetter schlecht werden würde.
Alternativen gibt es von der Freiwandeckhütte nach meinen Unterlagen nicht mehr, so daß ich mich ansonsten per Bus oder Anhalter zu meinem Auto zurück kämpfen müßte.
Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit....


23.8.04: Kalser Tauernhaus(1754m)-Moaalm (1778m)-Stüdlhütte(2802m)
              (Aufstieg: 1371Hm, Abstieg: 357Hm, Zeit: 8:35Uhr-14:30Uhr)

Nach dem Frühstück ging es um 8:35Uhr wieder los. Zunächst weiter auf einem Wirtschaftsweg talauswärts bis hinunter auf ca. 1600m.Von dort zweigt ein kleiner Wanderpfad (Stiege)ab, welcher steiler werdend zur Moaalm führt.
Blick von Moaalm Richtung KalsSo kam ich gegen 9:45Uhr oben am Aussichts-Parkplatz, etwas oberhalb der Moaalm, an und gönnte ich mir erstmal eine kleine Pause.
Anschließend ging es die asphaltierte Straße in Kehren hinab bis zum Abzweig, von wo aus der Weg weiter zur Stüdlhütte führt. Abkürzungen für Wanderer sind zwar vorhanden, aber die erste hatte ich erst von unten gefunden und konnte so erst die zweite nutzen. Das letzte Stück bis zum Abzweig, welcher sich kurz hinter einem Parkplatz befindet, mußte ich allerdings trotzdem wieder auf Asphalt zurücklegen.
auf dem HerrensteigVom Abzweig aus führte mich dann ein Wirtschaftsweg stetig bergauf. Zunächst in Kehren, später waren jedoch auch wieder Abkürzungen vorhanden.
Bei etwa 2150m zweigte dann der Herrensteig ab, auf welchem ich am Hang oberhalb des Wirtschaftsweges auf einem guten Pfad entlang wanderte. Der Weg führte mich dann allerdings wieder fast hinunter zum Wirtschaftsweg (Brücke), was allerdings nicht hätte sein müssen, da es noch einen weiteren Weg weiter oben gibt, wo ich allerdings den Abzweig verpaßt hatte. Der Weg, den ich hinunter zur Brücke gelaufen war, war in meiner Karte gar nicht eingezeichnet gewesen, so daß ich auch nach keinem Abzweig Ausschau gehalten hatte. Es war aber auch nicht weiter tragisch, da die zusätzlichen knapp 100Hm nicht unbedingt ins Gewicht fielen.
StüdlhütteNach einer 1.steilen Stufe ging es dann erstmal wieder gemächlich steigend am Hang entlang.
Die letzten 300Hm verlangten mir aber doch noch mal einiges an Willenskraft ab, da ich nach der gestrigen langen Etappe noch angeschlagen war und auch die heutige eine nicht gerade kleine Tour war.
Gegen 14:30Uhr kam ich dann jedenfalls an der Stüdlhütte(2802m) an und bezog mein Quartier.
Von der Hütte hat man eine herrliche Panoramaaussicht, welche ich mir nach den ersten beiden Tagen auch redlich verdient hatte. Genau so, wie mein Bergsteigeressen, Spagetti Bolognaise mit einem zusätzlichen Salat.
Zu den am letzten Parkplatz angegebenen Gehzeiten muß ich sagen, daß diese doch arg knapp bemessen sind. Dort sind 3h angegeben, was für die aufzusteigenden 1200Hm zwar ok ist, aber für die dabei zu laufende Strecke doch zu knapp ist. Für den Abstieg vom Parkplatz nach Kals waren 2,5h angegeben für einen Höhenunterschied von 1400Hm. Scheinbar hat man für die Berechnung der Gehzeiten lediglich den zu überwindenden Höhenunterschied herangezogen und die dabei die zurückzulegende Strecke ganz außer Acht gelassen.


24.8.04: Stüdlhütte(2802m)-Pfortscharte(2828m)-Salmhütte(2644m)-Glocknerhaus(2132m)
             bis Salmhütte ca.3h (aufgezeichnete Daten verloren gegangen/
             ab Samhütte: (Aufstieg: 253Hm, Abstieg: 740Hm, Zeit: ca. 2,5h [schnell gelaufen])

zur Pfortscharte
Nachdem ich mein mitreisendes Frühstück wieder etwas dezimiert hatte, machte ich mich um 8:45Uhr in Richtung Salmhütte auf. Der Weg führte wieder auf einem schmalen Pfad am Hang entlang  durch das Kar, später dann noch über einen Wiesenhang. Insgesamt zwar keine großen Höhenunterschiede zu überwinden. Auf die Strecke ist es aber doch ein Abstieg auf ca. 2600m, woraufhin sich ein steiler Aufstieg (200Hm) in Serpentinen auf einem ausgetretenen Pfad hinauf zur Pfortscharte(2828m) anschloß.
Oben angeommen suchte ich mir eine windgeschützte Stelle für eine kurze Pause, da der Wind einem direkt auf der Scharte doch ziemlich um die Ohren pfiff. Wärend der Pause konnte ich schon mal mein Ziel, die Salmhütte, in Augenschein nehmen. Zumindest so weit das auf die Entfernung möglich war.
Blick zur SalmhütteAuf der Anderen Seite der Scharte ging es ebenfalls in Serpentinen ca. 70Hm eine 1.Steilstufe hinab. Nach einem kurzen ebenen Zwischenstück dann noch eine 2. Steilstufe hinunter, bevor ich in einem kurzen Anstieg dann die Salmhütte(2644m) erreichte und eine ausgiebige Pause einlegte.
Da jedoch noch viel Zeit war und sich das Wetter zwar zugezogen hatte, aber noch hielt, schloß ich mich 4 anderen Wanderern an. Wir gingen dann so gegen 13:00Uhr in Richtung Glocknerhaus los.
Wir folgten dabei dem Wiener Höhenweg am Südhang des Gebirgskammes entlang direkt nach Osten. Bis kurz vor der Stockerscharte waren kaum Höhenmeter zu überwinden. Magaritzen-Stausee Zur Scharte ging es dann auf dem letzten Stück ein paar Höhenmeter recht steil bergan. Oben angekommen wehte uns der Wind doch recht arg um die Ohren und mit ihm kamen die Wolken den Hang hochgeschossen. So hielten wir uns dort auch nicht lange auf und machten uns an den Abstieg zum Magaritzen-Stausee (ca. 2000m). Anfangs steiler, später dann gut fallend führte uns der Pfad recht gemütlich bis zur Staumauer. Diese mußten wir dann nur noch überqueren und im direkten Anstieg zum Glocknerhaus(2132m) kamen wir dann an unserem Etappenziel an.
Mit dem Wetter hatten wir noch Glück gehabt. Die Wolken hatten zwar immer mehr zugezogen, aber es war den Tag über trocken geblieben und erst am abend hatte es angefangen zu regnen. Aber auch wieder aufgehört. :-)


25.8.04: Glocknerhaus(2132m)-Kaiser-Franz-Josef-Höhe/Freiwandeckhütte(2370m)-Oberwalder Hütte(2972m)
               bis Kaiser-Franz-Josef-Höhe (Gletscherweg) ca. 2h (aufgezeichnete Daten verloren gegangen)
               ab Kaiser-Franz-Josef-Höhe: Aufstieg: 760Hm, Abstieg: 163Hm, Zeit ca. 3h (Aufstieg über Gletscher abgebrochen)

Nachdem ich gestern abend noch darüber nachgedacht hatte die Tour abzubrechen, da für die nächsten 2 Tage schlechtes Wetter mit Schneefallgrenze bei 2000m angesagt war, entschied ich mich trotzdem die Tour erstmal fortzusetzen. Allerdings würden wohl die Gletscherpassagen bei schlechtem Wetter kaum möglich sein.
Das Wetter war am Morgen abgesehen vom Tauwasser zwar trocken, jedoch dermaßen neblig, daß man gerade mal sehen konnte, was 10-15m vor einem war. Also kein Grund den Tag in der Hütte zu verbringen und so ging ich die heutige Etappe an, welche mich zur Freiwandeckhütte auf der Kaiser-Frant-Josef-Höhe bringen sollte. Dort könnte ich dann übernachten und am nächsten Tag weiter entscheiden.
SteingartenDa der direkte Weg wohl doch zu kurz war, nahm ich den Gletscherweg. Zunächst mußte ich also wieder hinunter zur Staumauer, über diese hinweg und um die südliche Spitze des Stausees herum. Anschließend führte der Weg ein Stück bergauf und anschließend im ständigen auf und ab um den Sandersee bei ca. 2100m. Nach dem Aufstieg sah ich ein Schild/Wegweiser mit der Aufschrift „Steingarten“ und jede Menge Steinmännchen. Den Weg dorthin sparte ich mir jedoch auf Grund der nicht wirklich vorhandenen Sicht. Zur Markierung des Gletscherweges (Steinmännchen und Farbmarkierungen) muß man sagen, daß sie trotz des dichten Nebels völlig ausreichend waren. Vom Sandersee konnte ich nicht allzuviel sehen. Erst später von weiter oben, als sich der Nebel im Laufe der Zeit auch etwas gelichtet hatte, konnte man sich das Gelände ansehen.
Hängebrücke am SanderseeÜber den Abfluß des Sandersees führt eine Hängebrücke. Sie schaukelte zwar etwas, aber man sah sowieso nicht, wo man landen würde, wenn man runter fiele. ;-)
Nachdem ich so bis zur Felswand unterhalb der Kaiser-Franz-Josef-Höhe gekommen war, führte der Weg dann in Kehren steil bergauf bis auf 2370m, wo der Tourismus lebt. Ist ja auch kein Wunder, da dort die Glocknerstraße endet und man einen herrlichen Panoramablick auf den Großglockner und die Gletscher (Pasterze,...) genießen kann.
Kaiser-Franz-Josef-HöheInsgesamt kann ich den Gletscherweg trotz des schlechten Wetters, das ich hatte, durchaus empfehlen. Blick auf den GletscherwegBei gutem Wetter ist es sicherlich noch wesentlich schöner und als Rundtour problemlos auch als Tagestour machbar.
Das Wetter war inzwischen falst richtig schön geworden. Nur vom Süd-Westen stauten sich ein paar dunkle Quellwolken am Glocknermassiv, kamen jedoch noch nicht darüber hinweg.
Nach einer ausgiebigen Rast entschloß ich mich dann doch noch weiter zur Oberwalderhütte zu laufen, auch wenn ich davon ausgehen mußte, daß ich oben einschneien und erstmal festsitzen würde.
Eingang zum GamsgrubenwegDer Gamsgrubenweg war wieder geöffnet, obwohl ich noch kurz vor der Tour im Internet gelesen hatte, daß er noch gesperrt sei. Der Weg führt zunächst durch mehrere Stollentunnel auf einem breiten Schotterweg (Highway) am Hang entlang. Stellenweise hatte man ihn sogar asphaltiert, gottseidank jedoch nicht die gesamte Strecke.
PasterzeIn den Tunneln befanden sich Tafeln mit kurzen Geschichten/Weisheiten oder Spiele mit Licht, Musik und Wasser.
Kurz vor der Hofmannshütte kam ich dann aus dem letzten Tunnel heraus und der Weg führte dann weiter als Highway außen am Hang entlang. Dort hat man dann am Wegrand Schauafeln zur Dokumentation des Gletscherrückgangs und anderes Wissenswertes aufgestellt.
Am Ende des Gamsgrubenweges befand ich mich dann auf einer kleinen Freifläche mit Bänken und einer super Aussicht auf den Gletscher.
Der Weg führte mich dann auf der Seitenmoräne bis zum Gletscher heran. Vor mir sah ich noch 4 Leute auf dem Gletscher. Scheinbar ohne Steigeisen, obwohl man schon von unten sehen konnte, daß im oberen Bereich die Schneebedeckung aufhörte und nur noch Blankeis war. Zwei von ihnen drehten dann am Beginn des Blankeises auch um, die anderen beiden gingen jedoch zunächst weiter.
Nachdem ich mir meine Steigeisen angelegt hatte, quälte ich mich zunächst durch den Schnee und war recht glücklich, als ich endlich das Blankeis erreichte. Das lief sich doch schon wesentlich leichter.
Ich kämpfte mich über das stark ausgeaperte Eis weiter nach oben. Es gab dort kaum Spalten und wenn, dann waren sie nur sehr klein.
Ich wählte zunächst den Gletscherweg über das südliche Bockkarkees. Als das Gelände dann flacher wurde, kamen mir die 2 Wanderer entgegen, welche weiter gelaufen waren. Sie meinten, daß man nicht auf die Hütte kommt, da man weiter oben bis zu den Waden im Schmelzwasser versinkt.
Ich wollte mir die Sache allerdings selbst ansehen und ging also weiter. Oben auf etwa 2800m mußte ich dann was die beiden gemeint hatten und drehte auch um.
Jedoch stieg ich nicht bis zum Gletscheranfang ab, sondern querte etwas höher im Schnee zur westlichen Seitenmoräne, wo noch ein Weg über Fels, Geröll und Sand bis fast hoch zur Hütte führt. Dort ging es also dann im 2.Versuch am Gletscher hinauf. Weiter oben war noch eine schmale Gletscherzunge zu queren. Ich konnte ein paar Spuren sehen, wo jemand ohne Steigeisen diese Stelle passiert hatte. Der Übergang war fast komplett schneebedeckt. Nur in der Mitte war etwas Blankeis. Zunächst ging ich den Übegang ohne Steigeisen an. Beim Blankeis wurde mir das aber zu gefährlich, so daß ich mir im Schnee erstmal eine Standfläche gebaut habe und meine Steigeisen wieder anlegte.
Nach der Querung der Blankeisstelle kämpfte ich mich gleich mit Steigeisen weiter durch den Schnee bis zum Felsmassiv, auf dem die Oberwalderhütte steht.
Nachdem ich mich meiner Steigeisen wieder entledigt hatte, stig ich durch Geröll, später über Steine steil hinauf zur Hütte(2972m).
Die Wolken waren in der letzten Zeit immer bedrohlicher geworden, blieben aber zunächst friedlich. Zumindest auf dieser Seite des Glocknermassivs.
Glücklich auf der Hütte angekommen lernte ich dort eine Frau (Azadeh) kennen, welche zu einem Eis-Kurs gehörte, heute jedoch pausieren mußte. Man kam auch recht schnell ins Gespräch, was keine Langeweile aufkommen lies, zumal auf Grund des schlechten Wetters und sicherlich auch der Wetterprognosen die Hütte nicht gerade überlaufen war.


26.8.04: Oberwalderhütte(2972m)

Oberwalderhütte
In der Nacht war die Hütte wie erwartet eingeschneit. Draußen tobte der Schneesturm und an ein weiterkommen war erstmal nicht zu denken.
Also machte ich aus der Situation das Beste und schloß mich der Gruppe, welcher Azadeh angehörte an.
Da man draußen nichts machen konnte, wurde die Ausbildung auf die Hütte beschränkt, wo wir Theorie in Sicherungstechnik und Spaltenbergung. Aber auch praktische Übungen wie das Aufprusiken vom Erdgeschoß in den 1.Stock und der Bau eines Flaschenzuges wurde geübt.
Am Nachmittag ging es dann auch mal nach draußen. Eher nicht zur Ausbildung, als zu einer Schneeballschlacht und um nicht den ganzen Tag in der Hütte zu verbringen. :-)


27.8.04: Oberwalderhütte(2972m)

Vormittags war das Wetter immer noch schlecht. Jedoch war schon Besserung in Sicht. Also blieb ich auch heute noch bei der Münchner Gruppe. Den Vormittag verbrachten wir wieder mit etwas Theorie über 1.Hilfemaßnahmen bei Bergunfällen und Wetterkunde. Nachmittags ging es dann ins Gelände um das Stürzen im Schnee zu üben, oder besser gesagt das sich abfangen bei einem Sturz. Das interessierte mich doch sehr,zumal dies bei meinem Eis-Kurs in den Ötztaler Alpen leider ausgefallen war und es könnte sicherlich nicht schaden es vor einem möglichen Ernstfall einmal geübt zu haben.
Wir starteten bei fast schon wieder schönem Wetter in 2 Seilschaften, um uns einen geeigneten Hang zu suchen. Wohlweislich hatte ich ja nicht nur meine Steigeisen, sondern auch mein Gurtzeug mit auf die Tour genommen, um mich einer Seilschaft anschließen zu können.
Es dauerte auch nicht lange, bis ein passender Hang gefunden war, der weiter unten auslief, oben aber trotzdem schön steil war. Nachdem wir die Rutschbahn noch etwas vom losen Schnee befreit hatten, um es nicht zu einfach zu machen, ging es dann auch mit zunächst einfachen Übungen los, bei denen man schon auf dem Bauch losrutschte. Das steigerte sich dann allerdings bis zu Übungen, bei denen man kopfüber auf dem Rücken den Hang runter rutschte. Aber auch das ging recht gut, wenn man darauf aufpaßte, daß man nicht in seinen Eispickel rein rutscht. Das schwierigste daran war weniger das Abfangen des Sturzes, als vielmehr sich überhaupt freiwillig rückwärts den Hang runter rutschen zu lassen. Als ich da so rückwärts am Hang hockte und mich nach hinten fallen lassen sollte, fragte ich mich schon „Warum habe ich mich da jetzt hin gehockt?“ Schließlich konnte ich ja nicht einfach wieder aufstehen. ;-)
Nach unseren Übungen ging es dann wieder zurück zur Hütte, wo wir auch alle unverletzt ankamen und noch einen gemütlichen Abend verbrachten.


28.8.04: Oberwalderhütte(2971m)-Kaiser-Franz-Josef-Höhe(2370m)-Abreise

Pasterze
Das schlechte Wetter hattet sich nun endgültig zurück gezogen und es gab Sonne pur.
Da ich niemanden gefunden hatte, der über den Pasterzenboden(Gletscher) zur Rudolfshütte wollte,was meine Runde um den Großglockner komplettiert hätte, entschloß ich mich heute abzusteigen und mit dem Bus zurück zum Auto zu fahren.
Die münchner Gruppe reiste heute auch ab, wollte aber noch in den Gletscherspalten unterhalb der Hütte klettern. Ich hatte dafür leider keine Zeit mehr, da ich voraussichtlich mit dem Bus noch eine ganze Zeit brauchen würde um zu meinem Auto zu gelangen. Schließlich befand ich mich auf der falschen Seite des Glocknermassives.
Ich verabschiedete mich also von der Gruppe und stieg den Gletscher runter, so wie ich ihn ursprünglich bei meinem 1.Versuch hoch kommen wollte. Über die vereisten Felsen nach unten zu steigen wäre sicherlich komplizierter geworden.
Nach dem Platow, auf welchem die Hütte steht, ging es erstmal ein kurzes Stück steil zwischen ein paar Gletschersalten hindurch. Dann ging es erstmal flach über den Gletscher weiter. Die aufgetauten Stellen, bei welchen ich bei meinem 1.Aufstiegsversuch umgedreht war, waren trotz der frühen Stunde immer noch nicht ganz durchgefroren und dürften den Weg am nachmittag wohl wieder unpassierbar machen.
Als ich dann am Ende des Gletschers wieder am Wasserfallwinkel den Gamsgrubenweg erreichte sah ich die Gruppe noch weit oben auf dem Gletscher als kleine Punkte an den Spalten.
Nun ging es also den Gamsgrubenweg zurück zur Großglockner-Hochalpenstraße, wo ich erstmal genug Zeit hatte, da der Bus erst 2h später fuhr. Wer bisher Murmeltiere nur gehört und noch nicht gesehen hat, hat hier auf der Kaiser-Franz-Josef-Höhe die Möglichkeit dazu. Gleich an der Mauer unterhalb der Straße sonnen sich davon reichlich.
Um 11:45Uhr fuhr dann mein Bus nach Zell am See und da es noch recht zeitig am Tag war, hatte ich den Bus fast für mich alleine. Man muß sagen, daß die Busfahrt über die Großglockner-Hochalpenstraße auch recht interessant war. Ist halt mal etwas anderes, als selbst zu laufen.
Am Ende der Mautstraße in Ferleiten mußte ich dann den Bus wechseln um weiter nach Zell am See zu fahren. Von dort ging es dann um 14:20Uhr nach Uttendorf, wo die Talstraße zum Enzingerboden abzweigte.
Ich hatte zwar schon meine Fahrkarte bis zum Enzingerboden in Zell am See gekauft, versuchte es dann aber trotzdem per Anhalter mitgenommen zu werden. Schließlich mußte ich fast 1h auf meinen Bus warten und warum warten, wenn man auch bequem mit einem Auto gefahren werden kann und dabei auch noch Zeit spart.
Das mit dem trampen hat dann auch geklappt und nachdem ich gegen 15:30Uhr bei meinem Auto angekommen war und mein Gepäck verstaut hatte, machte ich mich auf die Heimreise.

 

 

ih, 29.4.2006