Berchtesgadener Land (15.7. - 19.7.2007)            [Strecke für GE]
 


1.Tag (15.7.07): Anreise / Königssee (603m) - Aufstieg zum C.v.Stahl Haus (1734m)
                           (Auf: 1044Hm / Ab: 37Hm / Zeit: 3:10h o.Pausen)         
[Höhenprofil]

Gegen 4:00Uhr startete ich in Schleusingen. Zwar war der Wecker erst für 5:00Uhr gestellt gewesen, aber irgendwie war ich halt schon vorher wach. Vielleicht aus Vorfreude oder aus dem "schlechten Gewissen" heraus, daß ich ja schon ein paar freie Tage hinter mir hatte und bereits seit dem gestrigen Samstag herrliches Wetter geradezu zu einer Tour einlud.
Parkplatz am KönigsseeDie Fahrt nach Berchtesgaden gestaltete sich problemlos und irgendwie landete ich sogar auf dem Parkplatz in Königssee durch die Hintertür, so daß ich um das Bezahlen (3 EUR/Tag) erst Mal herum kam. Mal schauen, ob es ein Ticket bei der Rückkehr gibt.
Nachdem ich mich für meine Tour umgezogen hatte, konnte ich meinen Aufstieg zum C.v.Stahl Haus bei herrlichem Sonnenschein beginnen. Talstation der JennerbahnNach dem 1.Stück an der asphaltierten Straße entlang zweigt dann der schmale Wanderweg recht steil ansteigend, ab. Bis zur Mittelstation der Jennerseilbahn war ich auf meinem Weg doch recht allein. Die meisten anderen Wanderer überbrückten dieses erste Stück wohl mit der Seilbahn, obwohl der Weg doch recht schön zu laufen ist.
Mein Weg sollte ursprünglich kurz vor der Mittelstation nach links steil hinauf zur Mitterkaser-Alm führen. Da ich mich jedoch gerade mit ein paar anderen Wanderern unterhielt, verpaßte ich den Abzweig und lief dann einfach an der Mittelstation vorbei und folgte dem etwas weiteren Hauptweg (Highway) über die Wasserfall-Alm. Der Weg ist auch so steil genug gewesen und schließlich wollte ich mich ja nicht schon auf der "Einlauf-Etappe" überanstrengen. ;-)
MitterkaseralmAuf der Mitterkaser-Alm angekommen legte ich esrtmal eine ausgiebige Pause ein, bevor es auf dem Highway hinauf zum Stahlhaus ging, wo ich dann auch bei Zeiten ankam. Nach der ganzen Sonne auf dem Weg suchte ich nach einem schattigen Plätzchen, welche aber kaum zu finden bzw. schon belegt waren.
Blick zum WatzmannAuf Grund der Nähe zur Seilbahn gab es oben ein reges Treiben der Tagesgäste. Weil das Haus auch recht gut mit dem Fahrrad zu erreichen ist, fehlten natürlich auch nicht die Mountainbiker. Trotzdem war es recht gemütlich und ich unterhielt mich den Abend über mit ein paar netten Stammgästen der Hütte.
StahlhausUm 17:00Uhr konnte ich dann auch mein Lager beziehen, in dem es doch recht eng war. Bei dem schönen Wetter war die Hütte recht gut besucht und das Lager fast vollständig belegt.
Abends stellte ich dann noch fest, daß ich etwas zu viel Ballast in den Rucksack gepackt hatte. Und zwar waren mir beim packen gleich 2 Paar Sandalen in den Rucksack gerutscht, welche als Hüttenschuhe fungieren sollten. Nun gut, so wurden sie halt als zusätzlicher Trainingsballast für meine Kili-Tour verbucht. ;-)

2.Tag (16.7.07): C.v.Stahl Haus (1734m) - Schneibstein (2276m) - Abzweig - Wasseralm (1423m)
                           (Auf: 1006Hm / Ab: 1258Hm / Zeit: 8:30h)
[ Höhenprofile: bis Abzweig / ab Abzweig]

Aufstieg zum Schneibstein
Gegen 6:00Uhr kam Bewegung ins Lager und so stand ich gleich mit auf.
Das Wetter verschprach wieder Sonne pur, so wie es der Wetterbericht bei der Anreise gestern auch schon vorher gesagt hatte. Demach sollte es erstmal bis Dienstag schön und sehr warm bleiben und anschließend etwas kühler werden. Zu der Regenwahrscheinlichkeit hatte man sich allerdings ausgeschwiegen.
Die Temperatur war am Morgen schon so hoch, daß man gemütlich vor der Hütte frühstücken konnte, womit ich mir auch etwas mehr Zeit lies als sonst. Anschließend ging es dann für mich gegen 7:00Uhr in Richtung Wasseralm los.
Schneibstein-GipfelGleich am Anfang hat man einen recht heftigen Anstieg auf den Schneibstein zu bewältigen, wobei der Weg anfangs noch ein guter Pfad war, später dann aber immer öffter wegelos wurde. Dabei lief ich mit anderen Wanderern, welche ich gestern kennen gelernt hatte, in einer lockeren Gemeinschaft.
Daß es zur Wasseralm gehen sollte und nicht wie die Alternative aussah: zur Gotzenalm, hatte ich erst am Vortag entschieden, wo ich erfahren hatte, daß die Wasseralm in den Sommermonaten bewartet war. Das heißt, daß sie nicht wie sonstige Alpenvereins-Hütten komfortabel bewirtschaftet ist. Sie ist aber halt auch keine Selbstversorgerhütte und man bekommt dort was zu Trinken und zu Essen. Auch die Lager fehlen natürlich nicht.
Aber erstmal mußte ich dort natürlich ankommen und so machte ich auf dem Schneibstein angekommen erstmal eine ausgiebige Pause, bevor es selbigen wieder mäßig bergab und später dann flacher werdend hinunter zum SeeleinseeSeeleinsee ging, wo die nächste Pause direkt am See anstand. Allerdings waren dort auch die Bremsen verdammt nervig und so dehnten wir unsere Mittagspause nicht allzulange aus.
Inzwischen war es doch recht heiß geworden und die Sonne brannte erbarmungslos, was den folgenden Aufstieg zum Hochgeschirr (1949m) nicht gerade angenehmer machte.
Hinter dem Hochgeschirr ging es dann wieder hinunter, wobei recht weit oben der Weg zur Gotzenalm hätte abzweigen müssen. Er ist dort oben jedoch nicht ausgeschildert, zumindest hatte ihn niemand von uns gesehen. Lediglich mein GPS sagte mir, daß er dort hätte weg gehen sollen und auf der anderen Seite des Landtalgrabens sahen wir auch den Pfad unterhalb der Laafeldwand entlanggehen. Weiter unten  im Landtalgraben, das wir gerade hinunter liefen, kam dann ein ausgeschilderter Abzweig zur Gotzenalm. Ich könnte mir vorstellen, daß man den oberen Weg im Kar entlang aufgegeben hat und er deshalb nicht mehr ausgeschildert war. Er sollte aber durchaus noch sicher zu begehen sein (sofern man den Abzweig findet) und man kann sich dadurch ein paar Höhenmeter sparen wenn man will.
Der weitere Weg zog sich dann immer mehr in die Länge, wobei die Hitze dies sicherlich nicht gerade kürzer erscheinen ließ. Meine Wasservorräte hatte ich schon aus dem Seeleinsee wieder aufgefüllt, obwohl ich so schon 2,5l Wasser vom Stahlhaus mitgenommen hatte. Wenn man bei der Hitze jedoch ohne Wasser da steht, macht das bestimmt keinen Spaß mehr. Da trage ich doch lieber ein paar Kilo mehr über die Berge, zumal die gesamte 1.Wegstrecke bis über das Hochgeschirr kein Schatten zu finden ist und wir in der prallen Sonne gelaufen waren.
Erst jetzt kamen wir wieder in waldiges Gebiet und wir genossen den Schatten. Ich wollte eingentlich jede sonnige Passage nur noch schnell hinter mich bringen. Auf die Strecke gesehen hatte ich einfach genug Sonne und Hitze für heute.
OberseeIm weitreren Wegverlauf waren noch einige Auf- und Abstiege zu bewältigen. An einer Quelle konnten wir dann noch einmal unsere Wasservorräte auffüllen. Ansonsten gab es im Streckenverlauf recht wenige Möglichkeiten trinkbares Wasser zu finden. Ich kann also nur jedem raten ausreichend davon mitzunehmen, besonders bei Temperaturen weit oberhalb der 30°C-Grenze. Ich war jedenfalls froh, daß ich meinen Wassersack mit Trinkschlauch dabei hatte. So trinkt man doch mal immer wieder zwischen durch etwas und muß nicht jedes Mal den Rucksack absetzen, worauf man dann doch vielfach verzichtet. Auf dieser Etappe hätte sich das dann evtl. gerächt, weil ich so bestimmt zu wenig getrunken hätte. WasseralmBei Ankunft auf der Wasseralm war ich jedenfalls fix und fertig, obwohl ich unterwegs knapp 4l Wasser umgesetzt hatte und auch jetzt erstmal ein kühles Radler orderte.
Waschen konnte man sich auf der Wasseralm draußen an einer "Tränke". Außerdem gab es unweit der Alm im Flußverlauf einen kleinen See, welchen wir auch gleich zum Waschen nutzten. Irgendwie mußte das ganze Salz ja vom Körper wieder runter und nach der Hitze des Tages war das eiskalte Wasser überaus erfrischend. Apropo von wegen eiskalt: Komplett reingelegt habe ich mich da dann nun nicht. Ein bischen Warmduscher ist man ja nun doch. ;-)
Die Bremsen und Mücken waren übrigens auch hier äußerst lästig.

3.Tag (17.7.07): Wasseralm (1423m) - Halsköpfl (1719m) - Kärlinger Haus (1630m) - Riemannhaus (2177m)
                            (Auf: 1233Hm / Ab: 505Hm / Zeit: 8:50h)         
[Höhenprofil]

Kyrill läßt grüßen Um 6:30Uhr war die Nacht zu Ende und scheinbar brach wieder mal ein sonniger Tag an.
Nach der Morgenwäsche im Freien war ich dann bereit für's Frühstück. Natürlich ebenfalls vor der Hütte, auch wenn es im Inneren durchaus ein paar Plätze gab. Allerdings dürften die bei schlechtem Wetter und der momentanen Belegung der Lager kaum ausreichen. Aber dieses Problem hatten wir ja nicht.
Beinträchtigt wurde das Frühstück nur durch die Versorgungsflüge der Hütte per Hubschrauber. Da hieß es dann 'Sachen festhalten!!!', wenn man sie nicht anschließend wieder zusammen suchen will. Das ganze wieder holte sich dann noch 3 Mal.
 Nach den Frühstück ging es gegen 8:30Uhr in Richtung Kärlinger Haus los. Zunächst erstmal über die Lichtung, auf der sich die Wasseralm befindet und dann durch den Wald einen 1. Anstieg hinauf. Anschließend geht es weiter mit kleineren Auf- und Abstiegen im Wald entlang. Zumindest soweit er noch stand. Die Auswirkungen von Kyrill sind noch deutlich zu sehen und auf die Forstarbeiter wartet da noch einiges an Arbeit.
St. BatholomäDer Weg führt knapp am Halsköpfl entlang. Der kurze Abstecher dort hin sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen, wenn man den Abzweig nicht sowieso verpaßt. Dort steht zwar ein Wegweiser, aber den sieht man aus der Richtung, aus der wir gekommen sind nur mit etwas Glück. Ist aber nicht schlimm, da man vom Halsköpfl einen wunderschönen Blick über den Königssee hat. auf dem HalsköpflWir nutzten den Platz auch gleich mal für eine kleine Pause, wobei der Gipfelschnaps auch nicht fehlte. :-)
Das Wetter war, wie am Morgen schon erwartet, durchweg sonnig. Allerdings glücklicher Weise nicht mehr ganz so heiß wie am Vortag.
Nach unserer Pause ging es das kurze Stück zum Abzweig wieder zurück, der aus dieser Richtung nicht zu verfehlen ist. Von dort führt der Pfad dann hinab zum Schwarzensee und weiter in einem ständigen Auf und Ab zum GrünseeGrünsee und an diesem vorbei. An einer Stelle bewahrten uns unsere Stücke vor einem unschönen Fehltritt, als mitten auf dem Weg ein Wadentiefes Wasserloch war. Es war allerdings durch darauf schwimmenden Staub und "Kleinmaterial” nicht zu erkennen und erst wenn man den Stock aufsetzen wollte wußte man, daß man seinen Fuß nicht hinter her setzen sollte.
Kärlinger HausNachdem wir dies also glücklich und vor allem trocken überstanden hatten ging es noch ein Stück weiter um den Grünsee herum und anschließend ein gutes Stück steil den Berg hinauf. Ein kleines Stück weiter trifft man dann auf den Weg, welcher vn der Saugasse zum Kärlinger Haus führt. Von dort aus führte uns der breite Wanderweg zu unserem Zwischenziel, dem Kärlinger Haus, welches man erst relativ spät zu Gesicht bekommt.
FuntenseeInzwischen hatte ich auch schon wieder 2l Wasser intus gehabt, welche ich noch mal mit einem erfrischenden Radler ergänzte.
Nach ca. 1h brachen wir dann zum Riemannhaus auf. Zunächst um den Funtensee herum und am anderen Ende durch Wiesen hinauf zum Steinernen Meer. BaumgartlAnfangs noch durch Wald, später schlängelte sich der Weg dann durch karger werdenden Baumbestand. Unterbrochen wurde das Ganze durch ein paar steile Anstiege auf Felsstufen. Teilweise waren auch Treppenstufen in den Fels geschlagen. Wenn man noch Strom angeschlossen hätte, wäre die Rolltreppe perfekt gewesen. ;-/
im Steinernen MeerZum Schluß ging es noch ein gutes Stück in einem ständigen Auf und Ab durch's Steinerne Meer, wobei der Weg insgesamt allerdings doch bergauf führt.
Beim Riemannhaus angekommen, welches man erst kurz vor Ankunft zu Gesicht bekommt, waren wir auch heute wieder ca. 8,5h unterwegs gewesen. SommersteinDem Gefühl nach war die heutige Strecke allerdings wesentlich leichter, was allerdings gut damit zusammen hängen kann, daß es heute nicht so heiß war wie gestern.
Zu den heutigen Wegen muß man sagen, daß sie teilweise in einem schlechten Zustand sind. Speziell bei den zusammen gezimmerten Holzstufen fehlten teilweise Sprossen oder waren zerbrochen, so daß sie manchmal nur noch im Wege waren.
Ansonsten war es allerdings wieder eine schöne Etappe. :-)


4.Tag (18.7.07): Riemannhaus (2177m) - Breithorn (2504m) - Ingolstädter Haus (2119m)
                            (Auf: 622Hm / Ab: 686Hm / Zeit: 5:30h)         
[Höhenprofil]

Nach dem Frühstück vor der Hütte, natürlich bei sonnigem Wetter, ging es kurz nach 8 Uhr in Richtung Ingolstädter Haus. Damit das aber kein Ruhetag werden würde, sollte es zunächst einmal auf das Breithorn gehen. Kurz hinter der Hütte ist dann auch schon der Abzweig. Wir liefen noch ein Stück in Richtung Gipfel, bevor wir unsere Rucksäcke am Wegesrand deponierten und ohne weiter liefen. Die Stöcke nahmen wir erstmal mit und ließen sie erst ein gutes Stück weiter oben zurück, um die Hände frei zu haben, da der Weg im oberen Abschnitt in eine leichte Kletterei übergeht. Nichts kompliziertes, aber ausreichend, daß Stöcke dabei nur hinderlich wären.
Riemannhaus mit SommersteinAuf dem Gipfel angekommen wurde erstmal Pause gemacht um die Aussicht zu genießen und natürlich Gipfelfotos zu schießen. Auch der Eintrag ins Gipfelbuch wurde nicht vergessen.
Anschließend ging es wieder hinunter bis zur Abzweigung, wobei wir unterwegs wieder unsere Stöcke und Rucksäcke einsammelten.
Der weitere Weg zum Ingolstädter Haus führte im Grunde genommen immer auf gleicher Höhe mit ständigen kurzen Auf- und Abstiegen durch das steinerne Meer.
Ich weiß nicht, ob es an der Tageszeit lag, aber da ich den Weg vom Riemannhaus zur Ingolstädter Haus ja schon einmal gelaufen war viel mir auf, daß das Steinerne Meer diesmal bei weitem nicht so beeindruckend aussah, wie ich es in Erinnerung hatte. Damals war ich jedoch auf dem Streckenabschnitt später unterwegs gewesen, da ich vom Kärlinger Haus über das Riemannhaus zum Ingolstädter Haus gelaufen war und bei dem Blick über das Steinerne Meer sah man wirklich die aufgepeitschten Wellen mit grünen Schaumkronen oben drauf. Dieser Eindruck fehlte diesmal etwas, was aber durchaus mit der Sonneneinstrahlung (Richtung) zu tun haben kann.
Trotz unserer Gipfelbesteigung kamen wir bvereits gegen 14:30Uhr am Ingolstädter Haus an.
Das Haus wurde erweitert und man war gerade am Dach decken. Auch der Waschraum wurde auf Grund der Bauarbeiten erst später frei gegeben. Erstmal bezogen wir auch unsere Lager, bevor wir weiter unsere Selbstversorger-Vorräte plünderten. Auf Brot mußte ich allerdings verzichten, da es angefangen hatte zu schimmeln. Machte aber nichts. Gab es halt nur Wurst und Käse.
Gr. Hundstod mit Ingolstädter HausBereits ab Mittag rum hatte es begonnen zu zu ziehen. Vorerst blieb es jedoch trocken und nur die Wolken kamen immer tiefer. Aber jetzt waren wir ja sowieso im Trockenen. Draußen wurde es mit der Zeit jedoch etwas ungemütlich. Die Sonne zeigte sich immer seltener und die Temperatur fiel rapiede und so verzogen wir uns in die Gaststube.
Am Nachmittag gönnte ich mir dann Germknödel mit Vanillesouce. Wenn man schon wenig läuft, kann man wenigstens viel essen und die Zeit bis zum Abendbrot mußte schließlich auch überbrückt werden.  ;-)
Ingolstädter HausFür den morgigen Tag hatte ich 2 Varianten:
Bei gutem Wetter wollten wir am Morgen den Gr.Hundstod besteigen und anschließend wollte ich zur Wimbachgrieshütte absteigen um am Tag darauf durch das Tal turück zu meinem Auto zu laufen. Die anderen wollten anschließend zum Kärlingerhaus und dort übernachten.
Wenn das Wetter nicht so toll sein würde um auf einen Gipfel steigen zu wollen, würde ich mit den anderen zusammen über das Kärlingerhaus und die Saugasse direkt nach St.Bartholomä absteigen und mit dem Schiff nach Königssee fahren.
Bleibt also abzuwarten, wie das Wetter morgen früh aussehen würde.



5.Tag (19.7.07): Ingolstädter Haus (2119m) - Gr. Hundstod (2594m) - Ingolstädter Haus - Hundstodgatterl (2188m) - Wimbachgries Haus (1327m) - Wimbachgries Brücke (750m) - Königssee (603m)
                          
(Auf: 901Hm / Ab: 2402Hm / Zeit: 12:40h)         
[Höhenprofil]


Gr. HundstodAm Morgen hatte ich erstmal verschlafen. Das ist halt der Nachteil, wenn man mir Ohrenstöpsel schläft. Man wird nicht automatisch wach, wenn die anderen aufstehen und so war das Lager schon fast leer, als ich die Augen gegen 7Uhr aufschlug. Das hatte allerdings auch seinen Vorteil. Mal abgesehen davon, daß ich Platz zum Rucksack packen hatte, sah ich draußen einen herrlich sonnigen Tag anbrechen. Wie mir die anderen später erzälten, sah das eine halbe Stunde vorher noch ganz anders aus und sie hatten schon fast die Besteigung des Gr. Hundstods aufgegeben.
Die anderen waren schon beim frühstücken und nachdem ich meine Sachen zusammen geräumt hatte, stärkte auch ich mich erst mal. Schließlich lag wieder ein volles Programm vor mir.
Kurz vor 8Uhr konnte dann die Besteigung des Hausberges in Angriff genommen werden. Zuvor hatte ich noch meinen Rucksack etwas erleichtert, da ich ja anschließend wieder zum Haus zurück kommen würde, bevor es dann weiter ging. Also nahm ich lediglich das nötigste (Wettersachen, Verbandszeug, Sonnencreme, Getränke, Fotoapparat) mit und ließ den Rest bei der Hütte.
Der Aufstieg ist sehr schön. Anfangs geht es einen schmalen Pfad entlang, später zwar immer noch überwiegend auf einem Pfad entlang, jedoch mit leichten Klettereien gewürzt, weshalb wir auf halber Strecke wieder unsere Stöcke am Wegrand zurück ließen. Ich überprüfte bei der Gelegenheit auch gleich mal, wie genau mich mein GPS beim Auffinden der Stöcke unterstützen würde. Ich stellte dazu erstmal meinen Annäherungsalarm auf 100m ein. Die Entfernung war jedoch viel zu groß, da wir schon wieder ein ziemliches Stück weiter waren, als sich unerwartet mein GPS meldete und mir mitteilte, daß ich nun den 100m-Bereich verlasse. So würde mir das wenig helfen und ich änderte den Annäherungsalarm auf 10m. Bei weglosem Gelände wäre sicherlich ein größerer Wert angebracht um nicht dran vorbei zu laufen.

auf dem Gr. Hundstod

Blick ins Wimbachtal

Dießbachstausee

Insgesamt ist der Aufstieg zum Gipfel problemlos zu bewältigen. Oben machten wir erstmal Pause, bevor es wieder runter zum Haus ging. Der im GPS eingestellte Annäherungsalarm von 10m stellte sich als genau richtig heraus. Je nach Gegebenheiten wären sicherlich auch noch 20m sinnvoll, um nicht versehentlich den Bereich zu verpassen.
HundstodgallerlWieder im Haus angekommen war die nächste Pause angesagt und da ich mich unweit vom Haus von meinen Begleitern trennen würde um zur Wimbachgrieshütte abzusteigen, wurde auch noch mal der Gipfelschnaps ausgepackt.
Ob ich dann in der Hütte bleiben oder gleich weiter zum Auto gehen würde, wollte ich jetzt noch nicht entscheiden und ich machte es abhängig, wie fit ich noch wäre.
Also ging es erstmal gegen 12 Uhr zunächst gemeinsam in Richtung Kärlingerhaus los, bis mein Weg zum Hundstodgatterl abzweigte. Dort mußten wir uns dann verabschieden und wärend die anderen auf dem komfortablen Weg weiter liefen, kraxelte ich die Felsbrocken hinauf. Der Abzweig war im übrigen nicht als Übergang ausgeschildert. Es gab lediglich jeweils einen Wegweiser zum Ingolstädter Haus und zum Kärlingerhaus. Lediglich ein paar Meter auf dem Weg weiter oben war die Wegnummer 411 auf einen Stein gemalt.
HundstodgrubeIch genoß den Aufstieg zum Hundstodgallerl, da ich solche kleinen Klettereien liebe. Fast oben angekommen kamen mir 2 Wanderer entgegen, welche doch schon recht geschafft aussahen. Wasser hatten sie auch nicht mehr viel. Aber den größten Teil des Weges hatten sie ja auch schon hinter sich. Für mich dagegen hatte er erst begonnen.
Nach dem Hundstodgallerl ging es dann nach einem kurzen Abstieg durch die Hundstodgruben mit mehreren kleineren Auf- und Abstiegen weiter. Anschließend noch einmal steil bergab bis zu einer Wetterstation. Kurz danach trifft man auf den Weg 421, der von der Saugasse kommt. Ab da läuft man gemütlich auf einem guten Wanderweg ins Tal hinunter zur Wimbachgrieshütte. Ich legte allerdings noch eine kurze Pause im Schatten der Bäume ein, da ich schon wieder seit ich mich von den anderen getrennt hatte durchgelaufen war. Ist halt immer wieder das gleiche Problem, wenn ich allein unterwegs bin: ich laufe einfach zu schnell. :-/
WimbachtalInzwischen machten sich meine Augen bemerkbar. Sie schmerzten zunehmend. Ich hatte zwar die ganze Zeit eine Sonnenbrille (Fahrradbrille) getragen, aber vielleicht lag es daran, daß ich die überwiegende Zeit die Sonne im Rücken hatte und so die Sonne seitlich hinter die Brille strahlte. War allerdings das 1.Mal, daß ich derartige Probleme hatte.
In der Wimbachgrieshütte legte ich erstmal eine Pause ein. Ich hatte mich schon unterwegs entschieden heute noch zu meinem Auto weiter zu laufen. Das war zwar noch ein gutes Stück Weg, aber schließlich will ich ja auch bis zu meiner Kili-Besteigung im Oktober ein bischen Kondition aufbauen.
WimbachschloßGegen 17 Uhr setzte ich mich dann wieder in Bewegung um das Tal hinaus zur Wimbachbrücke zu laufen. Von dort ging es dann weiter über Schönau zum Königssee. Der Weg führte teilweise über asphaltierte Nebenstraßen. Allerdings war ich auch nicht genau den Weg gegangen, den ich mir ursprünglich in der Karte angesehen hatte. Aber nach 12h und zunehmend "brennenden" Fußsohlen wollte ich im Grunde genommen nur noch an meinem Auto ankommen. Egal auf welchem Weg.
Als ich das dann auch geschafft hatte, zog ich erstmal meine Wanderschuhe aus und tauschte sie gegen angenehm luftige Sandalen.
Unter dem Scheibenwischer fand ich auch einen Nachzahlungsaufforderung für die Parkgebühr. Die Schranken an der Einfahrt zum Parkplatz waren jedoch offen und kein Mensch zu finden, bei dem man nachzahlen könnte. Also fragte ich bei der Tankstelle daneben nach, da auf dem Aufforderung keine weiteren Daten drauf standen, wo und wie man die Gebühr bezahlen könnte. In der Tankstelle bekam ich dann die Auskunft, daß ich den Zettel zerreißen könne, da man den Eingang nicht 24h besetzen könne. Sollte mir recht sein und so aß ich noch meinen restlichen Proviant auf und fuhr gen Heimat, wo ich ohne Probleme gegen 3 Uhr in der Nacht ankam.

Konigssee


 

 

ih, 5.8.2007