Wettersteingebirge (20.-23.6.2006)

 

20.6.: Anreise - Talstation Kreuzeckbahn - Höllentalangerhütte (1387m)
         (Aufstieg: 605Hm, Abstieg: 5Hm)

Am Morgen gegen 9:30 Uhr war ich aus Schleusingen in Richtung Garmisch-Partenkirchen abgefahren. Die Fahrt verlief relativ ereignislos, nur kurz vor Garmisch-Partenkirchen fischte man mich zu einer Verkehrskontrolle raus. Sie wollten zwar nur die Papiere überprüfen, aber da ich doch recht spät dran war, war die Verzögerung doch etwas ärgerlich.
Anschließend fuhr ich noch das kurze Stück zur Talstation der Kreuzeckbahn, wo ich meine Auto abstellte.
Etwa um 17:30 Uhr, nachdem ich mich umgezogen hatte, lief ich dann in Richtung Höllentalangerhütte los. Zunächst einmal führte mein Weg längs der Bahnstrecke nach Hammersbach und von dort weiter nach Süden teilweise in Serpentinen ansteigend zur Höllentalklamm. Kurz vor der Klamm hat man die Wahl durch die Klamm hindurch (Eintritt: 1¥) oder über den Stangensteig zu wandern. Der Stangensteig war der Ausschilderung nach etwas zeitaufwendiger und so entschied ich mich durch die Klamm zu laufen.
Der Weg durch die Klamm ist mit dem durch die Partnachklamm einigermaßen vergleichbar. Er führt zu einem guten Teil durch in den Fels gehauene Tunnel, von wo man aber immer wieder offene Stellen mit lick auf die Wasser-"spiele" hat. Ebenfalls ist es gerade in den Tunneln tlw. recht feucht und frisch, da das Wasser von der Decke tropft. Wenn man zeitiger unterwegs ist, wäre das sicherlich eine willkommene Abkühlung. Den Weg durch die Klamm kann ich aber trotzdem nur empfehlen, da er sehr schön angelegt ist. Und gegen Nässe und Kälte kann man sich schließlich entsprechend anziehen.
Am Ende der Klamm wird das Gelände dann auch wieder flacher und nach weiteren 15 min ist man dann auch auf der Höllentalangerhütte, wo ich gegen 18:20Uhr ankam.
Da es doch noch recht zeitig im Jahr war, war auf der Hütte noch reichlich Platz. Neben mir waren dort nur noch eine Gruppe Amerikaner. Ich hatte sie auf dem Weg von der Klamm zur Hütte schon auf einem steileren Schneefeld üben sehen.
Nachdem ich mein Lager bezogen hatte, genemigte ich mir mein Abendessen (2 Buletten mit Kartoffelsalat).
Abends kam dann noch 4 weitere Wanderer aus Berlin/Potzdam an, welche, wie sich später herausstellte, ebenfalls auf die Zugspitze  wollten.
 

21.6.: Standortwanderung Alpspitze(2628m)
        (Auf- und Abstieg: je 1297Hm)

Da das Wetter zum Abend hin schlechter werden sollte, standen ich bereits gegen 5 Uhr auf. Das Frühstück hatte der Wirt bereits am Vorabend bereit gestellt. 2 von den Berlinern standen ebenfalls mit mir auf. Es war sowieso ihre Idee gewesen so zeitig los zu laufen. Die anderen beiden, welche noch liegen blieben wollten erst später starten, da sich einer am Tag zuvor übernommen hatte, aber auch nicht allein den ganzen Tag auf der Hütte bleiben wollte.
Um 6:30 Uhr ging es dann für mich in Richtung Alpspitze los. Die beiden anderen Frühaufsteher starteten kurz nach mir. Ihr Weg führte jedoch auf die andere Seite des Tales in Richtung Waxenstein.
Da ich ja am abend wieder zu der Hütte zurückkommen würde, nahm ich als Gepäck lediglich das nötigste mit. Jedoch verzichtete ich nicht auf meine Steigeisen, da nach Aussagen des Hüttenwirtes im Marthaisenkar noch recht viel Schnee liegen sollte.
Mein GPS-Gerät versagte an der Hütte. Lediglich 2 Sateliten konnte ich empfangen, was bekanntermaßen nun mal nicht zur Ortsbestimmung reicht. Kurz nach dem Start und ein paar Höhenmeter weiter oben war aber auch das "Problem" gelöst.
Der Weg führte anfangs im Wald bergauf und um einen Bergrücken herum ins Marthaisenkar. Auf der anderen Seite des Bergrückens landete ich dann dummerweise in ein paar Krüppelkiefern. Irgenwie mußte ich eine falschen (wilden) Abzweig genommen haben. Jedenfalls wurde der Weg immer schmaler, so daß ich zweitweise sogar versuchte meinen Rucksack durch das Gestrüpp vor mir her zu schieben. War allerdings auch nicht das Gelbe vom Ei, so daß ich den Rucksack wieder auf den Rücken nam. Am Ende half nur rohe Gewalt, um mich aus meiner mißlichen Lage zu befreien. Als ich dann endlich wieder auf freiem Gelände stand, sah ich auch den eigentlichen Weg, welcher an den Krüppelkiefern vorbe geführt hatte.
Nun ging es weiter ins Marthaisenkar hinein. Die Schneefelder erwiesen sich als unbedeutend und waren während der letzten Tage sicherlich arg dezimiert worden. Zu den Markierungen muß man sagen, daß diese doch schon arg verwittert waren. Bei gutem Wetter lassen sie sich zwar noch einigermaßen finden, allerdings möchte ich mir den Weg nicht bei schlechterem Wetter suchen müssen, wobei in dem Fall der Aufstieg zur Alpspitze sowieso in Frage gestellt werden sollte.
Fast am Karende biegt der Weg dann nach links in den Fels ab. Es sind dort ein paar Seilversicherungen angebracht und ich dachte schon, daß das der in meiner Karte eingezeichnete Klettersteig ist. Der fing dann allerdings auch erst später an und hatte es auch in sich. (lt. Hüttenwirt 2-3).
Beginnen tut der eigentliche Klettersteig dann erst etwas später, wenn der Weg nach rechts in Richtung Grießkar-Scharte abbiegt. Er zieht sich dann mit kurzen Unterbrechungen bis zur Alpspitze hinauf. Die letzten Höhenmeter mußte ich mich dann wirklich noch hochkämpfen und war froh es dann geschaft zu haben.
Jetzt war erstmal Pause angesagt. Auch war meine Wasserflasche etwas zu leicht geworden, so daß ich Schnee nachstopfte. Das machte das Wasser zwar unangenehm kalt, aber besser als wenn irgendwann auf dem Abstieg das Wasser ausgehen würde. Beim Aufstieg war wirklich nicht ein Rinnsal zu finden gewesen, wo man seinen Wasservorrat hätte auffüllen können.
Nach der ausgiebigen Pause machte ich mich an den Abstieg über die Ferrata in Richtung Höllentor.
Beim Abstieg hätte ich die Hälfte der verbauten Eisen am liebsten entsorgt. Sie waren vielfach wirklich nur im Wege. Manchmal kann man es auch wirklich übertreiben. Der gesamte Abstieg bis fast hinunter zur Bergstation der Alpspitzbahn ist ein einziger Blitzableiter. Wenn am Gipfel der Blitz einschägt dürfte der Klettersteig frei geräumt sein. ;-/
Nachdem ich dann die Ferrata hinter mir hatte, ging es noch ein kleines Stück steiler bergab und anschließend nur noch leicht absteigend zur Bergstation der Alpspitzbahn/Hochalmbahn. Ein paar Schneereste waren dabei auch noch zu überqueren. Allardings ohne Probleme, zumal sie gerade für die schlechter ausgestatteten Touristen hergerichtet wurden.
An der Berstation legte ich erstmal eine Pause ein, bevor ich mich an den weiteren Abstieg über den Rinderweg machte. Am Himmel kündigte sich bereits das schlechte Wetter für den abend an. Aber es sollte noch genug Zeit bleiben, um trocken zurück zur Hütte zu kommen. Dazu mußte ich erstmal ein kurzes Stück des Weges (bis zum Abzweig zur Rinderscharte) zurück laufen, den ich gerade gekommen war. Von dort geht es dann über die Rinderschate auf dem Rinderweg hinunter zur Höllentalangerhütte. Der Weg ist gut zu laufen. Ein paar restliche Schneefelder waren ebenfalls gerade entschärft worden, so daß es keinerlei Probleme gab, owohl mir noch in der Seilbahn-Bergstation dringend von dem Weg abgeraten wurde. Schließlich sei er noch nicht frei gegeben. Abe das war der Aufstieg durch das Marthaisenkar schließlich auch noch nicht. Beim Abstieg kam mir der Bauarbeiter entgegen, welcher für die Entschärfung der Schneefelder zuständig war und berichtete mir, daß viele mit unpassender Ausrüstung hinauf kamen. Es wurden auch schon Touristen mit Turnschuhe gesichtet, welche auf die Alpspitze hinauf wollten nd wohl auch sind.:-(
Fast unten angekommen stößt der Rinderweg dann auf den breiten Wanderweg von den Knappenhäusern zur Höllentalangerhütte, der gemütlich durch den Wald verläuft und die Wanderung geruhsam enden läßt. Unterwegs fing es zum Schluß dann doch noch an leicht zu nieseln. Der Himmel hatte sich bereits stark zugezogen und in der Ferne war schon ein leises donnern zu hören. Aber so kurz vor'm Ziel störte mich das nicht mehr wirklich. Ich zog lediglich sicherheitshalber den Regenschutz über meinen Rucksack.
Gegen 16:20Uhr kam ich dann bei der Hütte an. Mal abgesehen vom kurzen nieseln, das auch nicht lange angehalten hatte. 2 von den Berlinern waren auch gerade kurz vor mir zurückgekehrt. Aber auch die anderen beiden schafften es vor dem eigentlichen Regen am Abend.
Auch wenn das Wetter zum Ende hin schlechter geworden war, hatte die Sonne es doch geschafft mir einen ordentlichen Sonnenbrand zu verpassen. Vieleicht hätte ich den Sonnenschutz unterwegs doch noch mal auffrischen sollen
 

22.6.: Höllentalangerhütte(1387m)-Zugspitze/Münchner Haus(2962m)

Um 3:20Uhr war die Nacht zu Ende. Ich hatte mich mit den Berlinern zusammengetan, welche ebenfalls auf die Zugspitze wollten um anschließend den Jubiläumsgrad zu begehen. Gemeinsam wollten wir bei Zeiten los laufen, da für Mittag lokale Gewitter angesagt waren und wir dann aus dem seilversicherten Klettersteig zum Gipfel raus sein wollten.
Angegeben ist der Aufstieg mit 6h. Mit 1h Reserve wären wir dann gegen 11Uhr auf der Zugspitze. So war der Plan.
Nach dem Frühstück, welches der Wirt wieder am Abend zuvor bereitgestellt hatte, ging es dann in der Dämmerung los. Die Alpspitztour vor Vortag machte sich deutlich bemerkbar. Der Muskelkater ließ sich nur schwer ignrieren.
Zunächst ging es taleinwärts durch das Höllentalkar gemächlich steigend bis zur 1.Steilstufe. Dort geht es über in den Fels geschlagene Eisenklammern eine fast senkrechte Felsplatte und anschließend weiter über seilversicherten Steig hinauf. Später kommt dann noch das bekannte "Brett", wo man über in den Fels geschlagene Eisenstangen eine senkrechte Felsplatte quert. Einige waren bereits umgebogen, was die Angelegenheit natürlich nicht sicherer machte. Scheinbar gibt es Leute, welche es darauf anlegen und auf die Stabenden treten, statt sich dicht am Fels zu halten. Trotzdem kamen wir alle ohne Probleme auf die andere Seite.
Nun wurde es erstmal wieder etwas flacher bis zum Höllentalferner. Dort angekommen machten wir eine kleine Pause und legten unsere Steigeisen an, auch wenn der Schnee nicht mehr besonders hart war. Es lief sich dann aber letztlich ganz gut und die Anhaftungen des Schnees unter den Steigeisen hielten sich in Grenzen. Trotzdem war die ganze Geschichte doch sehr anstrengend, zumal mir die Alpspitztour vom Vortag noch in den Knochen steckte.
Der Weg über den Gletscher wendete sich dann nach rechts den Felsen zu. Die Randkluft hielt sich in Grenzen und wir kamen direkt an den Felsen heran. Könnte gut sein, daß dies später im Jahr, wenn der Schnee weiter abgetaut ist, schwieriger wird. Bevor wir die Steigeisen ablegen konnten, war noch eine kurze Felsstufe über Eisenklammern hinauf zu steigen. Mit Steigeisen war das gar nicht so einfach, da die Frontzacken verhinderten, daß man dicht an den Felsen un die Eisenklammern treten konnte. Direkt neben der Randklft wollten wir unsere teigeisen jedoch auch nicht abnehmen.
Anschließend fanden wir auch gleich ein Plätzchen für eine Pause und um unsere Steigeisen und ablegen und verstauen zu können. Ebenalls verstauten wir unsere Stöcke bzw. Eispickel, die im folgenden Klettersteig bestimmt nicht benötigt wurden. Die Pause war dringend nötig gewesen und ich war froh, daß das Wetter nicht so sonnig war wie am Vortag. Es war gut bewölkt, aber kein schlechtes Wetter in Sicht. Man könnte also fast sagen: optimal.
Der Klettersteig hat es zwar in sich, ist aber gut zu klettern und auch gut versichert.
Fast oben angelangt galt es dann noch mal ein steiles Schneefeld hinauf zu steigen. Der Schnee hier oben war doch recht fest und die Seilversicherungen lagen noch stellenweise im Schnee begraben. Hier fehlte mir doch sehr ein Eispickel, da ich lediglich meine Stöcke dabei hatte. Mit denen würde ich im Fall des Falles aber kam bremsen können. Obwohl ich als letzter ging und die Spur schon sehr gut getreten war, arbeitete ich jede Stufe noch einmal nach um ja nicht weg zu rutschen. So war ich auch froh, als ich weiter oben mein Klettersteigset wieder in die Seilversicherung einhängen konnte. Meine nächste Anschaffung düfte wohl ein eigener Eispickel sein.
Da der Gipfel schon geraume Zeit in Reichweite war und man auch das Wetter für die restliche Wegzeit gut einzuschätzen konnte (keine Gewitter), ließen wir uns auf den letzten Höhenmetern Zeit.
Zum Schluß ging es noch mal ein paar ausgehauene Stufen hinauf zum Gipfelkreuz auf dem Südgipfel. Dieser war noch absolut Touristenfrei, da der Übergang von der Aussichtsplattform noch gesperrt war. Wir genossen die Ausblicke, den Abschluß des gelungenen Aufstieges und sogar die bewundernden Blicke der Touristen von der Aussichtsplattform des Nordgipfels.
Mit der Zeit kam Nebel auf und so zogen wir auf den Nordgipfel um. Dazu mußten wir eine Eisenleiter hinabsteigen und konnten dort dann über den kurzen schneebedeckten Grad auf die andere Seite wechseln. Nachdem wir dann noch unter dem Sperrschild hindurchgekrochen waren, standen wir auch auf der Aussichtsterrasse.
Vor dem Münchner Haus machten wir es uns dann bequem, legten Gepäck und Bergstiefel ab und stäkten uns erst einmal.
Da ich am 24.6. bereits wieder zur Nachtschicht mußte, entschloß ich mich am nächsten Tag mit der Eibseebahn ins Tal zu fahren und von der Talstation zurück zu meinem Auto zu wandern. Ursprünglich hatte ich geplant über die Knorrhütte-Reintalangerhütte und dann über den Schützensteig zurück zu wandern. dafür hätte ich dann aber noch einmal 2 Tage benötigt, was inclusive der Heimfahrt nicht zu schaffen war. Nun rächte es sich also, daß ich bei der Abreise 1 Tag zu spät los gefahren war. Heute war ich aber erstmal froh angekomen zu sein.
Das Lager des Münchner Hauses befindet sich außerhalb des Haupthauses im "Keller" halb am Fels geklebt.
 

23.6.: Abreise

Obwohl ich heute Zeit hatte, stand ich recht zeitig mit den anderen auf, die heute ja über den Jubiläumsgrad zumindest bis zur Biwakschachtel wollten.
Nach dem gemeinsamen Frühstück der Verabschiedung verschwanden sie dann auch recht bald im morgentlichen Nebel und ich nahm die Bahn um 8:30Uhr zum Eibsee. Wie zu erwarten war ich dort der einzige Fahrgast. Mal abgesehen vom Kabinenbegleiter eine Einzelkabine zum Preis von 25,50¥ für mich alleine.
An der Talstation angekommen wanderte ich dann zur Talstation der Kreuzeckbahn und ließ die Tour so gemütlich ausklingen.
Nachdem ich mich dann an meinem Auto angekommen umgezogen hatte, fuhr ich nach München, wo ich noch bei Azadeh vorbeischauen wollte und von dort dann am nächsten Morgen zurück nach Hause.
 

 

ih 22.9.2006