Kitzbüheler Alpen (7.6. - 11.6.98)


7.6.: Mitterlengau (Saalbach/Hinterglemm) - Henlabjoch - Hochwildalmhütte
       (1185 Hm, 6:54 h Gehzeit inkl. Pausen)

Angereist war ich diesmal in der Nacht zum 7.6., so daß ich bereits um 8 Uhr in Mitterlengau (Saalbach/Hinterglemm) angekommen bin. Unterwegs hatte ich ein paar Stunden im Auto geschlafen. Nachdem ich meine Sachen gepackt hatte, konnte es dann so gegen 9 Uhr in Richtung Henlabjoch losgehen. Der Weg führt dabei gemütlich über Wanderwege durch Almwiesen und im letzten Teil auch weglos. Oben angekommen ging der Aufstieg gleich weiter auf den Staffkogel. Anschließend zurück zum Henlabjoch und anschließend zur Sonnenspitze. Zwar war ich mir nicht ganz sicher, ob es für den 1. Wandertag nicht schon reicht, aber da ich am Abzweig sowieso erstmal vorbeigelaufen bin, war es schließlich nicht meine Entscheidung. Als ich dann von der Sonnenspitze zum Henlabjoch wieder abgestiegen war, fand ich auch meinen Abzweig zur Hochwildalmhütte. Wie es schien, hatte der vergangene Winter einiges an Schäden an der Beschilderung der Wanderwege verursacht, was sich darin bemerkbar machte, daß einige Beschilderungen einfach zerbrochen waren und auf dem Boden lagen. Der Abstieg zur Hochwildalmhütte führte dann auch wieder über gute Wanderwege. Als ich dort angekommen war, war ich der einzige Gast dort und eigentlich wäre der Hüttenwirt über Nacht gar nicht da gewesen, weil er am nächsten Tag zu einer Beerdigung gehen wollte. Das tat er dann auch, aber dafür blieb halt sein Vater dort und somit war meine Unterkunft in der Hütte gesichert. Für morgen bin ich schon mal gespannt, wie das Wetter wird. Eigentlich soll es ja schlechter werden. Aber vielleicht hat sich ja auch nur noch nicht herumgesprochen, daß ich jetzt hier bin. ;-) 

8.6.: Hochwildalmhütte - Wildseeloderhaus
       
(790 Hm, 4h inkl. kurzer Pausen)

In der Nacht hat es angefangen zu regnen. Aber schließlich war es ja auch angekündigt gewesen. Gegen 8 Uhr bin ich dann nach dem Frühstück in Richtung Wildseeloderhaus losmarschiert. Die Sichtweite betrug gerade mal vielleicht 100 m, bis auf kurze Augenblicke, welche zur Orientierung reichen mußten. Da kein Richtiger Weg auszumachen war, wanderte ich nach Kompaß zum Bischofsjoch, wobei der "Weg" teilweise über Gestrüpp führte, was bei dem Regen doch recht glatt war. Nach teilweise doch recht steilen Passagen war ich dann aber doch nach ca. 2 h auf dem Grad zwischen dem Weißkopfkogel und dem Bischof angekommen. Nach kurzer erfolgloser Suche nach dem Abstieg nahm ich dann auch dafür einen eigenen Weg, da ich die Weiterführung des Weges unweit unter mir erkennen konnte und das Wetter nicht unbedingt dazu verleitete ewig nach dem richtigen Abstieg zu suchen. Im weiteren Verlauf zum Wildseeloderhaus folgte ich dem Fiederbrunner Höhenweg. Die Temperatur fiel teilweise bis auf 1°C und der Regen ging teilweise in Schnee über, der aber nicht liegen blieb. Nach ca. 4h kam ich dann am Wildseeloderhaus an, wo ich mir erstmal trockene Sachen anzog und eine warme Erbsensuppe genoß. Wie ich die beiden nächsten Tage verbringe hängt etwas vom Wetter ab. Am 10.6. will ich auf alle Fälle in der Bochumer Hütte sein. Aber da kann ich halt morgen oder übermorgen hinlaufen. 

9.6.: Wildseeloderhaus - Wildseeloder (2117m) - Bischof (2127m) - Henlabjoch - Bochumer Hütte (1432m)
       
(1190 Hm, 9:15h inkl. Pausen)

Das Wetter ist am Morgen super. Also entschließe ich mich mich auf den Weg zur Bochumer Hütte zu machen. Gleich neben dem Wildseeloderhaus ragt der Wildseeloder (2117m) empor und schreit "nimm mich!" Also nehme ich ihn. Nach dem Abstieg nehme ich zunächst im großen und ganzen den Weg, den ich von der Hochwildalm gekommen bin, nur halt in der anderen Richtung und daß man diesmal was sieht. Im Verlauf des Weges traf ich einen anderen Wanderer wieder, der ebenfalls zur Bochumer Hütte wollte. Also laufen wir gemeinsam weiter. Hinter dem Grubjoch zweigt ein Weg zum Bischof (2127m) ab, der mich schon auf der Hintour gereizt hat. Also verlegen wir unsere Route so, daß wir über den Bischof gehen. Der Abstieg erfolgt dann an der Roßkarlake entlang und um die Sonnenspitze herum wieder hoch zum Henlabjoch. Oben geht es weiter am Staffkogel vorbei zum Saalkogel (2007m). Zuvor traf ich noch Hoffy (Klaus Hoffmeister), was ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht wußte. Auf dem Saalkogel wurde erstmal ausgiebig Rast gemacht. Die Bochumer Hütte (1432m) war schließlich in greifbarer Nähe und Zeit war auch noch vorhanden. Vom Saaljoch zur Bochumer Hütte war es dann noch ein Weg von ca. 1h.

10.6.: Bochumer Hütte - Tristkogel (2095m) - Gamshag (2178m) - Venedigerblick - Bochumer Hütte
         
(1105 Hm, 6:40 h inkl. 2 großer Pausen)

Heute bleib ich nun auf der Bochumer Hütte und mache lediglich eine Tageswanderung. Und so laß ich mir dann auch etwas mehr Zeit mit dem Aufbruch. Um 9 Uhr ging es dann aber auch los. Und daß bei herrlichem Sonnenschein. Allerdings ist für morgen schon wieder schlechtes Wetter angesagt. Mein erstes Ziel ist der Tristkogel (2095m), welchen ich über das Tor (1931m) auch in ca. 1 1/2h erreiche. Oben auf dem Gipfel treffe ich Hoffy wieder und diesmal wird auch geklärt, wer der andere jeweils ist. Nach einer längeren Plauderei auf dem Gipfel führt mich dann mein Weg zurück zum Tor, um den Torsee herum und hinauf zum Gamshag (2178m). Von oben hat man wirklich einen herrlichen Rundumblick und man kann einigermaßen sehen, wo ich die letzten Tage langgelaufen bin und auf welchen Gipfeln ich war. Wenn die Luft etwas klarer gewesen wäre, hätte man wunderbare Bilder für spätere Poster machen können. So z.B. über Kitzbühel hinweg auf das Kaisergebirge oder als Panoramabild die schneebedeckten Gipfel im Süden. So konnte ich den Anblick einfach nur genießen und hielt mich dort oben bestimmt eine ganze Stunde auf, bevor ich über den kleinen und großen Schützkogel (2069m) am Grad entlang zum Venedigerblick gelaufen bin. Von dort stieg ich relativ zügig ab, da sich die Wolken schon ziemlich drohend über mir zusammen zogen und ich gerne mit trockenen Sachen in der Bochumer Hütte wieder ankommen wollte. 

11.6.: Bochumer Hütte (1432m) - Saaljoch (1876m) - Mitterlengau

Zum heutigen Tag ist nicht viel zu sagen. Seit früh regnet es leicht und ich hab mich wie gewohnt so gegen 8 Uhr auf den Weg gemacht. Das Ziel war diesmal unser Hotel in Mitterlengau, wo das Treffen der Gruppe Wandern an diesem Wochenende stattfinden sollte. Der Weg führte mich bis zur Oberkaseralm teils auf einer Fahrstraße, teils auf Abkürzungen (markiert) durch Almwiesen. Von der Oberkaseralm ging es dann ziemlich direkt, meist weglos aber markiert über Almwiesen zum Saaljoch (1876m). Der Abstieg bereitete dann auch keine weiteren Schwierigkeiten mehr und ich wanderte so über die Osmanngrundalm an der Saalalm und der Lindlingalm vorbei nach Mitterlengau, wo ich erstmal eine warme Dusche genoß. :-)

 

ih 12.11.2000 (10.2.2003)