Venedigergruppe (4. - 14.8.2001)


Diesmal hatte ich endlich einmal im August Urlaub bekommen, so daß ich mir einigermaßen sicher war meinen Urlaub dieses Jahr nicht wegen vorzeitigen Wintereinbruch abbrechen zu müssen.
Ziel war diesmal die Venedigergruppe, wo ich einmal den Großvenediger umrunden wollte. Ganz sicher, daß ich das auch schaffen würde war ich ja nicht, aber der Versuch zu sehen wie weit man kommt, war es schon wert. :-)


4.8.:  Anteise (Habachtal (872m)) - Thüringer Hütte (2212m)
     
(1305Hm, Gehzeit: 4:40h)

In der Nacht war ich aus Cottbus gen Süden in die Alpen aufgebrochen. Bis auf einen 30 km langen Stau kurz hinter München hatte ich mit dem Verkehr auch Glück. Aber ich nutzte den Stau um von der Autobahn runter zu fahren und in einem nahen Ort auf dem Parkplatz ein wenig zu schlafen.
Als ich dann ein paar Stunden später weiter gefahren bin, war die Autobahn auch wieder einigermaßen frei, so daß ich gegen 6 Uhr auf einem Parkplatz direkt am Eingang zum Habachtal (872m) angekommen bin.
Um 7 Uhr ging es dann auch los.
Der Weg führte auf einem unbefestigten Fahrweg das Habachtal hinauf. Anfangs etwas steiler, später dann aber flacher werdend.
Unterwegs traf ich ein paar Leute, welche scheinbar Smaragde suchen wollten. Laut Karte liegt oberhalb des Alpengasthofes "Alpenrose" ein Smaragdbergwerk, in dessen Richtung sie zumindest mit ihren Sieben abbogen. Keine Ahnung ob sie auch Glück hatten.
Ich wanderte weiter das Tal entlang, wobei der Weg allmählich schmaler wurde und in einen Wanderpfad überging.
In einer Höhe bei 1666m war ich dann am Abzweig zum Noitroisteig, den ich dann auch genommen habe. Der Normalweg war ca. 1h länger und erschien mir auch nicht so attraktiv.
Der Steig führte zunächst bis ca. 1950m sehr steil bergauf, war aber immer gut zu laufen. Später führte dann der Weg durch Wiesen noch leicht bergan bis zur Thüringer Hütte (2212m), wo ich so gegen Mittag ankam.
Das Wetter hielt sich die ganze Zeit einigermaßen. Teils heiter, teils wolkig kam ich erst auf dem letzten Stück in die Wolken.


5.8.: Hüttentag mit kurzem Ausflug
       
(490Hm, Gehzeit: 1:40h)

Das Wetter heute kann man wirklich nur als Sauwetter bezeichnen. Nebel und Regen. :-(
Da die eigentlich für heute geplante Tour zur Fürther Hütte lediglich mit 3,5h angegeben war, war aber auch keine Hast nötig, so daß ich erstmal abwartete, ob sich das Wetter noch bessern würde. Aber ich hatte nur wenig Glück. Der Regen ging zwar in leichten Sprühregen über, aber der Nebel blieb nach wie vor.
Die Konsequenz: Ich schaffte mein Gepäck wieder ins Lager und faulenzte.
Am Nachmittag, so gegen 16:30 Uhr wurde das schlechte Gewissen aber so groß, daß ich doch wenigstens einen kleinen Ausflug unternahm und in Richtung Larmkogel bis etwa auf 2700m wanderte. Dann drehte ich um, um ja nicht zu spät zum Essen in der Hütte zu sein. ;-)


6.8.: Thüringer Hütte (2212m) - Larmkogelscharte (2933m)/Larmkogel (3017m) - Fürther Hütte (2201m)
       
(840Hm, Gehzeit: 4h)

Das Wetter am Morgen war gut. Im Tal hing zwar Nebel, aber über mir waren kaum Wolken zu sehen. Nur aus dem Tal kamen langsam die Wolken hochgezogen.
Um 8:15 Uhr ging es in Richtung Larmkogelscharte los. Der Wanderpfad führt zwar recht steil, teilweise in Serpentinen den Berg hinauf, aber er war trotzdem recht gut zu laufen. Teilweise mußte man nur auf lose Steine achten, um sie nicht nachfolgenden Wanderern auf den Kopf fallen zu lassen.
Durch das gestrige schlechte Wetter waren heute neben mir noch eine Gruppe aus 5 Personen und ein weiterer Einzelkämpfer auf dem Weg zur Fürther Hütte, welche alle relativ zeitgleich mit mir aufgebrochen waren.
Auf 2700m Höhe, so weit, wie ich gestern schon einmal gelaufen war, bemerkte ich, daß ich meine Handschuhe in der Hütte liegen gelassen hatte. :-(
Zurücklaufen oder nicht?, war nun die Frage. Letztendlich siegte aber die Faulheit und ich hoffte, daß mir das auf der folgenden Tour keine größeren Probleme machen würde. Außerdem sah das Wetter inzwischen auch nicht mehr ganz so gut aus und ich hätte meinen Rucksack erstmal Wetterfest machen müssen, für den Fall daß es anfinge zu regnen, bis ich wieder von der Hütte zurück war. Den Rucksack hätte ich natürlich oben am Weg stehen lassen. ;-)
Aber egal, die Faulheit hatte ja gesiegt und ich ging weiter zur Larmkogelscharte (2933m).
Da heute sowieso genug Zeit war, ließ ich es mir nicht nehmen von der Scharte den kurzen Abstecher auf den Larmkogel (3017m) zu machen. Ich zog mir meine Wetterjacke an und machte mich auf den Weg zum Gipfel.
Nach 2h (von der Hütte aus gerechnet) war ich dann oben und machte erstmal eine ausgiebige Pause.
Der Gipfel war gut besucht, da bereits eine Gruppe von 6 Personen oben war. Oben wurde dann erstmal ein Gipfelfoto gemacht und der Eintrag im Gipfelbuch durfte natürlich auch nicht vergessen werden.
Die Aussicht war recht gut. Wenn die umliegenden Berge nicht teilweise in Wolken gesteckt hätten, wäre sie wirklich super gewesen. Vom Großvenediger war nur der Gipfel verhangen und der Großglockner war leider völlig im Nebel.
Hatte sich das Tal hinter mir inzwischen vom Nebel befreit, so war dieser nun dafür vor mir, aber das konnte mich jetzt auch nicht vom Abstieg abhalten, da eine 2. Gruppe den Gipfel zu stürmen begann und mir das einfach zu voll wurde da oben.
Die anderen, welche mit mir von der Thüringer Hütte gekommen waren, waren nur teilweise kurz zum Gipfel aufgestiegen. Allerdings ohne Gepäck, welches sie unten an der Scharte liegen gelassen hatten. Als ich mich oben in Bewegung setzte, sah ich sie unten auch aufbrechen. Wie sich später rausstellte hatten sie mich oben gar nicht bemerkt und dachten ich sei schon lange weitergelaufen.
Der Abstieg von der Scharte aus war wieder recht gut zu laufen. Es ging über präparierte Geröllfelder und weiter unten über Wiesenpfade zum Katzenbergsee (2167m). Anschließend noch ein kleiner "Finalanstieg" und ich war am Ziel in der Fürther Hütte (2201m).
Das Wetter war zwar den ganzen Tag lang trocken geblieben, aber durchaus noch entwicklungsfähig. Für die nächsten Tage ist aber Wetterbesserung angesagt. Vielleicht hat der Wetterbericht ja auch mal recht. ;-)


7.8:  Fürther Hütte (2201m) - Sandebentörl (2751m) - Alten Prager Hütte (2489m) - Neuen Prager Hütte (2782m)
     
(1135Hm, Gehzeit: 5,5h)

Der erste Blick aus dem Fenster war sehr vielversprechend. Die umliegenden Gipfel lagen gerade in einem herrlichen Licht und versprachen einen schönen Tag.
Gegen 8:45 Uhr war dann auch Abmarsch und ich ging mit dem anderen Einzelkämpfer von gestern in Richtung Neue Prager Hütte los. Als die Wolken wieder etwas zunahmen, kehrte er allerdings bald wieder um, da er fotografieren wollte und das Wetter ihm dafür doch zu schlecht war.
Mir reichte das Wetter allerdings aus, und so zog ich allein weiter. Der Weg führte anfangs teilweise steil über einen schmalen Wanderpfad, später kurz vor dem Sandebentörl (2751m) auch weglos über grobe Gesteinsbrocken. Auf dem Sandebentörl, einem Platow, machte ich erstmal Rast.
Da es anfing leicht zu regnen, zog ich mir wieder meine Wetterjacke an und wanderte in Richtung Talschluß auf dem Fürther Weg, einem gemächlich fallenden Wanderpfad, welcher teilweise auch weglos wurde und auf den Venediger Höhenweg führte, welchen ich die nächsten Tage verfolgte. Unterwegs waren einige kleinere Schneefelder zu überqueren. Eigentlich nichts kompliziertes, aber als ich mal nicht aufpaßte, trat ich am Ende eines Schneefeldes leichtsinnigerweise auf einen vereisten Stein und rutschte aus, was dazu führte, daß ich in die Knie ging und einen anderen spitzen Stein mit selbigen vom Weg schubste..... Schön, wenn der Schmerz etwas nachläßt. :-/
Nach einer kleinen Zwangspause ging es dann weiter und der Weg führte steil in Serpentinen ins Tal (2215m) hinab, wobei sich das Knie doch immer wieder in Erinnerung brachte. Ich ging aber einfach mal davon aus, daß sich das wieder geben würde.
Unten angekommen führten die Markierungen am Gletscherbach entlang, wobei ich zwar wußte, daß ich da drüber muß, aber kein Übergang weit und breit zu sehen war. :-/
Die Brücke war erst zu sehen, kurz bevor man drüber stolperte, da sie sich hinter einem kleinen Hügel versteckt hatte.
Auf der anderen Seite des Tales ging es dann wieder steil in Serpentinen bis etwa auf 2400m hinauf und anschließend flache werdend noch bis auf ca. 2500m. In dieser Höhe angekommen konnte ich dann den Hang in gleichbleibender Höhe bis zur Alten Prager Hütte (2489m) entlangspazieren.
Die Hütte ist nicht mehr bewirtschaftet und ich machte dort eine kurze Rast, da man einen schönen Blick auf den darunter liegenden Gletscher mit seinen Spalten hat.
Zur Neuen Prager Hütte (2782m) waren es dann noch einmal ein paar Höhenmeter und ich kam dort so gegen 15 Uhr an.
Das Wetter meinte es heute gut mit mir. Im Süden sah es zwar zeitweise sehr bedrohlich aus, aber über mir und im Norden war es zeitweise sogar sonnig, was sich dann im weiteren Nachmittag auf der Hütte noch mehr besserte und weiter die Hoffnung auf stabil gutes Wetter schürte.
Trotzdem weiß ich noch nicht sicher wie es morgen weiter geht, da ich erst abwarten muß, wie sich mein Knie entwickelt.


8.8.: Neuen Prager Hütte (2782m) - Alten Prager Hütte - Gletscherende (2150m) - Löbbentörl (2770m) - Badener Hütte (2608m)
     
(720Hm, Gehzeit: 5h)

Das erste Interesse nach dem Erwachen galt wieder einmal dem Wetter, welches wirklich gut aussah. Sehr wenige Wolken. Allerdings sollte sich das wieder im Laufe des Tages ändern. Aber erstmal sah das wirklich gut aus.
Kurz nach 8 Uhr machte ich mich dann erstmal wieder auf dem Weg, welchen ich gestern raufgestiegen war, an den Abstieg zur Alten Prager Hütte, wo ich mich mit 2 Pärchen aus Aachen zusammen tat, welche auch wie ich zur Badener Hütte wollten.
Unterhalb der Alten Prager Hütte überlegten wir kurz gemeinam, ob wir den Weg über den unteren Gletscherboden nehmen sollten. Er war sehr eben, schneefrei, sollte auch recht gut auch ohne Steigeisen zu begehen sein wie ich an Tag vorher von jemanden erfahren hatte, aber hatte auch einiges an Spalten zu bieten.
Wir entschieden uns jedenfalls dagegen und so umliefen wir den Gletscher auf dem Normalweg, wozu wir noch bis ca. 2150m absteigen mußten um dann auf den vom Gletscher glattgeschliffenen Steinen auf die andere Seite zu kommen.
Dort wurde erstmal an der Gletscherbachbrücke Pause gemacht, bevor es dann auf die Seitenmoräne hinauf ging. Oben angekommen bot sich uns ein grandioser Anblick. Jenseits der Moräne lag eine saftige Wiese durchzogen von mehreren kleinen Bächen und mit reichlich Blumen bestückt. Wirklich ein herrlicher Anblick.
Nachdem wir uns wieder gefaßt hatten gingen wir auf der Seitenmoräne auf einem bequemen Weg bis ca. 2500m hinauf. Ab dort führte der Weg (falls nicht gerade wieder mal weglos) über Felsen mit kleinen Klettereinlagen (leicht) weiter aufwärts. Vor dem Löbbentörl (2770m) mußten wir noch ein relativ steiles Schneefeld bewältigen, was wir dann auch ohne Verluste schafften.
Oben angekommen hatten wir uns dann erstmal eine Pause verdient. Der Platz dort war wie dafür eingerichtet. Ein dort "abgelegter" großer Felsbrocken bot idealen Windschutz und da er überhang diente er sogar als Garderobe für die Jacken, welche an kleinen Felszacken aufgehangen werden konnten. ;-)
Anschließend ging es dann auf der anderen Seite am Hang endlang gemächlich fallend auf einem Wanderpfad weiter, wobei noch einige unbedeutende Schneefelder zu queren und auch immer wieder ein paar kleine Klettereien zu überwinden waren.
Eine Stelle war dabei etwas komplizierter, da man nicht mehr ohne weiteres von einem Schneefeld auf den Fels kam. Der Schnee war inzwischen soweit abgeschmolzen, daß die Stufe zu groß geworden war. Hilfe brachten dann 2 Stufen, welche wir in den senkrechten Schneeabsatz neben dem Übergang geschlagen haben.
Ansonsten zog sich die abwechslungsreiche Strecke (Schnee, Kletterei, Wanderpfad) weiter bis zur Badener Hütte (2608m), wo wir gegen 15 Uhr eintrafen.
Ca. 1/2h später fing es dann an zu regnen. Da soll noch mal jemand sagen ich hätte bei meinen Touren Pech mit dem Wetter. :-)
Unterwegs hatten sich die Wolken zwar schon verdichtet, aber es war den ganzen Tag über trocken geblieben. Zumindest halt solange wie wir unterwegs waren.
Die heutige Etappe war laut Wanderführer mit 4h angegeben. Wir hatten zwar etwas länger gebraucht, waren aber wirklich gemütlich gelaufen und bekanntermaßen laufe ich wenn ich alleine unterwegs bin mir ja sonst sowieso zu schnell. Auch hängt die Zeit sicherlich viel von der Art und Zahl der zu überquerenden Schneefelder ab.
Den Abend in der Hütte haben wir dann mit Karten spielen verbracht. (Elfenland, Bonanza)


9.8.: Badener Hütte (2608m) - Achselsee (2250m) - Galtenscharte (2871m) - Bonn-Matreier-Hütte (2745m)
       
(730Hm, Gehzeit: 5,5h)

Das Wetter am Morgen war diesmal durchwachsen, etwas Sonne, etwas Nebel und ich hoffte wie jeden Tag auf gutes Wetter. Na ja, mal sehen....
Um 8:20 Uhr ging es mit meinen Begleitern aus Aachen in Richtung Bonn-Matreier-Hütte los.
Nach einem Abstieg zum Achselsee auf ca. 2250m auf guten Wanderpfaden ging es dann dem Venediger Höhenweg folgend auf ca. 2300m den Hang entlang.
Inzwischen fing es auch an leicht zu nieseln und ich wechselte wieder einmal meine Fleeceshirt gegen meine Wetterjacke. Das Wetter erbarmte sich aber erst, nachdem ich einige Zeit später auch noch meinen Regenüberzug für den Rucksack angelegt hatte und die Wolken lockerten sich auf.
Am Malfrosnitzbach angekommen, da es ab dort wieder bergauf zur Galtenscharte ging. Tja und prompt fing es auch wieder an zu regnen, was einen erneuten Wäschewechsel nach sich zog. Heute wollte mich Petrus scheinbar wirklich ärgern. :-/
Der Anstieg zur Galtenscharte (2871m) verlief recht steil, war aber dafür fast Schneefrei (Wanderweg führte an den Schneefeldern vorbei), war aber mit einigem an Kletterei verbunden, was durch den Regen auch nicht gerade erleichtert wurde. Aber der Weg war auch unter diesen Bedingungen durchaus gut zu bewerkstelligen, wenn man etwas aufpaßte. Leider hatte es fast während des gesamten Aufstieges geregnet und der Nebel war stellenweise auch recht dick, so daß man zufrieden sein mußte, wenn man sicher den Wegverlauf erkannte.
Teilweise war der Weg auch seilversichert, wozu ich aber sagen muß, daß einige Seile wirklich massiv im Weg waren und eher gefährdeten, als daß sie Sicherheit boten.
In umgekehrter Richtung des Weges hätte ich bezüglich der Begehbarkeit allerdings eher Bedenken gehabt, da es bekanntermaßen schwieriger ist bergab als bergauf zu klettern. Dazu kam halt noch die Nässe, was die Sache noch etwas gefährlicher gemacht hätte. Aber wir kamen ja aus der richtigen Richtung. :-)
Auf der Galtenscharte angekommen machten wir erstmal Pause, nachdem es kurz zuvor auch aufgehört hatte zu regnen.
Der Abstieg auf der anderen Seite der Galtenscharte gestaltete sich dann relativ unproblematisch. Nur am Anfang waren ein paar schwierige Stellen zu überwinden. Es ging noch einmal über einen Bergrücken und dann waren wir auch recht bald (ca. 15 Uhr) bei der Bonn-Matreier-Hütte (2745m).
Unterwegs konnten wir noch 4 Steinböcke beobachten, welche gerade mal vielleicht 50m von uns standen und das selbe mit uns taten.
Zusammengefaßt war das heute trotz Regen und teilweise schlechter Sicht wieder eine sehr interessante und abwechslungsreiche Etappe.


10.8.: Bonn-Matreier-Hütte (2745m) - Eisseehütte (2521m) / Ausflug zum Eissee (2664m)
         
(zur Eisseehütte:     365Hm, Gehzeit: 3h  und  Ausflug zum Eissee:  250Hm, Gehzeit: 1:45h)

8:30 Uhr ging es am Morgen los. Der Wanderweg war problemlos und nach einem kurzen Abstieg auf ca. 2500m den gesamten Weg annähernd auf dieser Höhe den Hang entlang.
Anfangs waren Walken nur im Tal zu sichten und über uns. Unterwegs beobachteten wir noch ein paar putzige Murmeltiere, bevor wir später, so ab der Hälfte des Weges zur Eisseehütte, mitten in den Wolken drin waren Ein paar Regentropfen bekamen auch bekamen wir dann auch noch ab. Durch den Nebel sahen wir die Hütte erst recht spät und waren etwas überrascht nach ca. 3h schon dort zu sein. Aber das Wetter war halt nicht dafür gemacht sich groß Zeit zu lassen.
Wir waren also so ca. 11:30 Uhr in der Eisseehütte (2521m) und es dauerte nicht lange und draußen fing es an zu gewittern und zu hageln. Die Vorwarnzeit für das Gewitter war zu vernachlässigen. Ein paar Leute, welche kurz nach Beginn des Gewitters in der Hütte eintrafen, meinten, daß das eine Sache von vielleicht 3 Minuten war. Das reicht kaum um sich eine Wetterjacke überzuziehen, geschweige denn einen Unterschlupf zu finden. Wir waren jedenfalls froh schon vorher in der Hütte angekommen zu sein. :-)
Eigentlich wollte ich noch weiter über die Zopetscharte in die Johannishütte. Allerdings habe ich mir das dann verkniffen, da das Gewitter zwar zwischenzeitlich immer mal wieder pausierte, aber nicht richtig aufhörte. Auch hatten sich auf den Wegen und Hängen inzwischen reichlich Hagelkörner angesammelt, was den Weg über die Scharte sicherlich auch nicht sicherer gemacht hätte. So hatte ich halt dann noch einen Tag mit den Aachenern zusammen, welche sowieso vor hatten in der Eisseehütte zu bleiben.
So gegen 15:30 Uhr hatte sich das Wetter dann doch etwas stabilisiert und wir machten uns ohne Gepäck gemeinsam auf einen Ausflug zu dem nahe gelegenen Eissee (2664m), wo wir dann auch trocken angekommen waren. Jedenfalls fast.
Nach einer Pause am See machten wir uns dann wieder an den Rückweg. Da es zwei Wege zwischen der Hütte und dem See gab (Rundweg), gingen wir natürlich nun den anderen. Dazu ging es erstmal noch kurz steil bergauf, bevor der Weg wieder abwärts zur Hütte führte. Zwischenzeitlich war auch wieder Nebel aufgezogen und es fing auch wieder an leicht zu regnen. Auch blieb es nicht aus, daß wir uns kurz in dem Nebel verliefen, besser gesagt nach dem Weg suchen mußten. Der wurde aber recht schnell wiedergefunden und so sind wir wieder wohlbehalten  in der Hütte angekommen.
Da die Eisseehütte eine private Hütte war und ich da mit meiner DAV-Mitgliedschaft sowieso keine Vergünstigungen bekam, setzte ich noch eins drauf und nahm das Angebot einer Halbpension an. Darin war als Abendessen auch Wiener Schnitzel enthalten, was wirklich ausgezeichnet schmeckte. Na ja, man gönnt sich ja schließlich sonst nichts. ;-)
Morgen werde ich mir wohl die Zopetscharte auf dem Weg zur Johannishütte sparen und direkt ins Virgental absteigen, um dieses dann hinauf zur Clarahütte zu laufen. Der Weg dürfte wahrscheinlich sowieso schöner sein als der Fahrweg von der Johannishütte ins Tal, dafür halt aber auch noch etwas länger. Aber die Zeit sollte reichen.
Die Etappe von der Clarahütte aus war dann noch mit dem letzten großen Fragezeichen versehen für die Frage, ob ich die Umrundung des Großvenedigers schaffen würde. Die Unsicherheit war das Vordere Umbaltörl, wo auf der anderen Seite der Weg lt. Karte durch einen Gletscher führte. Der Weg war allerdings nicht als Gletscherweg verzeichnet und ich mußte jetzt erstmal sehen wie sich das Ganze gestalten würde. Aber bis dahin war ja noch etwas Zeit.


11.8.: Eisseehütte (2521m) - Sajathütte (2575m) - Hinterbichel (1329m) - Islitzer Alm (1509m) - Clarahütte (2036m)
      
(1120Hm, Gehzeit: 6,5h)

Um 8:45 Uhr ging es los. Für mich mit Ziel Clarahütte und die Aachener wollten zur Niljochhütte.
Sie begleiteten mich aber noch ein gutes Stück des Weges und so liefen wir gemeinsam auf dem Pragnater Höhenweg am Hang entlang um den Vorderen Sajatkopf herum.
Unweit der Eisseehütte konnten wir gleich Murmeltiere beobachten, welche sich überraschenderweise nicht im geringsten von uns stören ließen. Keins von ihnen schien Wache zu halten, keine Pfiffe, nichts. Sie gingen einfach ihrer Beschäftigung nach und boten uns Gelegenheit zum Fotografieren und Filmen. Später durften wir dann noch Gemsen beobachten, welche allerdings doch recht weit weg waren. Aber dafür hat man ja ein Fernglas mit.
Am Ende des Höhenweges lag dann die Sajathütte (2575m). Besser gesagt stand sie dort mal, bevor sie sich im Frühjahr diesen Jahres durch eine Lawine am Hang darunter verteilt hat. Die Trümmer lagen immer noch da und waren erst notdürftig zu großen Haufen zusammengeräumt worden. Oben wurde inzwischen schon wieder fleißig an der neuen Hütte gebaut.
Anschließend machten wir uns an den langen Abstieg über den Katinweg ins Virgental, ein Abstieg von über 1200Hm bis auf ca. 1329m.
Bei ca. 1600m war es dann soweit, daß ich mich von den Aachenern verabschieden mußte. Schade, war wirklich schön mit ihnen zusammen zu wandern.
Für mich ging es dann noch weiter ins Tal nach Hinterbichel (1329m). Je weiter ich hinunter kam, desdo wärmer wurde es. Das war ich nach den letzten Tagen gar nicht mehr gewöhnt. Aber lange hielt ich mich in diesen niedrigen Höhen ja nicht auf, da es ab jetzt das Virgental wieder hinauf ging. Anfangs durch Hinterbichel und bis nach Ströden auf der Straße, was sich in Bergstiefeln nun wirklich nicht besonders lief. Intelligenter wäre es vielleicht gewesen in Hinterbichl auf die andere Seite der Isel (Talfluß) zu wechseln, laut Karte dürfte der Weg dort angenehmer sein. Jedenfalls für jemanden, der asphaltierte Wege nach Möglichkeit meiden will. Keine Ahnung, warum ich da nicht mehr darauf geachtet habe.
In Ströden kurz hinter der Straßensperre hörte dann die Asphaltstraße auf und es ging auf einer Kiesstraße weiter. Von dort hat man auch schon einen herrlichen Blick auf Umbalfälle (Wasserfälle), wie auch im Verlauf des kommenden Weges. Auf einem Wegweiser kurz hinter der Straßensperre war die Clarahütte mit 2,5h angekündigt.
Ich lief also die Straße weiter bis zur Islitzer Alm (1509m). Komischerweise waren es von dort immer noch 2,5h bis zur Clarahütte. Wenn das so weiter geht, komme ich da heute nicht mehr an. ;-)
Von der Islitzer Alm führte der Wirtschaftsweg nun linksseitig (vorher rechtsseitigen Weg genutzt) der Wasserfälle steil bergauf bis auf ca. 1800m und dann weiter über den Lessensteig zur Clarahütte (2036m), wo ich gegen 17 Uhr ankam. Die letzten Tagesgäste machten sich gerade auf ihren Rückweg ins Tal auf, so daß ich da jetzt in der kleinen Hütte ziemlich allein war. Trotzdem war die Frage der Unterkunft aber noch offen, da noch 2 Gruppen angekündigt waren. Da eine später absagte, war das dann aber auch kein Problem mehr.
Vom Hüttenwirt erfuhr ich, daß das der Weg zum hinteren Umbaltörl teilweise zerstört war. Der zum vorderen war aber ok und da dis mein Übergang nach Italien war, reichte mir das. Ansonsten lag zwar oben noch Schnee, aber es lag angeblich kein Gletscher auf dem Weg. Das Fragezeichen ist also schon wesentlich kleiner. :-)
Da es im Gastraum der Hütte ziemlich dunkel war, obwohl draußen die Sonne schien, packte ich mich noch etwas dicker in Fleece ein und setzte mich nach draußen vor die Hütte. Der Ausblick war dafür, daß die Hütte in einem Talbogen lag recht schön.
Ich machte mich daran meine Notizen für den Wanderbericht zu schreiben. Da es draußen aber recht kalt war, man war ja doch wieder um einiges höher als im Tal, streikte sogar fast der Kugelschreiber. Aber wenigstens war es hell. Als die Sonne dann hinter den Bergen verschwand, hörte der Spaß dann allerdings auf und ich setzte mich wieder nach drinnen. Dort war es zwar auch nicht besonders warm, aber dafür gab es einen kostenlosen Hüttenschnaps.


12.8.: Clarahütte (2036m) - Kleinen Philipp-Reuter-Hütte (2677m) - Vorderen Umbaltörl (2926m) - Lenkjochhütte (2590m)
      
(1185Hm, Gehzeit: 4:50h)

Am Morgen gab es erstmal ein üppiges Frühstück. Obwohl ich erstmal unangenehm überrascht war, daß es ohne zu fragen auf dem Tisch stand, konnte man sich für den Preis nun wirklich nicht beklagen. Für 40 ATS gab es Brot, Marmelade, Leberwurst, Schmelzkäse, O-Saft und Kaffee.
Draußen war herrliches Wetter. Nicht eine Wolke am Himmel war zu sehen, als ich so gegen 8:30 Uhr aufbrach.
Bereits nach etwa 1,5h war ich auf größtenteils guten Wanderpfaden an der Kleinen Philipp-Reuter-Hütte (2677m), wo ich eine kurze Rast einlegte. Die Hütte ist eine Selbstversorgerhütte und eigentlich nur mit AV-Schlüssel zugänglich. Sie war allerdings wie zu erwarten offen, da sie bei Gefahr sonst sowieso regelmäßig aufgebrochen werden würden, wie ich schon mal von einem Hüttenwirt erfahren hatte. Er meinte aber auch, daß der Schaden in aller Regel von den Verursachern bezahlt wurde. Freiwillig!
Auf dem weiteren Weg wurde die Orientierung etwas schwierig, da sich Markierungen rar machten und die Strecke vielfach weglos wurde. So bin ich auch einmal ein paar Meter oberhalb des Weges geraten. Beim Abstieg auf den regulären Weg rutschte ich dann auch prompt ab, kam aber gleich wieder zum stehen. Außer einen aufgeschlagenen Daumen und eine geprellte Hüfte war nichts passiert.
Die Strecke an sich ist auch so nicht ohne. Viel loses Gestein am Hang. Selbst ein großer Brocken von vielleicht knapp 2m Durchmesser drohte ins rutschen zu geraten, als ich mich an ihm festhalten wollte. Glücklicherweise merkte ich es aber rechtzeitig, da es sicherlich mehr als einen blauen Zeh gegeben hätte, da ich direkt unter ihm stand.
Der Weg führte weiter über grobes, vielfach loses Gestein. Auch Griffen an Felsen konnte man nicht richtig vertrauen, da sie sehr brüchig waren. Auf dem Weg lernte man wirklich mißtrauisch zu werden.
Kurz vor dem Übergang, welcher schon seit einiger Zeit zu sehen war, hatte ich die Alternativen entweder weiter über das Geröllfeld zu gehen, wobei der Weg nicht ganz klar war und man vielleicht unverhofft vor größeren Schwierigkeiten gestanden hätte, oder über ein größeres, recht steiles Schneefeld zu laufen, welches fast direkt zum Vorderen Umbaltörl (2926m) führte.
Ich entschied mich für das Schneefeld. Der Weg war zwar anstrengend, da der Schnee ziemlich verharscht war und ich selbst spuren mußte, aber der Weg erschien mir sicherer. Da ich alleine unterwegs war, war ich beim spuren dann auch besonders gründlich um ja nicht auszurutschen.
Am anderen Ende des Schneefeldes waren dann noch ein paar Felsblöcke zu überwinden und ich stand oben und hatte mir meine Pause verdient, bevor es auf der italienischen Seite weiter ging.
Der Abstieg auf der anderen Seite sah auf den ersten Blick relativ Schneefrei aus. Der praktische Teil sah dann allerdings etwas komplizierter aus. Die Steine waren teilweise vereist und in den Trittstufen lag vielfach Schnee, was gerade im Abstieg nicht immer einfach ist.
Ich lief wie auf rohen Eiern und prüfte jeden Tritt sicherheitshalber 2x und kam so auch sicher über die ersten Meter. Später wurde der Weg dann besser und ich konnte mich wieder entspannen.
Auch auf dieser Seite waren Markierungen Mangelware. Laut Karte mußte ich bis etwa 2500m absteigen. Die wenigen Markierungen gingen aber tiefer und hörten irgendwann ganz auf. So landete ich dann bei ca. 2300m auf dem Hauptweg, welcher vom Tal zur Lenkjochhütte (2590m) führte. Also durfte ich die knapp 300Hm zur Hütte wieder aufsteigen und kam oben so gegen 14:30 Uhr an.
Kurz vor der Hütte sah ich auch den Weg, wo ich hätte eigentlich rauskommen sollen. Tja, Pech gehabt.
Die Lenkjochhütte war bis ca. 16 Uhr noch in fester Hand der Tagesgäste, was sich später dann glücklicherweise besserte.
Von der Terrasse und einem Aussichtspunkt in der Nähe hat man eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge, Gletscher und das Tal.
Nachdem ich mich nach 16 Uhr dann in die Hütte wagte, war die Begrüßung erstmal nicht besonders freundlich. Ein kleiner Steppke fand es scheinbar angebracht mich erstmal darüber belehren zu müssen, daß ich meine Übernachtung hätte anmelden sollen und daß man mir noch keine Unterkunft zuweisen könne. Die übrige Bedienung später war aber freundlich und ließ nichts zu wünschen übrig.
Ich brauchte erstmal eine kleine Zwischenmalzeit und bestellte mir eine Bockwurst mit Senf, was mich dann bis zum Abendbrot über Wasser hielt.
Ansonsten kann man nur noch sagen, daß das Wetter heute so war, wie man es sich wünscht: wolkenlos.


13.8.: Lenkjochhütte (2590m) - Kehreralpe (1842m) - Lahner Alpe (1979m) - Birnlückhütte (2442m) - Birnlücke (2665m) - Tal (2000m) - Warnsdorfer Hütte (2324m)
         
(1420Hm, Gehzeit: 6h)

Italien scheint ein Langschläfervolk zu sein, da die Wirtsleute erst um 7:30 Uhr aufstanden. Wer sein Frühstück nicht vorbestellt hatte, mußte halt so lange warten, oder ohne in den Tag starten.
Um 8:30 Uhr startete ich dann in meinen Tag. Natürlich mit Frühstück im Magen.
Auf dem breiten Wanderweg, welchen ich gestern hoch gekommen bin, ging es zunächst erstmal bis auf 1900m das Windtal hinunter. Unten kamen mir schon wieder die ersten Tagesgäste für die Hütte entgegen. Für mich ging es über einen nichtmarkierten Weg zur Grünbichlalpe weiter, von wo ich zunächst erstmal einen falschen Weg verfolgte. Als ich nach 1/4h merkte, daß ich auf diesem Weg nicht mehr weiter kam, durfte ich wieder umdrehen und fand dann auch den richtigen Weg, auf dem ich dann ins Ahrntal kam. Auf dem markierten Weg wäre ich zwar auch dorthin gekommen, aber ich hätte doch einen ziemlichen Umweg laufen müssen.
Unten im Ahrntal verläuft eine Schotterstraße, welche schon voll von Touristen war. Na ja, da mußte ich halt jetzt auch lang. Sie führte bis zur Kehreralpe (1842m) und war wenigstens Autofrei.
Anschließend folgte ich den scheinbar alten Weg hinauf zur Lahner Alpe (1979m), wodurch ich wenigstens kurzzeitig Ruhe vor den ganzen Tagesausflüglern hatte. Auf der Lahneralpe dann angekommen, erstreckte sich der Blick über eine schöne Wiesenebene mit Blick auf den weiteren Weg. Am anderen Ende der Ebene führten Serpentinen steil hinauf zur Birnlückhütte (2442m), welche schon zu sehen war.
Die 500Hm am Stück waren dann auch eine ziemliche Schinderei, zumal teilweise eine Art von Treppenstufen angelegt waren, die aber eher im Wege waren, als daß sie das laufen erleichterten.
Oben sah es dann aus, wie beim Volksfest. Die Italiener scheinen gerade Wandertage zu haben. Allerdings sind 1000Hm Aufstieg zur Hütte als Tagesausflug sicherlich auch nicht zu verachten. Jedenfalls anerkennenswerter, als sich per Seilbahn zur Hütte hieven zu lassen.
Nach 1/2h, es war so 14 Uhr, entschied ich mich doch nicht wie eigentlich geplant in der Birnlückhütte zu übernachten, sondern weiter zur Warnsdorfer Hütte (wieder in Östereich) zu wandern. So viel Trubel ist einfach nichts für einen ruhebedürftigen Bergwanderer. Die Italiener haben zwar ein Stück Alpen abbekommen, aber ihr Volksfest können sie auch im Fitnessstudio machen. Ist vielleicht zugegebenermaßen ein voreiliger Schluß, aber Entspannung kann ich dabei nun wirklich nicht finden.
Also ich machte mich wie gesagt so gegen 14 Uhr wieder auf den Weg. Erstmal ging es noch ein Stück hinauf zur Birnlücke (2665m), wo ich nach ca. 1/2h angekommen bin. Auf dem Grenzschild stand korrioserweise auf beiden Seiten "Östereich" und Italien war überhaupt nicht erwähnt.
Nach einer kurzen Pause zum filmen machte ich mich dann auf österreichischer Seite an den Abstieg und hatte endlich wieder meine Ruhe. Sogar kleine Bäche, welche von den oberen Schneefeldern gespeist wurden, konnte man wieder hören. Das war doch schon viel besser.
Es ging erstmal bis auf 2000m herunter, bevor der Weg über den Talgrund und 2 Gletscher-Seitenmoränen zur anderen Seite des Tales führte, wo ich dann wieder ca. 300Hm hinauf zur Warnsdorfer Hütte (2324m) kletterte. Na ja, vielleicht nicht kletterte, denn der Weg war gut genug um einfach dort entlangzuspazieren, aber ich war inzwischen fix und fertig und froh, als ich so gegen 17 Uhr in der Hütte ankam. Ich war wohl wieder einmal viel zu schnell unterwegs. :-(
Die Hütte lag schön am Hang mit Blick auf den Talschluß mit seinen Gletschern. Allerdings ist mir noch nie so ein hektischer Hüttenwirt untergekommen. Man kam kaum dazu etwas zu essen zu bestellen, so raste er durch den Gastraum.
Leider gab es keinen Kaiserschmarrn und ich war froh, daß ich den schon in der Lenkjöchlhütte gehabt habe, da ich sonst dieses Mal leer ausgegangen wär. Dafür bestellte ich mir als Nachtisch noch 3 Krapfen. Schließlich habe ich über den Tag auch genug Kalorien verbraten. ;-)
Nachdem es den ganzen Tag wolkenlos geblieben war, bewölkte es sich am Abend etwas. Mal sehen, was mich morgen erwartet. Schließlich wird die Abschlußetappe morgen auch nicht kürzer werden als heute. Eher wesentlich länger.


14.8.: Warnsdorfer Hütte (2324m) - Krimmler Wasserfällen (1470m - 1070m) - Habachtal (872m)
        
(230Hm, Gehzeit: 8,5h)

Trotz gestriger Wolken hatte ich am Morgen herrlichen Sonnenschein.
Um 8:30 Uhr machte ich mich an den Abstieg ins Tal. Bis zum Anfang der Materialseilbahn bei ca. 1850m führte ein relativ steiler Wanderpfad. Weiter ging es dann auf dem Wirtschaftsweg über das Krimmler Tauernhaus (1622m) bis zu den Krimmler Wasserfällen (1470m - 1070m).
Auf dem Schaupfad entlang den Wasserfällen wimmelte es nur so von Touristen. Allerdings sind die Wasserfälle auch wirklich sehenswert.
Ab Krimmel wanderte ich dann auf Wanderwegen, teilweise auch auf Nebenstraßen zurück ins Habachtal zu meinem Auto. Da ich inzwischen ziemlich Fußlahm war, machte ich noch einmal kurz vor dem Ziel eine größere Pause und kehrte in der Jausenstation Premishof ein.
Mein Auto fand ich dann wohlbehalten so gegen 19 Uhr wieder. Da ich es neben einem Sandhaufen geparkt hatte, war es nur ziemlich dreckig, weil der Regen sein Werk getan hatte. 2 Tierspuren führten auch über die Motorhaube.
Grob überschlagen war das heute eine Strecke von gut 30km. Es muß jeder selber wissen, ob er die Strecke laufen will, oder sich lieber in den Bus setzt. Zumal das Gepäck (ca. 17kg) die Sache ja auch nicht leichter macht.

Über Nacht fuhr ich dann wieder ohne Zwischenfälle zurück nach Cottbus.


Während der gesamten Tour kamen 9840Hm zusammen.

Ingo

 

ih 29.8.2001 (12.2.2003)