Mt.Kenia / Kilimanjaro (11.-27.10.2007)
(http://wikinger-reisen.de/1112T.php)

Die Trekking-Etappen als GoogleEarth-Datei: [kili2007.kmz]

11./12.10.: Anreise nach Nairobi

Nun sollte es also endlich los gehen. Meine Sachen hatte ich schon mal 2 Tage vorher zusammen getragen. Nur zur Sicherheit, damit es keine unliebsamen Überraschungen beim Packen gibt.
Zeit hatte ich eigentlich genug um tagsüber mit dem Zug nach Frankfurt/Main zum Flughafen zu fahren, da der Flieger erst abends um 22:30Uhr starten sollte. Auch die Bahn hatte gestern bekannt gegeben, daß nun doch erst ab dem 12.10. gestreikt werden sollte und ich nun davon ausgehen durfte, daß meine Züge auch wirklich fahren würden.
So stieg ich dann also Mittags zunächst in den Bus, welcher mich zum nächsten Bahnhof bringen sollte. Von dort ging es dann mit dem Regionalexpress zur nächsten ICE-Haltestelle und mit dem ICE weiter direkt zum Flughafen in Frankfurt, wo ich kurz vor 17 Uhr ankam.
Da ich noch reichlich Zeit hatte, machte ich es mir erstmal oben im Bahnhof gemütlich und ließ Urlaubsstimmung aufkommen, bevor ich langsam zum Terminal 1 spazierte, wo ich dann allerdings auch noch mal warten mußte, bevor ich um 19:30Uhr endlich einchecken konnte und somit meinen schweren Rucksack los war.
Nach einem Weizen zum Schnäppchenpreis von 4,80EUR machte ich mich langsam auf zu meinem Abfluggate von Qatar-Airways. Meinen Tagesrucksack, welchen ich als Handgepäck bei mir behalten hatte, mußte ich bei der Personenkontrolle dann auch noch mal auspacken. Ich hatte hauptsächlich meine "technische Ausrüstung" darin verstaut, die doch ein paar Kilo an Gewicht ausmachten. Das überforderte allerdings scheinbar Ihre Kontrollgeräte. ;-)
Im Flugzeug hatte ich dann meinen Fensterplatz, der auch schon auf der Fluginformation von Wikinger gestanden hatte. Bereits beim warten auf das Bording fand sich der Großteil unserer Truppe zusammen. Neben uns flog noch eine weitere Wikinger-Truppe nach Doha, die jedoch von dort weiter nach Nepal fliegen würden um zum Everest-Base-Camp aufzusteigen.
Auf dem Flug (Qatar Airways) kam dann auch noch die ausgezeichnete Betreuung durch das Personal hinzu.  Das Flugzeug, eine A320-300, bietet für jeden Platz ein eigenes Mediacenter wo man Filme sehen, Musik hören oder sich auch die Zeit bei PC-Spielen vertreiben konnte. Die Kopfhörer, wärmende Füßlinge und eine Augenklappe zum schlafen gab es außerdem noch gratis dazu. Natürlich schön verpackt in einem Brustbeutel.
Alles in allem also nicht schlecht bei einem doch recht langen Flug von 6 Stunden, an den sich ja noch ein weiterer 5-Stunden-Flug nach Nairobi anschließen würde. In Doha hatten wir jedoch erstmal einen Aufenthalt von ca. 3 Stunden, bevor es weiter ging.
Silver Springs Hotel in NairobiIn Nairobi dann angekommen waren wir froh zu sehen, daß das Gepäck ebenfalls vollständig mitgekommen war. Es hätte dann doch einiges an Kleidung und Ausrüstung gefehlt und wer weiß wie lange es gedauert hätte, bis das Gepäck eingetroffen wäre.
Nach den Einreiseformalitäten fanden wir Clemens, unseren Reiseleiter auch recht schnell. Da man weder nach Kenia, noch nach Tansania Landeswährung einführen darf, tauschten wir erstmal Geld ein. Da ich nur Euro mit hatte, brauchte ich nach Information von Clemens neben kenianischen Schillingen auch noch Dollar.
Nach dem das dann alles geregelt war, ging es mit dem Gepäck zu 2 Kleinbussen, mit welchen wir zu unserem Hotel gefahren wurden. Die Fahrt dauerte etwas länger als geplant. Staus und verstopfte Straßen kennt man halt auch in Afrika.
Im Hotel angekommen bezogen wir erstmal unsere Zimmer, wobei ich zusammen mit Niko ein Doppelzimmer bezog. Dort packten wir nur kurz unsere Sachen aus um sie anschließend für die kommende Tour schneller sortieren zu können.
im HotelAnschließend ging es aber erstmal zu einer kurzen Einweisung durch Clemens in der Lobbi. Dort stellten wir uns erstmal alle gegenseitig vor, um eine Übersicht zu haben mit wem man es zu tun hatte. Vor allem Clemens wußte ja noch nicht wirklich mit wem er es zu tun haben würde, da er bereits vor uns in Kenia angekommen war. Auch ohne diese gegenseitige Vorstellung war mir aber schon klar, daß die Truppe gute Chancen hatte zu einem Team zu werden. Im Grunde genommen hatten schon alle Erfahrungen mit größeren Höhen gemacht, was sicherlich nicht von Nachteil sein würde.
Anschließend gab es Abendessen in Form eines reichhaltigen Bufetts mit Suppe, allerlei Fleischspeisen, Obst und Kuchen und so ließen wir dann Abendessenden Tag in einer gemütlichen Talkrunde ausklingen. Gegen 23:00Uhr verließen wir dann das Restaurant und ich packte noch meine Sachen für den kommenden Tag fertig zusammen.
Endlich im Bett dauerte es nach Nikos Aussagen keine 3 Sekunden bis ich im Reich der Träume war. War ja auch kein Wunder, da ich im Flugzeug nicht wirklich schlafen konnte und somit doch etwas übermüdet war.
Morgen werden wir dann unsere Begleitmannschaft einsammeln und noch ein paar Vorräte kaufen, bevor es zum Mt.Kenia ginge.


13.10.: Nairobi - Simion Gate (2600m) - Hütte Old Moses (3300m)                                       [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 780Hm /Abstieg: 0Hm /Strecke: 8,91km /Zeit: 3:40h )

das Gepäck wird auf dem Dach verstaut
Am Morgen wunderte ich mich, daß mein Handy mich nicht geweckt hat. Ich hatte den Wecker auf 6:30Uhr gestellt, allerdings dummerweise vergessen die Zeit im Handy umzustellen. Das hatte ich nur bei meinen Kameras und meiner Uhr getan. War aber kein Problem, da Niko schlauer war und wir so trotzdem pünktlich aufstanden.
Eingangsbereich zum Mountain Rock HotelUm 7:15Uhr waren wir dann beim Frühstück und bedienten uns am Büfett. Das Müsli, welches ich probierte, war zunächst stark übersüßt und erst nach einer Aufbesserung mit Joghurt zu genießen.  An allem anderen war aber nichts auszusetzen.
Um 8:30Uhr trafen wir uns alle zur Abfahrt in der Empfangshalle. Zunächst wurde allerdings erstmal unser Gepäck auf das Dach des Jeeps verladen. Das Gepäck, welches ich auf der Bergtour nicht benötigte konnte ich glücklicher Weise mit in Nikos Tasche verstauen. strategische Planung am ModelDie würden wir im Tal zurück lassen und nach dem Abstieg wieder mit nehmen.
Den 60l-Trekking-Rucksack, das sogenannte Big-Pack, packte ich noch in einen Müllbeutel um ihn vor Staub und Regen zu schützen. Den Tagesrucksack nahm ich mit in den Jeep.
Zunächst ging es auf einer recht langen Fahrt zum Mountain Rock Hotel am Fuße des Mt.Kenia. Dort gab es für uns Mittagessen. In dem Hotel würden wir auch wieder nach dem Abstieg vom Mt.Kenia übernachten und so konnten wir auch unser überzähliges Gepäck dort lassen.
Nachdem wir uns also gestärkt hatten, fuhren wir mit einem anderen Fahrzeug zum Gate, wo wir doch erst recht spät ankamen. Also packte ich noch schnell meine Stirnlampe vom Big-Pack in den Tagesrucksack um, da wir doch voraussichtlich erst bei Dunkelheit im Lager ankommen würden.
am ÄquatorDie Mülltüte hatten die Träger übrigens vom BigPack abgemacht, da sie die Rucksäcke ganz normal auf dem Rücken trugen. So hoffte ich halt, daß es nicht regnen würde.
es geht los...Unterwegs zum Gate hatten wir auch den Äquator überquert und uns eine kurze Demonstration angesehen. Wenn man hier auf der Nordhalbkugel der Erde Wasser aus einem Becken läßt, dann dreht sich der sich bildende Strudel im Uhrzeigersinn. Die Demonstration bestand nun darin, daß eine Schüssel mit Wasser genommen wurde, in der unten ein Loch drin war. Etwa 20m nördlich vom Äquator bildete sich der Strudel wirklich in Uhrzeigersinn aus, wogegen 20m südlich vom Äquator sich dieser entgegen dem Uhrzeigersinn drehte. Interessant war auch, daß direkt auf dem Äquator sich überhaupt kein Strudel bildete. Wir waren jedenfalls beeindruckt von der Vorführung, zumal wir uns ja wirklich nur jeweils  wenige Meter neben dem Äquator befanden.  Auch konnten wir beim besten Willen keine Manipulation feststellen.
Wo soll man da noch Platz zum Schlafen finden?in der Old Moses HütteNun waren wir also am Sirmion-Gate in einer Höhe von 2600m angekommen und liefen langsam mit unseren Tagesrucksäcken auf dem Rücken los. Unser Weg führte uns über einen breiten Wanderweg/Fahrstraße. Das Wetter war zwar schattig, anfangs aber noch recht warm. Mit zunehmender Höhe und Einbruch der Dunkelheit wurde es aber zunehmend kälter, was aber kein Problem war. Man zog halt etwas mehr an. Die Stirnlampe war natürlich auch nicht verkehrt, zumal man bei Dunkelheit zwar noch den Weg fand, allerdings ohne Licht leicht die schlammigen Stellen auf dem Weg übersehen konnte.
An der Hütte Old Moses angekommen erfuhren wir, daß wir noch nicht wie vorgesehen in Zelten übernachten würden, sondern in der Hütte, worüber wir natürlich nicht böse waren. Später erfuhren wir, daß wir auf der gesamten Tour am Mt.Kenia Hüttenübernachtungen haben würden.
Nach dem Abendessen und ausgiebigen Gesprächen ging es dann recht spät in die Betten.


14.10.: Hütte Old Moses (3300m) - Camp Shipton's (4200m)                                                     [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 1074Hm /Abstieg: 266Hm /Strecke: 22,3km /Zeit: 10:08h )

Um 6:15Uhr war die Nacht zu Ende. Besonders gut hatte ich nicht geschlafen, da die Matratze im Bett doch recht ausgelegen war.
ein neuer Tag liegt vor unsNachdem wir unsere Sachen gepackt und gefrühstückt hatten, brachen wir gegen 7:50Uhr in Richtung  Shipton's Camp auf. Während wir lediglich unsere Sachen trugen, welche wir unterwegs brauchten, wurde das Hauptgepäck wieder von den Trägern übernommen. Um meine Sachen im Big Pack vor Regen zu schützen, hatte ich diesmal eine große Mülltüte in den Rucksack gepackt und darin dann mein Gepäck. Außen rum dann noch ein Regenüberzug, was mein Gepäck dann endgültig auch bei Regen trocken halten sollte, zumal die Träger unsere Rücksäcke normal auf dem Rücken trugen. Blick zurück zur Old Moses HütteTeilweise wurde nur noch etwas Ausrüstung dazu geladen.
Anfangs führte der Weg bei bewölkten Himmel gemächlich steigend durch Grasland mit einer interessanten fremdartigen Pflanzenwelt. Der Weg war stellenweise auch mal etwas matschig. Allerdings nicht so sehr, daß es lästig geworden wäre. Später kamen noch ein paar "steilere" Passagen dazu. Insgesamt halt recht abwechslungsreich.
Da ich meinen Pulsmesser dabei hatte, behielt ich natürlich auch den Puls im Blick und versuchte diesen bei 130-140 zu halten was mir auch ganz gut gelang. Die eingelegten Trinkpausen waren für mein Geschmack etwas zu lang gehalten. Da wir aber noch nicht allzu hoch waren, war es jetzt noch kein Problem wieder "in die Gänge" zu kommen.
RiesenkreuzkrautInzwischen war unsere Truppe doch schon recht harmonisch zusammen gewachsen. Günstig war dabei natürlich, daß wir zusammen mit Clemens lediglich 8 Leute waren, welche bis auf Niko alle schon Höhenerfahrungen über 4000m gemacht hatten.
es ist leider keiner reingefallen ;-)Die letzte halbe Stunde durfte jeder noch mal mit Genehmigung von Clemens sein eigene Geschwindigkeit laufen, wobei er aber meinte, daß auch wenn man sich hier unten schon zu sehr verausgabt es einen seinen Gipfelsieg kosten kann. Also lief ich zwar etwas schneller, aber so daß ich in meinem mir selbst gesteckten Pulsbereich blieb.
Unterwegs hatte es mal kurz angefangen zu tröpfeln. Es blieb allerdings bei der Drohung und das Wetter trocken. Natürlich nur von außen. Trinken mußte man natürlich so viel wie möglich. Allerdings waren das unterwegs auch nur 2,5l, was eigentlich eher zu wenig ist. Aber man hatte halt Mühe oben mehr nachzuschütten als unten "rauslief".
LobelienDie Höhe machte sich bei mir, wie bei den meisten anderen auch, nun auch langsam bemerkbar. Ich bekam so langsam ab 3800m die für die Höhe typischen Kopfschmerzen.
Im Camp angekommen gab es erstmal Tee mit Keksen und frisches Popkorn als Überbrückung bis zum Abendessen, wo dann leckerer Fisch mit Bratkartoffeln und Gemüse gereicht wurde.
RiesenkreuzkrautUwe Z. meinte am Abend dann auf seine etwas direkte Art noch, daß er sich unterfordert fühlte. Auch wenn es sich erstmal so angehört hatte, war es aber nicht böse gemeint und man mußte sich einfach noch besser kennen lernen um den anderen besser einschätzen zu können. Ich war mir allerdings sicher, daß wir das problemlos hinbekommen würden.
noch mehr RiesenkreuzkrautVorerst hatten wir auch erstmal mit unseren Höhenproblemen zu tun. Kopfschmerzen hatten ja fast alle. Bei Uwe K. und Wolfgang kam auch noch Übelkeit dazu und sie zogen sich erstmal in die Betten zurück.
Picknick-GästeDa für morgen ein Akklimatisationstag vorgesehen war, mußten wir erstmal abwarten, welche Tour wir laufen würden. Wenn es den beiden noch schlecht geht, würde man halt ins selbe Camp zurückkehren und dort zwei mal übernachten. Wenn alle mit laufen können, dann würde man wie im Plan vorgesehen zum nächsten Camp laufen.
Shipton's CampUm 20:00 Uhr waren dann fast alle in ihren Betten verschwunden. Das lag sicherlich nicht zuletzt daran, daß es doch recht kalt war und die Schlafsäcke Wärme versprachen. In der vergangenen Nacht hatte mein Schlafsack zumindest gute Dienste geleistet, was bei 6°C Raumtemperatur allerdings auch nicht anders zu erwarten war. Ich hätte mir zumindest sonst Sorgen gemacht, wie das weiter gehen soll.
Am Abend hatte ich noch vorsorglich für die nächsten Tage die Aufzeichnungsgeschwindigkeit meines GPS-Gerätes reduziert um die Chance zu haben alle Daten der Tour auch speichern zu können. Bei den Aufzeichnungsdaten der Pulsuhr konnte ich eigentlich nur Speicherkapazität sparen, in dem ich die Aufzeichnung während der längeren Mittagspausen abschaltete, da diese auch nur Werte für 64h speichern und anschließend die ersten wieder überschreiben würde.


15.10.: Camp Shipton's (4200m) / Akklimatisationstag                                                           [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 506Hm /Abstieg: 501Hm /Strecke: 2,32km /Zeit: 3:31h )

Aufbruch
Die Nacht hatten wir bei angenehmen 4°C Raumtemperatur verbracht. Gabi hatte sich gestern auch noch zu denen gesellt, welche mit Übelkeit zu kämpfen hatten. Um so erfreulicher, daß am Morgen alle wieder einsatzbereit waren und lediglich mit ein paar Kopfschmerzen zu kämpfen hatten. Auch meine sind über Nacht nicht wirklich besser geworden, was sich mit dem Frühstück allerdings besserte.
Trotzdem, daß wir heute alle mehr oder weniger fit waren, hatte sich Clemens zusammen mit den Guides entschieden eine Tagestour auf einen Berg in der Nähe zu unternehmen und danach zum Camp zurück zu kommen. Dadurch würden wir am nächsten Tag eine Gipfelüberschreitung haben und nicht wie vorgesehen den Pt. Lenana auf der selben Route zu besteigen und wieder abzusteigen.
Als wir vom Camp los liefen hatten wir sicherlich noch Minusgrade. Es ging sehr langsam gleich vom Camp weg steil den Berg über Geröll hinauf bis auf ca. 4600m. Dort wurde eine Pause eingelegt und bei reichlich kaltem Wind die Aussicht genossen. Auch den Pt. Lenana hatten wir bei der Gelegenheit schon in Augenschein genommen.
Im Gegensatz zum Aufstieg mit ca. 2,5h brauchten wir für den Abstieg gerade einmal 30 Minuten.
Bei der Rückkehr gab es Mittagessen und anschließend war Ausruhen angesagt. Auch bot das die Gelegenheit seine Tagebuchaufzeichnungen auf den neuesten Stand zu bringen. Vorzugsweise natürlich im Freien vor der Hütte. Allerdings waren doch einige Wolken am Himmel und so wurde es schnell kalt, sobald sich eine davon vor die Sonne schob.
man gönnt sich ja sonnst nichts :-)Der halbe Ruhetag bot auch Gelegenheit die wunderbare Umgebung auf sich einwirken zu lassen. Neben den Bergen gab es rund um die Hütte Senezien (Riesenkreuzkraut) und ein paar zutrauliche Dassies (Klippschliefer), irgendwie so was wie die hiesigen Murmeltiere, genossen die Sonne genau so wie wir.
Um 16:00Uhr war dann wieder mal Tee-Time angesagt. Dazu hatten unsere Köche frisches Gebäck gemacht. Zum Leidwesen unserer Kaffee-Trinker war selbiger inzwischen ausgegangen. Genau so wie die heiße Schokolade. An mir konnte das nun aber nicht liegen, da ich mich von Anfang an an den Tee gehalten hatte.
Am Abend waren dann auch meine Kopfschmerzen fast vollständig verschwunden, worüber ich nicht gerade unglücklich war.
Alt sind wir an dem Abend auch nicht mehr geworden, da die Nacht kurz sein würde und wir gegen 2:00Uhr zu unserem ersten Gipfeltag aufbrechen wollten.


16.10.: Camp Shipton's (4200m) - Mt.Kenia-Gipfelt: Pt. Lenana (4985m) / Camp Meckinder's (4300m)
            - Met Station (3000m)                                                                                                        [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 930Hm + 21Hm /Abstieg: 944Hm + 1095Hm /Strecke: 14,4km /Zeit: 16:56h )

Aufbruch zum Gipfel
Um 1:00Uhr war die Nacht für uns zu Ende. Bei molligen 6°C hatte ich recht gut geschlafen.
Das Gepäck hatten wir schon weitestgehend am Vortag gepackt, so daß wir jetzt mitten in der Nacht damit nicht mehr allzuviel zu tun hatten und nur noch den Rest zusammen packen mußten. Anschließend gab es noch Tee. Frühstück würde es erst nach unserer Gipfelüberschreitung geben, was mich aber auch überhaupt nicht störte.
Glücklicher Weise wollte ich in der Hütte noch ein Foto machen. Meine große Kamera meinte nämlich dazu: "Bitte wechseln sie die Batterie". Ok, nehme ich also erstmal die Kleine. Was sagt die doch zu mir?: "Bitte wechseln sie die Batterie". Ich also erstmal fleißig Batterien, bzw. Akkus gewechselt. Na ja, besser jetzt, als unterwegs.
es war eindeutig kaltUm 2:00Uhr ging es dann pünktlich los. Die Außentemperatur war noch annehmbar. Schätzungsweise etwas unter 0°C.
Im Licht der Stirnlampen war nicht viel zu sehen, so daß wir in einem sehr langsamen Tempo im Gänsemarsch hintereinander her liefen. Nach uns waren noch andere Gruppen vom Camp aus gestartet, welche uns dann aber überholten.
Da das Tempo doch seeeehr langsam war, wurde die Gruppe etwa auf halber Höhe getrennt. Ich war bis dahin mit der gleichen Pulszahl gelaufen, welche ich auch im Camp hatte ohne daß ich einen Berg hoch stieg. Interessant war jedoch, daß der "langsamere" Teil unserer Gruppe noch vor dem Gipfel wieder zu dem "schnelleren" aufschloß. Ohne , daß wir auf sie gewartet haben. :-/
SonnenaufgangWeiter oben wurde es nun auch empfindlich kälter. Vor allen war es windig und die feuchte Luft setzte sich an uns in Form von Eis ab. Mein GPS-Gerät war ebenfalls in Eis eingehüllt, tat aber noch zuverlässig seinen Dienst.
Gipfel: Pt. LenanaIm Gegensatz dazu konnte man das von meinem Trinksack nicht sagen. Obwohl ich nach dem Trinken jeweils den Schlauch leer laufen gelassen hatte, war mir nun das Mundstück eingefrohren. Für den Fall hatte ich ja aber noch meine Thermosflasche dabei. :-)
Kurz vor erreichen des Gipfels ging dann gegen 6:00Uhr die Sonne auf und bot einen herrlichen Blick über die Wolken. Da wußte man doch wieder einmal, wofür man das alles tat.
Die letzten paar Meter zum Gipfel mußten wir noch etwas klettern. Nichts wirklich kompliziertes, lediglich eine kleine Felsstufe war zu überwinden, was wir aber alle meisterten.
Abstieg vom GipfelOben angekommen wurden dann die Gipfelfotos gemacht und die berauschende Aussicht genossen. Allgemeinen Schätzungen zu Folge lag die Temperatur am Gipfel so um die -10°C. Es langte jedenfalls dazu die Handschuhe nicht allzulange ausziehen zu wollen um besser fotografieren zu können.
nach dem Mackinders CampAnschließend machten wir uns an den Abstieg zum Camp Mackinder's, von dem wir nach der ursprünglichen Planung heute auch aufgestiegen wären. Mir persöhnlich gefiehl die Überschreitung des Gipfels jedoch letztlich besser, als ein Abstieg auf der Ausstiegsroute. Wobei man natürlich beim Aufstieg auch dort nichts von der Umgebung gesehen hätte.
Der Weg führte im oberen Teil zunächst über einigermaßen steile Schneefelder. Der Schnee war aber recht "griffig", so daß wir dort recht sicher rüber kamen. Später ging es weiter unten über Geröllhänge weiter, auf denen man recht gut abfahren konnte. Wir waren dabei doch recht zügig unterwegs, was in der Höhe dann doch recht anstrengend wird.
Moor-LandschaftEtwa bei 4200m angekommen, ging es dann flacher werdend talauswärts bis zum Camp Mackinder's weiter. Dort legten wir erstmal eine ausgiebige Pause und bekamen unser wohlverdientes Frühstück und die Launch-Pakete fürs Mittagessen ein.
im RegenwaldAnschließend ging es weiter das Tal auswärts folgend linksseitig über den Bergrücken und über schmale Pfade ohne nennenswerten Höhenverlust durch Grasland. Nach einer weiteren längeren Launch-Pause erwartete uns ein nicht enden wollendes Hochmoor, daß wegelos zu durchqueren war. Ich versuchte möglichst direkt dem Guide zu folgen, da er am meisten Erfahrungen damit hatte, wo man hintreten konnte ohne einzusinken. Ganz gelang mir das aber dann doch nicht, zumal man ja zwischendurch auch mal ein Foto machen wollte. Richtig versinken konnte man in dem Moor sicherlich nicht und so reichte es auch wenn man wußte, in welche Richtung man laufen muß.
in der Met StationAls wir am Ende des Hochmoores den Rand des Regenwaldes erreichten, hatten Hose und Schuhe trotzdem ihr "Fett" weg bekommen. Im Regenwald ging es dann wieder steiler bergab. Zunächst legten wir aber auf einer kleinen Lichtung am Anfang des Regenwaldes eine willkommene Pause ein. Träger und GuidesEinerseits war der Weg durchs Moor doch recht anstrengend gewesen und andererseits hatte sich dadurch die Gruppe recht weit auseinander gezogen.
Der weitere Weg durch den Regenwald hinab war dann etwas trockener. An der Met-Station angekommen waren wir dann doch alle recht froh es geschafft zu haben. Der Tag heute hatte es doch ziemlich in sich gehabt.
Etwa eine viertel Stunde nach unserer Ankunft in der Met-Station hatte es dann noch kurz geregnet. Ich kann nur sagen: gutes Timing. :-)
Nach dem Abendbrot fielen dann auch alle erwartungsgemäß recht schnell ins Bett.



17.10.: Met Station (3000m) - Naro Moru Gate (2000m) / Mountain Rock Lodge                    [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 24Hm /Abstieg: 623Hm /Strecke: 9,07km /Zeit: 2:09h )

Um 7:30Uhr war die Nacht zu Ende.
Zunächst wurden erstmal unsere Sachen gepackt und gefrühstückt. Die heutige Etappe würde ja nicht so lang sein wie die vorhergehenden. Es ging lediglich zum Gate, wo wir unsere Begleitmannschaft verabschieden würden und unser Jeep auf uns wartet.
Kurz nach 9:00Uhr ging es nach dem Frühstück dann los. Unter dem Einfluß der überwältigenden Eindrücke der letzten Tage war derWeg nun nicht mehr ganz so interessant. Von der Met-Station führte eine Fahrstraße bis zum Gate und so absolvierten wir die mit 3 Stunden angegebene Strecke gerade einmal in 2 Stunden und 10 Minuten.
Am Gate angekommen wurde eine Pause eingelegt und wir verabschiedeten unsere Begleitmannschaft mit der Übergabe der Trinkgelder. Das hatten sie sich auch redlich verdient und wir waren mit der Führung dieser ersten Tour in unserem Urlaub überaus zufrieden. Nicht zuletzt natürlich, weil wir alle auf dem Gipfel gestanden hatten.
Clemens meinte unterwegs einmal, daß bei seinen bisherigen Touren durchaus Leute, welche es auf den Pt. Lenana nicht geschafft hatten, dennoch den Kibo erfolgreich bestiegen haben. Das machte natürlich optimistisch für die nächste Besteigung auf den Kibo.
Zunächst ging es aber mit dem Jeep zur Lodge. Ich empfand es als sehr angenehm, daß wir das erste Erlebnis hinter uns hatten und trotzdem der Urlaub noch nicht zu Ende war. Im Grunde genommen war ja erst ein Drittel vorbei. :-)
Kurz nach der Abfahrt vom Gate warf dann die nun anstehende Safari ihre Schatten auch schon voraus. Jedenfalls legten wir gleich wieder einen Kurzen Fotostop ein um eine Pavianherde zu beobachten, bevor es dann weiter zur Lodge ging. Dort angekommen gab es dann auch gleich Mittagessen. Das Bier schmeckte nach all dem Tee und Wasser der letzten Tage gleich doppelt so gut.
Den Rest des Tages hatten wir dann zur freien Verfügung und nutzten ihn zum Relaxen.
Nach dem  wir erstmal ausgiebig geduscht hatten, einen Luxus, den man am Berg halt nicht hat, ging ich mit Niko am See gemütlich einen Kaffee trinken. Anschließend zogen wir ins TV-Zimmer (Kaminzimmer) um, wo wir die meisten anderen unserer Gruppe trafen und gemeinsam noch ein leckeres Bierchen tranken.
Nach dem Abendessen gegen 19:30Uhr ging es wieder zurück ins Kaminzimmer zu einem musikalischen Abend mit afrikanischen Tänzen. Die Show war wirklich gut gemacht und wir hatten alle viel Spaß.
So wurde es dann doch auch recht spät, bevor wir ins Bett fanden, obwohl die Abfahrt am kommenden Tag schon auf 5:00Uhr angesetzt war. Die Fahrt in den Abroseli Nationalpark würde halt sehr lang werden und am Nachmittag stand ja dann auch schon der 1.Teil der Safari an.

Übergabe der Trinkgelder 

eine Pavian-Herde

am Mountain Rock Hotel

18.10: Ambroseli-Nationalpark (Safari)

Markttag
Die Nacht war kurz und wir standen schon um 4:00Uhr auf. Gegen 4:30Uhr ging es dann zum Frühstück und die letzten Leute wurden noch geweckt.
Kurz nach 5:00Uhr starteten wir dann auch recht pünktlich mit 2 Kleinbussen in Richtung des Ambroseli Nationalparks am Fuße des Kilimanjaros. Draußen war es um die Zeit noch dunkel und so nutzten wir die Gelegenheit gleich um unser Schlafdefizit etwas aufzuarbeiten.
In Nairobi steuerten wir erst einmal unser Hotel vom Touranfang an um dort die Busse zu wechseln. Natürlich nicht ohne vorher im Stau gestanden zu haben. Nach dem kurzen Aufenthalt dort ging es weiter in den Nationalpark.
auf der Fahrt zum Ambroseli-NationalparkUnsere Lodge befand sich mitten im Park, und so konnten wir schon bei der Anfahrt reichlich Tiere (Giraffen, Gazellen, Zebras) beobachten.
Dort angekommen belegten wir nur kurz unsere Zimmer und bekamen anschließend gegen 15:00Uhr ein spätes Mittagessen. Den Speisesaal hatten wir um diese Uhrzeit für uns allein. Aber das störte nicht und das Essen was sie uns auftischten war echt lecker und selbst dabei sah man draußen die Zebras, welche bis an den nahen Zaun der Lodge heran kamen.
auf der Fahrt zum Ambroseli-NationalparkGegen 17:00Uhr ging es dann in den Kleinbussen für ca. 1,5 Stunden auf Safari. Auch hier war unsere kleine Gruppe von Vorteil, da pro Kleinbus lediglich jeweils 4 Leute nach den besten Fotomotiven Ausschau hielten. Bei den Kleinbussen waren während der Safari-Fahrt die Dächer hoch geklappt, so daß man im Bus stehen konnte und freie Sicht auf die Elefanten, Löwen, Gnus, Zebras und Antilopen hatte.
Bei Sonnenuntergang ging es dann zur Lodge zurück, wo wir dann bei einem Bier die phantastischen Eindrücke auswerteten.
Gegen 20:00Uhr war es dann Zeit fürs Abendessen. Der Speisesaal war jetzt natürlich komplett belegt. Trotzdem fühlte man sich aber nicht bedrängt und das große Bufett gab auch für jeden Gaschmack etwas her.
Nach dem Abendessen haben wir dann doch wieder recht lange an der Bar gesessen. Wie es schien waren sogar die Angestellten schon vor uns ins Bett gegangen.

 

 

 

 

selbst auf der Toilette geht die Safari weiter ;-) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



19.10: Ambroseli-Nationalpark (Safari) / Moshi

VERSCHLAFEN!!! :-(((
Gerade heute mußten Niko und ich uns von Clemens aus dem Bett schmeißen lassen. Jedenfalls klopfte es um 6:35Uhr recht heftig an der Tür und wir wußten sofort, daß wir verschlafen hatten. Keiner von uns beiden hatte am Vorabend daran gedacht den Wecker zu stellen. :-(
Es hieß also: Nix wie raus! Die Abfahrt war für 6:30Uhr geplant gewesen und wir rafften schnell die nötigsten Sachen  zusammen. Am wichtigsten natürlich der Fotoapparat und die Sonnencreme sollte natürlich auch nicht fehlen. Anschließend noch ein Dauerlauf von unserer Unterkunft zu den wartenden Kleinbussen und so konnten wir dann endlich mit 15 Minuten Verspätung und einem schlechten Gewissen um 6:45Uhr zu unserer 2. Safari starten.
Als Highlight konnten wir noch einen Löwen beobachten, der gerade sein Frühstück in Form eines Zebras anvisierte. Er hatte sich direkt neben dem Fahrweg auf die Lauer gelegt und war inzwischen von gut einem halben Duzend Safari-Autos belagert, welche alle gespannt darauf warteten, was nun passieren würde. Eine richtige Chance hatte unser Löwe allerdings nicht. Das Zebra war doch recht weit entfernt und hielt Blickkontakt mit dem Löwen. So mußte er sich dann auch letztendlich sein Frühstück woanders besorgen. Zunächst wurde er allerdings erst mal selbst zum Gejagten, da er einem Elefanten zu nahe kam und dem das gar nicht gefiel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegen 8:30Uhr kehrten wir in die Lodge zurück, wo wir erstmal das Frühstücksbufett wohlwollend nicht nur in Augenschein nahmen. Nach dem Frühstück wurden noch die Sachen zusammen gepackt, bevor es in Richtung Tansania weiter ging, wo ja der 3.Teil unseres Urlaubs statt finden sollte, die Besteigung des Kilimanjaros. Zunächst mußten wir aber erstmal dort hin kommen, was wieder mit viel Fahrerei zu tun hatten.
Wir befanden uns zwar auf der Nordseite des Kilimanjaros und wollten auch von Norden her auf der Rongai-Route aufsteigen, allerdings waren wir noch im falschen Land. Unser  Grenzübergang von Kenia nach Tansania befindet sich westlich vom Kibo, die Zufahrt zu unserem Gate kam allerdings von Osten her, was bedeutete, daß wir zunächst das gesamte Kibo-Massiv umfahren mußten.
An dieser Stelle möchte ich mal sagen, daß die langen Fahrten durchaus kein Nachteil der Reise waren, sondern eher ein Vorteil. So hatten dabei reichlich Gelegenheit weite Teile der Landschaft Kenias und Tansanias zu genießen.
Masai-Die Grenzformalitäten wurden für uns von Clemens erledigt, nachdem wir lediglich die nötigen Formulare ausgefüllt hatten. Ebenfalls wurden wir in Tansania nun von einer anderen Agentur betreut, was bedeutete, daß wir neue Fahrzeuge bekamen und auch nur noch mit einem Bus unterwegs waren. Mittag gab es diesmal in Form von Lunch-Päckchen am Straßenrand.
Die Aussicht auf die Berge in der Umgebung, dem Mt.Meru (ebenfalls ein Berg, den man gut zur Aklimatisierung nutzen kann) und natürlich den Kibo hielt sich in Grenzen, da sie in dicken Wolken hingen. In meinen Urlaubskarten, welche ich bisher zwischenzeitlich geschrieben hatte, berichtete ich immer "stolz", daß wir bisher nur gutes Wetter hatten. Halt mal abgesehen von dem bischen Regen, nachdem wir in der Met Station angekommen waren. Nun fuhren wir allerdings in einen heftigen Wolkenbruch hinein und waren froh, daß wir nicht gerade zu Fuß unterwegs waren. Der Fahrer mußte jedoch trotzdem hinaus, um unser Gepäck auf dem Dach zu kontrollieren. Es wäre wirklich nicht so toll gewesen, wenn unsere Rucksäcke naß geworden wären. Der Regen hörte dann aber beizeiten wieder auf und man hat wieder was durch die Scheiben sehen können, welche während des Regens total beschlagen waren. Auch das Gepäck war trocken geblieben.
In der Lodge angekommen checkten wir nur kurz ein und brachten die Sachen auf's Zimmer. Noch schnell das Ladegerät für meine Akkus in die Steckdose gesteckt, die Badehose angezogen und schon konnte es in den Pool gehen. Auch das Bier wurde gleich an den Beckenrand serviert. Was will man mehr. :-)
Niko und ich waren die Ersten. Nach und nach kamen die anderen dann auch. Eine schöne Art auf das Abendessen zu warten.
Nach dem Abendessen gab uns Clemens noch eine kurze Einweisung über die Kibo-Besteigung, was dann nahtlos in einen gemütlichen Abend überging, der auch wieder recht spät wurde. Das Bier war hier mit 1 USD auch wesentlich erschwinglicher, als im Ambroseli-Nationalpark, wo es noch 4USD gekostet hatte.
Nachdem wir auf die Zimmer gegangen waren, packten wir noch unsere Sachen für den nächsten Tag. Den Wecker hatte ich bereits beim Abendessen auf 6:00Uhr gestellt. Sicher ist sicher, ein Mal verschlafen reicht. Die Abfahrt war für 8:00Uhr geplant, was genug Zeit für ein gemütliches Frühstück lassen sollte.


20.10.: Moshi - Rongai Gate (1900m) - Camp First Cave (2700m)                                             [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 582Hm /Abstieg: 0Hm /Strecke: 6,54km /Zeit: 3:07h )

Blick zum Kibo von SüdenVerwiegung des Gepäcks
Heute sollte nun also die Kibobesteigung beginnen. Immerhin ein Gipfel von fast 6000m, wo ich zu Hause schon gefragt wurde, ob man dort Flaschensauerstoff mitnehmen müßte. ;-) Wie ich bereits im Vorfeld mehrfach gehört habe, zählt der Kibo zu den am meisten unterschätzten Bergen. Er ist halt technisch völlig unspektakulär, aber er ist halt hoch und Höhe braucht Zeit.
6:50 Uhr gingen wir zum frühstücken. Das Angebot war anfangs noch recht übersichtlich. So hätte man den Berg bestimmt nicht geschafft. Man brachte dann aber noch Würstchen, Eier und Speck, so daß wir wieder guten Mutes waren nicht schon hier unten unsere Kräfte zu verlieren.
Nachdem wir im Anschluß dann unsere Sachen aus den Zimmern geholt hatten warteten wir auf unseren Bus, der mit leichter Verspätung eintraf. Es war ein Reisebus mit reichlich Platz.
Nach einer kurzen Fahrt trafen wir auch unsere Guides. Sie kümmerten sich darum, daß die Verpflegung und Ausrüstung für die nächsten Tage auf dem Dach verstaut wurde.  Ebenfalls wurden unsere BigPacks (Treckingrucksäcke) gewogen, welche ja später von den Portern (Trägern) transportiert werden würden. Wenn ich es richtig mitbekommen hatte, wog meins 15kg, wobei ich zugeben muß, daß ich da noch Gewicht eingespart hätte, wenn ich es selbst hätte tragen müssen. Meinen Tagesrucksack hatte ich dann auch noch mal schnell an die Waage gehangen. Da kamen dann auch immerhin 11kg zusammen, wobei ein Teil davon halt das Wasser in den Trinkflaschen war.
Fahrt mit dem Bus zum GateMarkttag Gabi hatte bereits seit dem Abstieg vom Mt.Kenia Probleme mit den Zehen gehabt. Trotz Fußbädern und tatkräftiger Unterstützung von Uwe K. (Kinderarzt) war die Angelegenheit noch nicht ganz überstanden. Sie bekam dann noch ein paar andere Schuhe, wo der Zehenverband mit drin Platz hatte. Irgendwie erinnerte mich das an meine Island-Trekking-Tour, wo ich auch mit 2 verbundenen Zehen startete. Damals ging es gut. :-)
Nachdem also das ganze Gepäck verladen war, fuhren wir weiter zu unserer Mauli-Tours-Agentur. Auch unsere Urlaubskarten konnten wir gleich dort lassen und ein paar Souveniers erhandeln. Ich besorgte mir noch einen Hut für 5 USD (Startpreis 15 USD), da ich lediglich eine Kappe mit hatte. Der würde mir später einfach mehr Schatten spenden. Gabi und Andrea erhandelten sich noch 2 hübsche Tücher für 12 USD. Bei einem Anfangspreis von 45 USD für eins. Uwe K. besorgte in einer Apotheke noch ein paar Medikamente. Nur für den Fall, daß es mit Gabis Fuß unterwegs schlimmer werden würde; auch wenn er schon vorher gut ausgestattet war.
Nun konnte es aber endlich auch los gehen, wofür wir noch mal um den halben Berg herum fahren mußten um zum Ausgangspunkt derRongai-Route auf der Nordseite des Bergmassivs zu kommen. Unterwegs sammelten wir auch noch unsere restlichen Träger ein, wobei sich der Bus dann auch recht gut füllte. Es ist schon recht beeindruckend, wie viel Aufwand für 8 Personen nötig ist.
Der Weg zum Gate führte an den Hängen des Kibo-Massivs entlang durch fruchtbare Plantagen. Hier werden bis zu 3 Fruchtfolgen gleichzeitig angebaut. In Bodennähe findet man hauptsächlich Kaffee, Bohnen oder Mais. Darüber dann Bananen, welche dann noch von Mangos oder anderen Baumfrüchten überragt werden.
Am Gate angekommen wurden noch einmal kurz die Sachen geordnet. Auch wurde das Gewicht überprüft, welches die einzelnen Träger auf der Tour tragen würden.
Dann ging es zunächst einmal mit einem gemütlichen Waldspaziergang los. Eine wirklich staubige Angelegenheit. Allerdings war mir der Staub lieber, als wenn es geregnet und sich der Staub in Schlamm verwandelt hätte.
Die Etappe bis zum ersten Camp war nicht sehr lang und so kamen wir dort kurz vor Einbruch der Dunkelheit an. Das Camp bestand aus mehreren Lichtungen und ein paar Toiletten-Häuschen. Feste Unterkünfte gibt es auf der Naro-Moru-Route nicht. Die Zelte hatten unsere Träger aber schon aufgebaut und wir bekamen warmes Wasser zum Hände waschen gereicht. Auch mußten wir uns noch einmal im Gästebuch eintragen.
am Gate wirddasGepäck der Träger noch mal gewogenNachdem wir unsere Zelte kurz bezogen hatten trafen wir uns alle im Gemeinschaftszelt zum gemütlichen Abendessen bei Kerzenschein. Erst als die Kerzen runter gebrannt waren, verzogen wir uns in unsere Zelte. Der Platz in den 2-Mann-Zelten reichte gerade so aus. Schließlich mußte ja jeweils noch unser Tagesrucksack und das BigPack mit untergebracht werden.

 

 

Anmeldung im Camp First Cave 



21.10.: Camp First Cave (2700m) - Second Cave - Camp Kikeleva (3600m)                              [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 890Hm + 283Hm /Abstieg: 0Hm + 107Hm /Strecke: 11,1km /Zeit: 9:34h )

Camp First Cave
Die Nacht hatte ich bei 12°C im Zelt super geschlafen. Auch weder geschwitzt noch gefroren, was bei einem Schlafsack, der für -10°C im Komfortbereich ausgelegt ist, nicht immer so gut zu regulieren ist.
Um 7:00Uhr gab es Beding Tee. Der war eigendlich zum aufstehen gedacht. Allerdings waren wir schon vorher auf den Beinen und genossen die Aussicht auf den Kili und den Mawenzi. Leider steckten die Gipfel aber wieder einmal in den Wolken.
Wir packten dann erstmal unsere Sachen und trafen uns zum Frühstück im Gemeinschaftszelt. Den Abbau der Zelte übernahmen wieder die Träger, auch wenn in der Tourenbeschreibung von Wikkinger drin stand, daß wir den Auf- und Abbau der Zelte selbst übernehmen müßten. Na ja, man wird seine Erfahrungen gemacht haben. ;-)
Der weitere Weg führte zunächst noch ein Stück durch Regenwald weiter, später dann durch Heidelandschaft zum Second-Cave, wo wir eine gemütliche Pause einlegten. Der Tisch war von den Trägern bereits gedeckt worden. Selbst Tischtücher fehlten nicht. Es gab Suppe, Toast und Hühnchen. Alles rundum lecker.
Pause am Second CaveDie Höhlen auf unserer Strecke dienten früher als Übernachtungsmöglichkeiten. Abwohl die Rongai-Route relativ wenig begangen wird, würden die Höhlen heute aber wohl nicht mehr ausreichen.
Nachdem wir unser Mittagessen beendet hatten, ging es dann weiter durch Heidelandschaft, wobei diese auf dem weiteren Weg teilweise großflächig abgebrannt war. Warum, konnte niemand so richtig beantworten. Aber sicherlich durch Blitzschlag, vielleicht natürlich auch durch unvorsichtige Bergsteiger.
im GemeinschaftszeltAb dem Second Cave führte der Weg größtenteils auf gleicher Höhe weiter in Richtung Mawenzi zum Camp Kinkelewa, wo die Zelte bereits wieder aufgebaut waren und gleich bezogen werden konnten. Auch konnten wir uns endlich waschen. Zumindest so weit das mittels den von unsrer Begleitmannschaft in Plasteschüsseln bereitgestellten Wasser möglich war. Wir sahen aber auch wirklich aus wie die Schw..., Dreckspatzen.
Anschließend gab es dann im Gemeinschaftszelt Erdnüsse und frisch gemachte Quarkkeulchen um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken. Es ist schon echt beeindruckend, was die Köche so auf der Tour zusammen zauberten, zumal ja alle Utensilien von Anfang an mitgeschleppt werden mußten.
Ach ja, Tee gab es natürlich auch. Schließlich verlangt der Körper in der Höhe wieder nach reichlich Flüssigkeit um sich an die Höhe anpassen zu können.
Clemens kämpfte mit den Tücken der Technik in Form eines Handys, auf dem er schon seit "Stunden" versucht eine SMS zu schreiben. Alt sind wir an dem Abend auch nicht mehr geworden und verschwanden so gegen 19:30 Uhr in unseren Zelten.


22.10.: Camp Kikeleva (3600m) - Camp Mawenzi Tarn (4300m) / Akklimatisierungstour         [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 684Hm + 117Hm /Abstieg: 14Hm + 115Hm / Strecke: 5,1km /Zeit: 8:37h )

Sonnenaufgang am Camp Kinkelevader Kibo in den ersten Sonnenstrahlen des Tages
Die Nächte wurden nun doch langsam kühler. Früh hatte ich im Zelt eine Temperatur von immer noch molligen 5°C gemessen. In der Nacht hatte es kurzzeitig, aber heftig geregnet. Früh war davon allerdings nicht mehr viel zu sehen.
Um 5:30 Uhr standen wir freiwillig auf um den herrlichen Blick auf den Mawenzi und den Kili in der aufgehenden Sonne zu genießen.
Nach einer einfachen Morgenwäsche an den uns schon bekannten kleinen Plastikschüsseln starteten wir dann gegen 8:30Uhr zu unserer heute recht kurzen Etappe. Meine Tagebuchaufzeichnungen von Unterwegs sagen interessanter Weise nichts über ein Frühstück aus. Es werden doch wohl nicht schon die ersten Ausfallerscheinungen auf Grund der Höhe sein? Ich bin mir jedoch im Nachhinein recht sicher, daß es eins gab.
meinereinerAm Kili war ich bisher ohne Stöcke gelaufen und hatte diese am Rucksack gelassen. Da es heute jedoch etwas steiler werden sollte, wurden sie nun aktiviert. Los ging es wie immer in einer gemütlichen Gangart durch immer noch verbranntes Gebiet.
Pole PoleCamp Mawenzi TarnDas Wetter meinte es wirklich gut mit uns. Es war zwar kalt, aber sonnig und vor allem trocken. Wärmer wurde es später dann auch noch, so daß ich meine langärmlichen Sachen durch kurzärmliche ersetzen konnte. Jedoch nicht für lange, da mit zunehmender Höhe auch die Temperatur wieder viel. Uwe Z. und ich waren zusammen mit einem Guide später etwas vor gelaufen, so daß wir das Camp etwa 20' vor den übrigen erreichten, welche unterwegs auch noch mal eine kurze Rast eingelegt hatten.
Uwe K. hatte Niko und mich im letzten Camp gefragt, ob er und Gabi nicht auch mal in ein großes Doppelzelt dürfte. Sie hatten beide Einzelplätze, waren jedoch wegen der Kälte zusammen in ein Einzelzelt gezogen. Da in den Doppelzelten für 2 Personen nebst Gepäck nicht gerade üppig Platz war, war der Wunsch durchaus verständlich. Niko und ich hatten gute Schlafsäcke und wir brauchten uns um die Temperaturen nicht wirklich Sorgen machen und wir waren damit einverstanden und ich zog in ein Einzelzelt, womit allen geholfen war.
Nach dem Mittagessen brachen wir noch einmal zu einer kurzen Akklimatisationstour auf. Ein Akklimatisationstag am Kili war ja nicht mehr vorgesehen und so stiegen wir zumindest noch mal ca. 120Hm auf einen Bergrücken.
Wieder zurück im Camp blieb genug Zeit zum Relaxen und unsere Tagebuchaufzeichnungen auf den laufenden Stand zu bringen.



23.10.: Camp Mawenzi Tarn (4300m) - Camp School (4750m)                                                   [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 607Hm /Abstieg: 185Hm /Strecke: 8,88km /Zeit: 7:00h )

das Ziel im Visier
Heute sollte uns nun unsere Tour vom Mawenzi direkt an den Fuß des Kili zur School Hut bringen. Ich war schon bei Zeiten wach und nutzte die Zeit für einen kleinen Spaziergang um den dortigen "See" und in der Nähe des Camps, bevor es um 7:00Uhr den morgentlichen Tee und unser Frühstück gab.
Der Weg führte vom Mawenzi weg über den Kibo-Sattel in Richtung Kibo Hut, zweigt dann aber nach rechts hin zur School Hut ab. Gab es Anfangs auf dem Weg noch ein paar einzelne Gräser, waren diese dann später auch verschwunden und wir liefen über eine triste Steinwüste. Allerdings mit unserem Ziel, dem Kili-Gipfel vor Augen.
Kurz nach der Abzweigung machten wir Rast um unsere Lunch-Pakete zu verzehren. Die heutige Etappe war größtenteils relativ flach. Lediglich zum Schluß der Anstieg zum Camp führte bereits den Kili steil hinauf.
im Camp SchoolOben angekommen bezogen wir wieder unsere Zelte und genossen unser Abendbrot. Auch packten wir unsere Sachen für den morgigen Gipfeltag. Es sollte schließlich mitten in der Nacht los gehen und wer will da schon noch groß packen. Auf Anraten von Clemens probierten wir auch schon mal die Anzugsordnung für den Aufstieg aus. Die Auswahl war eigentlich nicht so schwer. Ich zog einfach alles das übereinander an, was mein Rucksack her gab: lange Unterwäsche, Wanderhose, Regenhose, Wanderhemd, Fleece-Shirt, Fleece-Weste, Wetterjacke. Handschuhe und Mütze auch nicht zu vergessen.
Nachdem ich mit daraus wieder befreit hatte, hieß es dann auch gegen 19:00Uhr sich in den Schlafsack zurück zu ziehen und darüber nachzudenken, was uns am nächsten Tag (bzw. in der Nacht) erwarten würde.



24.10.: Camp School (4750m) - Kilimanjaro (5896m) - Kibo Hütten - Horombo Hütten (3725m)              [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 1130Hm + 6Hm /Abstieg: 1154Hm + 920Hm /Strecke: 19,7km /Zeit: 15:03h )

Aufstieg zum Gipfel
Um 23:00Uhr war die Nacht dann auch schon wieder vorbei. Zu Hause wäre mir das sogar noch zu zeitig gewesen um ins Bett zu verschwinden. Aber egal, schließlich ist man ja hier im Urlaub. :-)
Die nächtliche Verpflegung beschränkte sich wie schon zum Gipfeltag am Mt. Kenia auf Tee und Kekse und nachdem wir unsere Sachen zusammen geräumt hatten starteten wir pünktlich um 0:00Uhr bei -5°C. Im Zelt hatte ich beim Aufstehen glatte 0°C gemessen.
Obwohl es mitten in der Nacht war, war es doch dank des Fast-Vollmondes ziemlich hell. So ließ ich die Stirnlampe auch erstmal aus, als es im gewohnten Schleichtempo los ging. Da die School-Hut etwas neben der normalen Aufstiegsroute von den Kibohütten (der Marangu-Route) lag, ging es zunächst erstmal etwas flacher mit einigen steileren Passagen am Hang entlang zu dieser hinüber.
Sonnenaufgang hinter dem MawenziAnfangs hatte ich das Gefühl beim Laufen einzuschlafen. Wobei ich es nicht wirklich richtig einordnen konnte. Es hätten auch leichte Schwindelanfälle gewesen sein können. Schließlich bewegten wir uns inzwischen oberhalb unserer bisher erreichten Höhe vom Mt. Kenia.
An der Hans Meyer-Höhle waren wir dann nicht mehr alleine auf unserer Strecke, da wir kurz davor auf die Gruppen stießen, welche auf der Marangu-Route  von den Kibo-Hütten herauf kamen. Das war der weit aus größere Teil der Gipfelstürmer.
Gillmans PointInzwischen war auch der Mond hinter dem Gipfel verschwunden und wir liefen im Schein unserer Stirnlampen. Zusammen mit den anderen Gruppen konnte man an der Lichterkette so nun ganz gut sehen, wie weit es noch bis zum Gillmans Point sein würde. Da hatten wir doch noch ein gutes Stück vor uns.
Nicht weit oberhalb der Höhle hatten wir unsere Gruppe wieder aufgeteilt. Gabi hatte doch einige Probleme mit ihrem Fuß. Uwe K. und Niko blieben auch noch bei ihr, so daß sie nicht alleine laufen mußte und als seelische Unterstützung um sicher zu stellen, daß sie auch oben ankommen würde.
Zum Sonnenaufgang um 6:00Uhr hatten beide Gruppen noch nicht den Gillmans Point erreicht. Die 1.Gruppe war jedoch schon weit genug oben um  ein paar schöne Foto- und Videoaufnahmen zu machen. Auch wenn mich meine beiden Kameras wieder mit der Meldung "Bitte wechseln sie die Batterie" nervten. :-(((
GletscherKurz darauf hatten wir dann aber doch den Kraterrand erreicht und konnten unsere "Gipfel"-Fotos machen. Der Gillmans Point zählt bereits als erfolgreiche Kibo-Besteigung. Es stand jedoch für alle außer Frage daß wir weiter zum Uhuru Peak gehen würden. Erstmal genossen wir aber unsere wohlverdiente Pause und den Ausblick über den Krater, auf die Gletscher und in die Umgebung.
Da die langsamere Gruppe von uns doch recht weit zurück gefallen war machten wir uns ohne sie auf den Weg in Richtung Uhuru Peak. Bis zum Gillmans Point waren uns noch keine Leute entgegen gekommen, was hieß, daß bisher alle weiter zum Gipfel gelaufen waren. Das lag sicherlich nicht zuletzt an dem Wetter, was voll und ganz auf unserer Seite stand: sonnig und fast windstill. Die Temperatur lag wie am Mt.Kenia sicherlich auch so bei -10°C, war aber zu dort kein Vergleich und wesentlich angenehmer.
GletscherDer Weg zum Uhuru Peak zieht sich etwas hin, ist aber wunderschön, da man alle paar Meter neue Aussichten auf die Gletscher hat, welche aussehen wie der von Christo verpackte Reichstag. Der zu überwindende Höhenunterschied beträgt hier noch einmal ca. 200Hm. Andrea und Wolfgang hatten doch ein paar Probleme auf den letzten paar Höhenmetern. Unser Guide nahm ihnen noch ihre Rucksäcke ab und so kämpften sie sich tapfer bis zum Gipfel hoch. Letztlich standen Clemens, Andrea, Wolfgang, Uwe Z. und ich glücklich auf dem höchsten Punkt Afrikas und machten unsere Gipfelfotos.
die letzten Meter zum Uhuru PeakSpäter kam auch unsere 2. Gruppe auf dem Gipfel an. Erfreulicher Weise komplett mit Gabi, Uwe K. und Niko. Das Gruppenfoto vor der Gipfel-Tafel war leider trotzdem nicht vollzählig, da Andrea und Wolfgang sich kurz vorher wieder auf den Rückweg gemacht hatten. Trotzdem bleibt festzuhalten, daß 100% unserer Gruppe den Gipfel erreicht haben. Nicht zuletzt ist das sicherlich auch der Verdienst von Clemens, der Guides bis hin zu der gesamten Begleitmannschaft.
Im nachhinein muß man sagen, daß es uns auf dem Gipfel scheinbar ganz gut gefallen hat. Zumindest verließen wir diesen als letzte Gruppe.
Auf dem Rückweg wurde noch am Gillmans-Point das "Gipfel"-Foto von Uwe Z. nachgeholt. Nach einer Pause dort ging es an den Abstieg zu den Kibo-Hütten.

Christo war hier ;-)

Der Weg führte oben noch in Serpentinen den Hang hinab. Bald konnte man im lockeren Schutt "abfahren". Glücklicher Weise hatte ich noch meine Gletscherbrille auf, da man dabei eine riesen Staubfahne aufwirbelte. Anfangs war der Hang immer noch recht steil und man konnte die Geschwindigkeit mit der man den Hang hinab fuhr leicht unterschätzen. Als ich merkte, daß ich mal kurz zum verschnaufen anhalten mußte, brauchte ich dafür ca. 100Hm!!!!
geschafft: Uhuru PeakDie Schutt-Spur führt fast bis vor die Kibo-Hütten, so daß man dort recht schnell ankam. Immerhin ein Abstieg von ca. 1000Hm im Schutt. Ich hatte beim Abstieg nicht mehr auf die Geschwindigkeit geachtet, so daß ich doch ganz schön außer Atem gekommen war. Aber es konnte ja nichts mehr passieren. Wir hatten beide Gipfel geschafft und freuten uns auf den Pool in der Lodge, in welche wir in 2 Tagen wieder einziehen würden. Wenn man sich nach unserer Ankunft bei den Kibo-Hütten so ansah, war ein Bad auch dringend nötig. Wir waren von Kopf bis Fuß völlig eingestaubt.
An den Kibo-Hütten war ein reges Treiben, da sich dort die vom Gipfel kommenden mit denen trafen, welche noch hoch wollten und dort einen Aklimatisationstag einlegten. Ich war jedenfalls froh, daß wir die Marangu-Route nicht für den Aufstieg benutzt hatten.
knapp 1000Hm Abstieg in ca. 1/2hUnsere Träger hatten bereits unser Gemeinschaftszelt aufgestellt und auch unsere Big-Packs waren dort, so daß wir unsere Sachen umpacken konnten. Schließlich war es nun schon wieder wesentlich wärmer.
Als ich mit Andrea und Wolfgang ankamen wurden wir jedoch erstmal von einer fremden Träger-Gruppe mit Gesang und Tänzen begrüßt. Sie hatten uns einfach verwechselt und uns für ihre Leute gehalten. Wir fanden es toll, den Trägern war es scheinbar etwas peinlich. :-)
Im Gemeinschaftszelt stärkten wir uns erstmal bei Suppe und Sandwiches, bevor wir gegen 13:30Uhr durch die Kibo-Wüste zu den Horombo-Hütten weiter zogen. Später kam dann wieder etwas Grün (Grasland, Lobelien) vor unsere Augen.
Auch bei den Horombo-Hütten herrschte erwartungsgemäß ein reger Betrieb. Alle von uns waren jedoch froh am heutigen Tag endlich nach gut 16 Stunden am Ziel angekommen zu sein. Einige ließen den obligatorischen Tee auch gleich aus und legten sich lieber auf's Ohr.
Zum Abendbrot (Hähnchen, Gemüse, Reis, Souce) genemigten wir uns zur Feier des Tages noch ein Bier der Marke "Safari". Wir für unseren Gipfelsieg und Clemens, der ja schon öffters auf dem Gipfel gestanden hatte, für seine erste 100%-Quote.
Ich wurde an diesem Abend dann auch nicht mehr alt. Dafür war ich wie die anderen einfach zu geschafft. Ebenfalls zu geschafft war ich um mir um den Sturm Sorgen zu machen, der in der Nacht draußen am Zelt rüttelte. Ich zog meine Ohrstöpsel zur Hilfe herbei und schlief wunderbar.


25.10.: Horombo Hütten (3725m) - Marangu-Gate (1800m) - Moshi                                          [Höhenprofil]
            (Aufstieg: 32Hm /Abstieg: 1758Hm /Strecke: 19,3km /Zeit: 6:21h )

Horombo-Hütten
Am nächsten Morgen sah es in meinem Zelt wie auf einem Schlachtfeld aus. Das lag allerdings nicht am Sturm in der Nacht, sondern weil ich meine Sachen im Zelt am Vortag einfach gut verteilt hatte.
Heute sollte nun der Abstieg zum Marangu-Gate erfolgen. Alle freuten sich schon auf eine Dusche und den Pool in der Lodge. Endlich mal wieder richtig sauber sein. Wann wir am Tag darauf dann abfliegen würden wußten wir alle noch nicht. Auch Clemens würde das erst bei unserer Rückkehr in der Agentur in Moshi erfahren.
sie haben es noch vor sich...Um 6:30Uhr gab es jedoch erstmal unseren Beding-Tee, bevor es nach dem Frühstück wieder los ging. Zunächst führte der Weg durch Heide und Moorland, später durch Regenwald zur Marangu-Hütte. Der Weg durchs Moorland war diesmal aber nicht wie beim Abstieg vom Mt.Kenia wegelos, sondern auf einem breiten Wanderweg und man bekam vom Moor nicht allzuviel mit.
Trotzdem kamen wir nur schleppend voran. Das lag einfach daran, daß wir von der Landschaft ständig dazu genötigt wurden Bilder zu machen.
Mitten im Regenwald erreichten wir dann die Marangu-Hütte, wo wir Mittag machten, bevor es anschließend auf angelegten Wanderwegen weiter hinab zum Gate ging.
Horombo-HüttenUnterwegs kam uns dann noch eine Schule entgegen. Besser gesagt halt die Schüler der Schule, welche scheinbar einen Ausflug machten. So wurden wir auch einmal von anderen fotografiert und die Bilder hängen jetzt vielleicht in einem Klassenraum in Tansania.
Am Gate angekommen, hatten wir erstmal etwas Zeit, während sich Clemens und die Guides darum kümmerten, daß unsere Urkunden vom Gipfel ausgestellt wurden. Als das erledigt war liefen wir noch ein kurzes Stück zu unserem Bus, welcher uns in die Lodge fahren würde.
das Gefährt für den Notfall / hier nur zum SpaßZuvor verabschiedeten wir uns jedoch noch mit der Übergabe der Trinkgelder von unserer Begleitmannschaft, welche uns auch noch einmal ein Ständchen zum besten gaben.
Auf der Busfahrt zur Lodge stiegen die Träger nach und nach aus, sofern sie nicht in einem seperaten Bus gefahren wareen. Die Guides fuhren mit uns weiter bis zur Agentur in Moshi.
Dort angekommen bekam Clemens dann auch unsere Flutickets nach Nairobi. Der Abflug würde erst am Nachmittag sein, so daß wir noch einen halben Tag in der Lodge haben würden. In der Agentur hatten wir dann auch gleich die Möglichkeit die Urkunde von der Äquator-Überquerung und die Adressliste von uns zu kopieren, um sie später für das Nachtreffen, welches bei Wikinger-Reisen üblich ist und auch noch einmal mit Geldern bezuschußt wird, absprechen zu können.
auch die Maskottchen wollen Nach der Ankunft mit dem Bus in der Lodge bezogen wir kurz unsere Zimmer. Dann ging es für den größten Teil unserer Gruppe auch schon in den Pool, wo das Bier auch nicht lange auf sich waren ließ. Leider war das Wetter doch etwas kühl, so daß es mir dann auch irgend wann zu kalt wurde.
Später trafen wir uns dann alle zum Abendessen und zu einem gemütlichen Abschiedsabend. Jetzt bekamen wir auch unsere Kibo-Urkunden, welche Clemens bis dahin selbst verwahrt hatte.
Wir sprachen dann noch gut dem Bier zu, was die Kellner scheinbar dazu animiert hat noch selbst gleich ein paar Bier mit dazu zu zählen. :-/


 

 

 

am Gate 

Verabschiedung 

 


26.10.: Transfer nach Nairobi

im Ort
Nach dem Aufstehen wurde erst mal das Schlachtfeld, welches in meinem Zimmer herrschte, in den Rucksack verstaut. Am Vortag hatte ich einfach alles auseinander gerissen um meine Badehose zu finden. Trennen mußte man ja heute das Gepäck nur noch für den Rückflug nach Deutschland.
Zunächst trafen wir uns jedoch alle zum Frühstück.
spielende KinderDa wir den Vormittag ja nun noch zur freien Verfügung hatten, unternahm ein Teil von uns noch einen Spaziergang durch den Ort. Zunächst einfach die Hauptstraße entlang und zurück teilweise durch's "Hinterland". Zurück in der Lodge angekommen kauften wir noch ein T-Shirt für Clemens, welches wir alle unterschrieben und ihm später mit einem angemessenen Trinkgeld überreichten. Schließlich war er ja an dem gelungenen Urlaub nicht ganz unschuldig. :-)
Nach dem Mittagessen ging es dann mit dem Bus zum Kili-Airport. Beim Einchecken durfte diesmal auch ich meine Schuhe ausziehen. Ansonsten waren die Sicherheitskontrollen nicht allzu streng. Teilweise wurden sogar volle 1/2l-Wasserflaschen mit durch genommen. 
das haben wir uns verdient :-)Beim warten auf das Bording für den Flug nach Nairobi fand sich dann genügend Zeit unsere Tagebuchaufzeichnungen auf den aktuellen Stand zu bringen. Abflug und Landung erfolgte pünktlich. Es gab nur ein Problem: 25 Minuten reichen einfach nicht aus um von einem Flugzeug in das nächste umzusteigen, welches uns nach Doha (Quatar) bringen sollte.  Auf dem Weg zum Gate sahen wir es dann nur noch draußen auf dem Weg zum Start.
Einige von uns hatten vorher schon "angekündigt", daß die Zeit wohl nicht ausreichen würde. Die Agentur in Moshi hatte jedoch gemeint, daß das so schon klar gehen würde.
auf dem Flughafen in NairobiJetzt hatten wir jedenfalls das Problem zu klären, wie wir weiter kommen würden und ich war froh, daß ich das mit meinem mangelhaften Englisch nicht selbst machen mußte. Nach etlichen Telefonaten mit Wikinger in Deutschland und der Agentur in Nairobi war dann endlich gegen 21:00Uhr klar, daß wir noch einen Tag in Nairobi bleiben und erst am nächsten Tag weiterfliegen würden. Dies bedeutete allerdings auch, daß wir noch einmal alle Formalitäten für die Einreise nach Kenia erledigen mußten und auch ein neues Visum benötigten.
Ein Bus holte uns dann um 22:00Uhr ab um uns zu einem Hotel zu fahren. Wo es genau hingehen würde wurde erst während der Fahrt geklärt.
Im Hotel angekommen bekamen wir sogar noch ein leckeres Abendessen, was die ganzen Unannehmlichkeiten wieder etwas in den Hintergrund drängte. Zumal es inzwischen doch schon recht spät war.
Auf der Fahrt hatten wir auch erfahren, daß es am nächsten Tag noch eine 3-stündige Stadtrundfahrt geben sollte, bevor es dann mit dem Flieger genau 24h später als ursprünglich geplant weiter gehen sollte.


27./28.10.: Nairobi / Rückflug nach Deutschland

In der Nacht hatte ich recht gut geschlafen. Die Dusche war zwar kalt, aber das störte nicht wirklich.
Nach einem Frühstück sollte es gegen 10:00Uhr zur Stadtrundfahrt los gehen. Niko und Gabi wollten derzeit schon zum Flughafen fahren, da 2 von uns noch keine Umbuchungen auf die neuen Flüge hatten. Es handelte sich dabei um ticketlose Buchungen, wobei Wikinger-Reisen nicht auf das Buchungssystem zugreifen konnte.
Der Bus für die Stadtrundfahrt kam dann auch mit einer akzeptablen ortsüblichen Verspätung von ca. 20 Minuten und wir besprachen mit dem Fahrer das anstehende Programm.
Out of Afrika läßt grüßenZunächst ging es dann erstmal zum Haus von Karen Blixen ("Out of Afrika"). Wir haben allerdings nur dan Garten besichtigt und waren nicht direkt im Haus.
Anschließend ging es zu einer Souveniermanufraktur, wo in einem sozialen Projekt allein erziehende Mütter Tonketten, Teller, Tassen, Tierfiguren und allerlei andere Sachen herstellten. Wir stockten unsere Souveniers auch noch auf und fuhren dann weiter zu einem Giraffen-Center. Von einem Hochstand konnte man dort sozusagen Auge in Auge die Giraffen füttern. Der Eintritt war mit 10 USD für das recht kleine Gelände etwas teuer. Wir gingen jedoch auch davon aus, das Wikinger-Reisen diese zusätzlichen Kosten im Nachhinein übernehmen würde. Um es vorweg zu nehmen: Sie taten es dann auch anstandslos.
ein soziales Projekt für allein erziehende MütterDanach war es dann auch langsam Zeit sich in Richtung Flughafen zu begeben. Wir wollten schließlich nicht riskieren noch einmal unseren Flug zu verpassen.
Nach der schon gewohnten zähflüssigen Fahrt durch Nairobi machten wir dann noch einmal ca. 15 Minuten vor dem Flughafen halt um in einem indischen Restaurant zu Mittag zu essen.
Giraffen-CenterGegen 15:00 Uhr, ca. 2 Stunden vor Abflug, kamen wir auf dem Flughafen an. Wir holten noch unsere Bordkarten für den Flug nach Doha. Die für den Weiterflug nach Deutschland würden wir dann dort bekommen. Direkt am Gate merkte man noch, daß auch die Gepäckscheine umgeschrieben werden müssen. Das zog sich dann auch noch etwas hin und die letzten Gepäckabschnitte wurden uns noch ins Flugzeug nachgetragen. Zumindest ich war gespannt, ob das Gepäck auch wirklich mit uns zusammen in Deutschland ankommen würde.
Trotz aller Ärgernisse am Vorabend konnte man den Tag heute trotzdem als echten zusätzlichen Urlaubstag bezeichnen und wir waren doch recht zufrieden.
NairobiDer Abflug erfolgte dann mit leichter Verspätung. Vermutlich lag das an unserem Gepäck. Im Flieger nach Doha konnten wir noch etwas Schlaf nachholen, da dieser nur zu 50% belegt war und ich 3 Plätze für mich belegen konnte. :-)
In Doha hatten wir dann auch noch ein paar Probleme an unsere Bordingkarten zu kommen, da diese nicht mit der Gepäckbuchung übereingestimmt hatten. Aber auch das wurde gelöst und so kamen wir einen Tag später als geplant in Frankfurt/Main an. Sogar zusammen mit unserem Gepäck.
Die Zugfahrt nach Hause funktionierte dann auch reibungslos. Wobei ich allerdings froh war keine feste Zugreservierung gehabt zu haben, sondern ein Railwayticket für die An- und Abreise vom Flughafen.




 

Zum Abschluß hier noch ein meiner Meinung nach wirklich gelungener Reisebericht aus dem Jahr 2002, den ich im Internet gefunden habe:

http://www.observamur.de/kibostart.htm

 

 

ih, 26.4.2008